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Babenhausen

10.06.2020

Gespräch über Zehentstadel: Babenhauser Pfarrer entkräftet Gerüchte

Es gibt Überlegungen, den Fuggerschen Zehentstadel zu sanieren und in ein Kulturzentrum zu wandeln.
Bild: Schatz

Plus Der Babenhauser Pfarrer Thomas Brom berichtet, worum es in den Gesprächen über das Zehentstadel-Projekt ging – und verweist auf große Herausforderungen.

Der Zehentstadel sorgt weiterhin für Diskussionsstoff in Babenhausen. Hellhörig wurde offenbar mancher, als unsere Zeitung in diesem Zusammenhang von Gesprächen zwischen Gemeinde und Kirche berichtete. Setzt die Pfarrei nun etwa statt auf den geplanten Pfarrheim-Neubau auf eine Nutzung des Zehentstadels? Pfarrer Thomas Brom erläutert auf Nachfrage Hintergründe – und rät von vorschnellen Interpretationen ab.

Wie berichtet, fand Anfang Juni ein Termin auf dem Schlossareal statt, zu dem sich der Babenhauser Bürgermeister Otto Göppel und zwei Parteikollegen – der Bundestagsabgeordnete Georg Nüßlein und der bayerische Baustaatssekretär Klaus Holetschek – trafen. Es ging um eine Sanierung des brachliegenden Zehentstadels und um die Option, dort ein Kulturzentrum einzurichten. Die CSU-Abgeordneten hatten sich – neben anderen, aus der Region stammenden Politikern – dafür eingesetzt, dass Land und Bund millionenschwere Zuschüsse für das Projekt in Aussicht stellen. Bürgermeister Göppel erwähnte Nüßlein und Holetschek gegenüber, dass „Gespräche mit der Kirche“ stattgefunden haben. Er deutete an, dass Interesse daran bestünde, den Zehentstadel im Falle einer Sanierung ebenfalls zu nutzen. Schriftlich festgehalten sei nichts, so Göppel. Mehr dazu lesen Sie hier: Ist Babenhausen zu zögerlich beim Thema Zehentstadel?

Drei große Bauprojekte in der Pfarrei

Thomas Brom, der seit dem vergangenen Jahr Pfarrer in Babenhausen ist, bestätigt im Gespräch mit unserer Redaktion, dass sich Vertreter des Bistums Augsburg im Februar in seiner und des Kirchenpflegers Anwesenheit über das „Projekt Zehentstadel“ informiert haben. Es sei bei dem Treffen um Fortschritte auf dem Weg hin zu einer Sanierung des Baudenkmals und um die damit verbundenen Kulturzentrum-Pläne gegangen. „Von der Diözese finde ich das ein tolles Signal. Sie will wissen, was mit dem Zehentstadel passiert“, sagt Pfarrer Brom.

Gespräch über Zehentstadel: Babenhauser Pfarrer entkräftet Gerüchte

In der Tat fehle Babenhausen nach wie vor ein Pfarrheim. Seit Langem besteht der Wunsch nach einem Versammlungsort für die Mitglieder der Pfarrei und die kirchlichen Gremien. „Ich verstehe die Babenhauser, das ist nicht so einfach“, sagt Brom. Konkrete Neubaupläne liegen zwar seit einiger Zeit vor – doch deren Umsetzung ist nicht in Sicht. Mehr dazu: Langes Warten auf das neue Pfarrheim in Babenhausen.

Pfarrer Brom: "Es gibt keine Alleingänge"

Man dürfe nicht außer Acht lassen, so der Pfarrer, dass noch zwei weitere kostspielige Bauvorhaben auf der To-Do-Liste stehen. Da wären der Umbau des Pfarrhofs und die notwendigen Sanierungsarbeiten an der Pfarrkirche St. Andreas. Wie berichtet, fiel von der Decke des Gotteshauses 2018 sogar etwas Stuck (Mehr dazu hier: St. Andreas in Babenhausen: Stuck fällt von der Kirchendecke). Daraufhin wurde ein Untersuchungsbericht erstellt, der dem Pfarrer zufolge eine Prüfung der statischen Standsicherheit vorsieht.

Pfarrer Thomas Brom.
Bild: Doris Bednarz

Große Aufgaben, große Ausgaben. Das Dilemma: Geld für alle drei Bauprojekte ist laut Brom nicht vorhanden. Einen Antrag der Kirchenstiftung St. Andreas auf Bezuschussung des Pfarrheim-Neubaus hat der Marktrat im April des vergangenen Jahres abgelehnt. Zu entnehmen ist das einem inzwischen bekannt gegebenen Beschluss aus nichtöffentlicher Sitzung.

Pfarrer Brom entkräftet Gerüchte über möglicherweise im Hinterzimmer getroffene Vorentscheidungen in diesen Angelegenheiten: „Es gibt keine Alleingänge von Pfarrer Brom und der Diözese“, betont er. „Ohne die örtlichen Gremien tue ich keinen Schritt.“ Ohnehin sei er zu den teils langwierigen Planungen der drei Baumaßnahmen „wie die Jungfrau zum Kinde gekommen“, da er erst seit September in der Pfarreiengemeinschaft Babenhausen tätig ist.

Corona verhinderte Runden Tisch

Um sich detailliert mit den Gremien der Kirchengemeinde zu beraten, hätte im März ein Treffen stattfinden sollen. Von Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung bis hin zu Kolpingfamilie und Vertretern der Chöre – alle sollten mit am Tisch sitzen, um über das weitere Vorgehen in Sachen Pfarrheim, Pfarrhof und Kirche zu sprechen und um zunächst einmal eine Prioritätenliste zu erstellen.

Aus dem Treffen wurde nichts: „Corona hat mir ziemlich in die Füße gegrätscht“, sagt der Pfarrer. Einen baldigen Nachholtermin könne er angesichts der Pandemie nicht guten Gewissens festsetzen – da werde er sich auch nicht unter Druck setzen. „Es stehen jetzt auch gerade andere Fragen im Vordergrund“, findet Brom und verweist auf die pastoralen Aufgaben. Es gebe jede Menge zu tun: Erstkommunionen und Firmungen wurden Corona-bedingt verschoben, die Gottesdienste finden seit Mai unter Auflagen wieder statt. Sobald die drei kirchlichen Bauprojekte wieder in den Fokus rücken, möchte der Pfarrer „alle Gremien einbeziehen“.

Lesen Sie auch den Kommentar: Zehentstadel: Babenhausen muss jetzt liefern

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