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Illertissen

24.04.2020

Giftige Eichenprozessionsspinner befallen den Landkreis

Die feinen Härchen der Raupen können durch ihr Nesselgift beim Menschen Atembeschwerden, Juckreiz, Entzündungen und im schlimmsten Fall auch einen allergischen Schock auslösen.
Bild: Patrick Pleul/dpa

Plus Die Brennhaare des Eichenprozessionsspinners können allergische Schocks auslösen. So werden die giftigen Raupen, die sich im Landkreis zunehmend ausbreiten, bekämpft.

Das Staatliche Bauamt Krumbach führt in den kommenden Wochen eine Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners im Landkreis Neu-Ulm durch. Die Raupen des Eichenprozessionsspinners stellen insbesondere im Bereich von Geh- und Radwegen eine erhebliche Gesundheitsgefährdung für die Verkehrsteilnehmer dar. Durch Kontakt mit den Raupen oder durch Einatmen der giftigen Brennhaare können diverse allergische Reaktionen bis hin zu allergischen Schockreaktionen ausgelöst werden. Mit besonderen Maßnahmen sollen diese Raupen bekämpft werden.

Das Vorhaben dient somit in erster Linie dem Gesundheitsschutz der Verkehrsteilnehmer. Der Schutz der ökologisch bedeutsamen Eichen ist dabei ein willkommener Nebeneffekt.

Bis zu einem Meter lang können die Gespinster, also die Raupennester, des Eichenprozessionsspinners werden.
Bild: Stadt Donauwörth

Die Raupen vermehren sich - das hat mehrere Gründe

Der Befall von Eichen durch den Eichenprozessionsspinner hat in der vergangenen Zeit erheblich zugenommen. Auch im Landkreis Neu-Ulm kam es im Jahr 2019 immer wieder zu Beschwerden und Verletzungen. Häufig leiden Betroffene durch den Kontakt mit dem Nesselgift der Raupen unter Hautausschlag, Augenreizungen und Atembeschwerden. Vorsicht gilt auch bei Hunden: Sie können, genau wie der Mensch, allergisch auf das Gift reagieren. Schon Anschnuppern kann die Schleimhäute stark schädigen. Gelangt eine Raupe ins Maul des Vierbeiners, kann sogar Erstickungsgefahr drohen.

Lesen Sie dazu: Eichenprozessionsspinner: Kinder werden beim Fußballspielen verletzt

Aufgrund des milden Winters und der trockenen Frühjahrswitterung wird heuer ein zunehmender Befall erwartet. Daher wird die Bekämpfung in diesem Jahr fortgesetzt. Eine vom Staatlichen Bauamt beauftragte Fachfirma setzt hierbei ein zugelassenes Biozid ein. Die Raupen des Eichenprozessionsspinners nehmen durch Fraßtätigkeit an Blättern den Wirkstoff auf und sterben nach einigen Tagen ab. Das Biozid wirkt selektiv auf an Eichenblättern fressende Schmetterlingsraupen. Schädliche Auswirkungen für Mensch und die Umwelt werden dabei vermieden.

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners.
Bild: Axel Hechelmann (Archiv)

Geh- und Radwege müssen kurzzeitig gesperrt werden

Das Staatliche Bauamt Krumbach bittet um Verständnis für die kurzzeitigen Absperrmaßnahmen an Geh- und Radwegen. Die zu behandelnden Bereiche können kurz nach der Behandlung wieder für die Öffentlichkeit freigegeben werden, ohne dass gesundheitliche Beeinträchtigungen zu befürchten sind. Allerdings sollte der direkte Kontakt mit befallenen Eichen weiterhin gemieden werden, da sich auch nach der Bekämpfung noch einzelne Raupen oder alte Nester mit Brennhaaren an den Bäumen befinden können. (az)

Hier lesen Sie, wie der Landkreis im letzten Jahr auf den Eichenprozessionsspinner reagiert hat.

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