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Grundstein

27.04.2015

Glück und Segen für den Kirchenbau

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Religiöse und politische Gäste beim Auftakt. Insgesamt 3700 evangelische Christen

Nach einem bewegenden Gottesdienst in der Kirche an der Illertisser Bahnhofstraße zogen die evangelischen Christen in Begleitung von Stadtkapelle und Fahnenträgern zum Pfarrhaus an der Ulmer Straße, um dort den Grundstein für ihre künftige Kirche zu legen. Dies geschah im Beisein von Vertretern aus Politik, katholischer Kirche und türkisch-islamischer Gemeinde.

Dabei beschrieb der verantwortliche Architekt Norbert Diezinger den Umbau des evangelischen Pfarrhauses zur neuen Christuskirche mit Orgel, Empore und Platz für 250 Besuchern als vergleichsweise kleines Vorhaben, dessen Probleme aber im Detail steckten. „Neu gebaut werden das Pfarramt, der 19 Meter hohe Glockenturm und ein vielseitig nutzbarer Kirchplatz mit Pfarrgarten, ein Haupteingang und behindertengerechte Zugänge.“

Vor dem Einmauern des Grundsteins verlas Pfarrer Hans-Joachim Scharrer die Liste der in die Kapsel eingefügten Zeitdokumente zum 26. April 2015 mit dem Wunsch, „die in einem stabilen Haus versenkte Kapsel so schnell nicht mehr öffnen zu müssen“. Dekanin Gabriele Burmann erinnerte daran, dass das Fundament, auf dem die neue Kirche entsteht, zugleich Christus selbst sei. Der katholische Pfarrer Martin Gall wusste zu schätzen, dass in Zeiten von Kirchenschließungen in Illertissen eine neue entstehe, und Imam Cabir Dincer ließ von Mesut Parlak übersetzen, er wünsche den evangelischen Christen ein Haus des Friedens, in dem sich Menschen treffen. Pfarrer Thomas Pfundner aus Holzheim – heute eine halbe Pfarrstelle und kleinste evangelische Gemeinde im Dekanat – wusste zu erzählen, dass es vor rund 150 Jahren gerade umgekehrt war: „Es wurden von Holzschwang 20 evangelische Christen in Vöhringen und Illertissen betreut, weshalb der Pfarrer ein Pferd bekam.“ Auch Dekanin Burmann sprach in ihrer Predigt über die Zunahme der „Christen mit evangelischer Prägung“ in Illertissen, das urchristliches Gebiet sei. Den Wechsel vom alten, 1896 errichteten Bau zur künftigen Kirche im evangelischen Pfarrhaus verglich sie mit den in der Wüste umherziehenden Israeliten, die ihre Bundeslade stets mitnahmen. 3700 Christen aus dem südlichen Landkreis oder 17 Prozent der Einwohner Illertissens gehören zur evangelischen Kirchengemeinde und werden vom neuen Kirchenzentrum profitieren.

Bürgermeister Jürgen Eisen freute sich, da Bautätigkeit stets die Lebendigkeit einer Stadt unter Beweis stelle. In Illertissen seien politische und religiöse Gemeinde noch sehr verbunden. Landrat Thorsten Freudenberger ließ es sich nicht nehmen, den Bauherren persönlich die Baugenehmigung zu überreichen. Er sagte: „Städtebaulich, wie für das religiöse Leben, verleiht das Projekt frische Impulse, der Glockenturm setzt einen markanten Akzent.“

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