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Illertissen

07.02.2020

Gewerbegebiet: Wie kommen Fußgänger und Radler hier hin?

Das Schnellrestaurant McDonald’s ist schon da im neuen Illertisser Gewerbegebiet, gegenüber wird noch kräftig gebaut.
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Das Schnellrestaurant McDonald’s ist schon da im neuen Illertisser Gewerbegebiet, gegenüber wird noch kräftig gebaut.

Plus Im Dezember hat McDonald’s in Illertissen eröffnet. Ein Geh- und Radweg dorthin ist dringend notwendig. Entsprechende Pläne und eine Kostenschätzung gibt es bereits.

Kurz vor Weihnachten war es so weit: Im Gewerbegebiet Leitschäcker hat McDonald’s seine Türen geöffnet – und der Erfolg scheint groß zu sein. Das sieht man nicht nur daran, dass der Parkplatz oft voll ist und leider auch die Zahl der Verpackungen wächst, die Kunden am Straßenrand zurücklassen. Gewachsen ist seit der Eröffnung auch die Sorge vieler Illertisser, die Fußgänger und Radfahrer auf dem Weg in das für sie verkehrstechnisch nicht ungefährliche Gebiet beobachten.

Auch viele Leser der Illertisser Zeitung haben sich dazu in den vergangenen Wochen bereits kritisch geäußert. Am Dienstag hat der Bauausschuss des Illertisser Stadtrats das Thema auf dem Tisch. Es geht dabei um die Frage, wie und wo ein Geh- und Radweg entstehen könnte, der mehr Sicherheit auf dem Weg nicht nur zum Schnellrestaurant, sondern auch zu anderen Unternehmen in dem Gewerbegebiet an der Unterrother Straße bringen soll. Immerhin sollen hier am Ende auch insgesamt 100 bis 120 Arbeitsplätze entstehen. Ganz einfach ist das Unterfangen nicht.

Ursprünglich sollte der Weg über die Obenhauser Straße führen

Ursprünglich, so steht es in der Sitzungsvorlage des Bau- und Umweltausschusses, war bei der Erstellung des Bebauungsplans für das Areal eine Anbindung des Gebiets für Fußgänger und Radfahrer über die Obenhausener Straße und den asphaltierten Wirtschaftsweg vorgesehen. Doch es hatte sich gezeigt, dass diese Lösung nicht sinnvoll ist.

Gewerbegebiet: Wie kommen Fußgänger und Radler hier hin?

Seit der Eröffnung von McDonald’s hatten sich dann aber auch bei der Stadt die Forderungen nach einer direkten Anbindung für Fußgänger und Radfahrer gehäuft, ohne dass diese einen großen Umweg über die Obenhausener Straße nehmen müssten. Alleine entscheiden kann die Stadt das freilich nicht – schließlich treffen zwischen Stadtrand und Gewerbegebiet nicht nur die Staatsstraße 2018 und die Kreisstraße NU5 zusammen. Auch die Autobahn 7 durchschneidet das Gebiet. Deswegen hat das Tiefbauamt Gespräche mit dem Staatlichen Bauamt Krumbach geführt und eine mögliche Lösung besprochen, über die der Bauausschuss nun entscheiden soll. So könnte die Trasse aussehen – und das könnte sie kosten:

Von der Stadt kommend gibt es bereits einen Gehweg an der Unterrother Straße. Um die Radfahrer anzubinden, könnte ihr Weg – ähnlich wie in Tiefenbach bereits gebaut – von der Straße ausgeleitet und über eine Querungshilfe geführt werden, die über den Fahrbahnteiler am Kreisverkehr auf einen Radweg entlang der Staatsstraße geführt wird.

Damit Fußgänger und Radfahrer sicher ins neue Gewerbegebiet Leitschäcker kommen, müsste unter anderem am Kreisverkehr eine Querungshilfe entstehen.

Die Ausfädelung dürfte nach Angaben der Stadtverwaltung etwa 25000 Euro kosten, die Querungshilfe über die Unterrother Straße weitere 20000 Euro. Für den Geh- und Radweg entlang der Staatsstraße und unter der Autobahn hindurch – eine Strecke von etwa 450 Metern – sind Kosten von 150000 Euro angesetzt.

Kosten für den Bau der Wege sind nur grob geschätzt

Am zweiten Kreisverkehr müsste dann eine Querungshilfe über die Staatsstraße gebaut werden (Kosten: etwa 10 000 Euro). Die letzten 150 Meter Radweg von dort bis zum bestehenden Geh- und Radweg im Gewerbegebiet kämen nach Einschätzung der Verwaltung dann noch auf etwa 45 000 Euro. Insgesamt würde die Anbindung von Illertissen her also auf etwa 250 000 Euro kommen. Wobei das Tiefbauamt deutlich macht, dass dies nur geschätzte Kosten sind – ohne nähere Untersuchungen, vor allem im Bereich der Unterrother Straße, könne noch nichts Konkreteres dazu gesagt werden.

Weniger aufwendig zu bauen wird die Radwegeanbindung aus der entgegengesetzten Richtung sein – hier gibt es zwei Varianten, die sich der Bauausschuss am Dienstag anschauen wird: entweder mit einem Geh- und Radweg östlich der Kreisstraße NU5 und südlich der Staatsstraße 2018 in Richtung Obenhausen:

Das Gewerbegebiet Leitschäcker wächst: Seit wenigen Tagen ragen bereits die Stützen des nächsten Firmengebäudes in die Höhe.

Dieser stellt mit 420 Metern Länge und Kosten von geschätzten 126000 Euro die teurere Variante dar. Oder – mit etwa 57000 Euro für knapp die Hälfte der Kosten – mit einer direkten Querverbindung an den parallel zur NU5 bituminös verlaufenden Wirtschaftsweg abseits der Staatsstraße. Vorteil: Hier müssten nur noch 190 Meter Weg querfeldein neu gebaut werden.

Den Radweg Richtung Unterroth baut der Landkreis

Für den Bau des Radwegs in Richtung Unterroth, mit dem westlich an der Kreisstraße NU5 auf 1500 Metern der Anschluss an den vorhandenen Geh- und Radweg geschaffen werden soll, ist dann der Landkreis Neu-Ulm zuständig. Voraussetzung dafür ist aber eine bereits vorhandene Radwegeanbindung des Gewerbegebiets. Damit wäre dann das Areal Leitschäcker von allen Richtungen auch für Radler und Fußgänger erreichbar. Gesamtkosten von 650000 Euro sind dafür veranschlagt, auf die Stadt Illertissen käme davon voraussichtlich ein Kostenanteil von 180000 Euro zu.

Was die notwendigen Flächen betrifft, dürfte das Gesamtprojekt kaum Probleme bereiten: Viele der notwendigen Flächen entlang der Staatsstraße sind im Besitz der Stadt, zum Teil gehören sie der Autobahndirektion, mit der noch Gespräche geführt werden müssen. „Es sind aber keine grundsätzlichen Probleme zu erwarten“, heißt es in der Sitzungsvorlage.

Lesen Sie dazu auch unseren Kommentar Lückenschluss im Illertisser Radwegenetz bringt alle weiter

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