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Kellmünz

13.06.2018

Giftige Wildpflanze blüht in der Region

Gelbe Gefahr: Das Jakobskreuzkraut ist hochgiftig.
Bild: Felix Kästle, dpa

Das Jakobskreuzkraut breitet sich auf brachliegenden Feldern und Wiesen aus. Wann es gefährlich werden kann.

Mit seinen leuchtend gelben Blüten zieht das Jakobskreuzkraut schon bald wieder Blicke auf sich. Denn ab Juli blüht die Wildpflanze, die für den Laien wie eine ganz normale Blume aussieht. Doch es ist Vorsicht geboten. Bei Verzehr ist das Kraut hochgiftig. Insbesondere Nutztiere sind davon betroffen.

Die Vierbeiner machen in der Regel einen großen Bogen um die Pflanze, weil sie bitter schmeckt, sagt Andrea Sobczyk vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Krumbach. Mäht der Landwirt jedoch die Wiese und gibt den Tieren das Heu zu fressen, kann es zu Problemen kommen. Durch das Abschneiden des Blumenstiels gehen die Bitterstoffe verloren - die Giftstoffe bleiben jedoch. Die Folge: die Tiere schmecken das Jakobskreuzkraut nicht mehr heraus und essen die giftige Pflanze auch in größeren Mengen. In allen Teilen der Blume sind Pyrrolizidin-Alkaloide vorhanden. Dieser Giftstoff kann vom Körper nicht abgebaut werden und reichert sich in der Leber an. Bei Kühen, Pferden und Schweinen führt das im schlimmsten Fall zu Leberversagen und zum Tod.

Menschen sind von den Gefahren des Krauts in der Regel nicht betroffen, so Sobczyk. Essen solle man die Pflanze nicht, da sie wie auch bei Tieren zu Leberschäden führe. Ein kurzer Hautkontakt mit dem Kraut sei generell unbedenklich. Etwa bei Gartenarbeiten, bei denen das Kraut länger und fest gehalten werde, empfiehlt Sobczyk jedoch, Handschuhe zu tragen. Sollte man nicht sicher sein, ob es sich bei einer Pflanze um das Jakobskreuzkraut handelt, kann man sich an das Landwirtschaftsamt Krumbach wenden.

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Das Kraut breitet sich durch Flugsamen aus, auch in der Region. Um das zu verhindern, rät der Obst- und Gartenbauverein Kellmünz dazu, brachliegende Flächen mindestens einmal im Jahr zu mähen – bevorzugt Anfang Juni. So könne die Pflanze erst gar nicht blühen und eine Ausbreitung wird verhindert. Erfahrungen hätten gezeigt, dass die Pflanze im blühenden Zustand zu mähen, keine Wirkung zeige. Das Jakobskreuzkraut führt dann eine sogenannte „Notreife“ durch und samt dennoch aus. Blüht das Kraut erst einmal, helfe nur noch, jede Pflanze einzeln auszureißen und in der Restmülltonne zu entsorgen. Das ist bei größeren Flächen sehr aufwendig für die Landwirte. Der Gartenbauverein bittet darum, sich die Mühe dennoch zu machen. Nur so verhindere man hunderte Neupflanzen.

Andrea Sobczyk stuft die Lage in der Region als aktuell noch relativ ruhig ein. In kleineren Mengen gehöre die Pflanze zur natürlichen Flora. Wenn sich das Jakobskreuzkraut in großem Maße ausbreite, greife die Untere Naturschutzbehörde ein. Im Landkreis Neu-Ulm sei das ihres Wissens nach aber bisher noch nicht der Fall gewesen.

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