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Illertissen

12.06.2018

Gottesdienst zum Namenstag des Ordensgründers

Die Jahreszahl 1923 auf der Kollegsfahne erinnert an die Grundsteinlegung des ersten Schulgebäudes vor 95 Jahren.
Bild: Wilhelm Schmid

Illertisser Kolleg der Schulbrüder feiert Stifterfest mit einem Gottesdienst. Welche Botschaften vermittelt wurden.

Für Generationen von Schülern war das „Stifterfest“ – der Namenstag des Heiligen Johannes von La Salle, dem Ordensgründer der Schulbrüder – der große Feiertag am Kolleg in Illertissen. Vor einigen Jahren hatte der Schulseelsorger Pater Christian Hamberger diese fast verloren gegangene Tradition wiederbelebt. Und so wurde auch am Sonntagabend wieder gefeiert.

Mit dem Generalabt der Prämonstratenser, Pater Thomas Handgrätinger, war der weltweit höchste Vertreter des Ordens gekommen, um mit der Schulfamilie – Schülern, Lehrern und Eltern – sowie zahlreichen Gästen aus umliegenden Pfarrgemeinden einen Festgottesdienst zu feiern. Die Kirche war voll besetzt, als der Generalabt in feierlichem Zug, angeführt von der Kollegsfahne und zusammen mit zehn Heimatpfarrern der Schüler, Patres aus Roggenburg und einer Ministrantenschar, an den Altar trat. Auf der Fahne erinnerte die mit Goldfäden eingestickte Jahreszahl „1923“ daran, dass vor 95 Jahren mit der Grundsteinlegung des ersten Schulgebäudes das segensreiche Wirken der Schulbrüder in Illertissen begonnen hatte. Die musikalische Gestaltung übernahmen Chor und Orchester unter Leitung von Peter Hupfer mit der „Missa Festiva“ von John Leawitt und weiteren hochkarätigen Stücken.

Aus der europäischen Zentrale des Schulbrüderordens in Wien war der Provinzial, Bruder Paul Kaiser, gekommen. In seiner Predigt blendete der Generalabt fünfzig Jahre zurück, als gleichzeitig mit den damaligen Studentenunruhen im Raum Heidelberg eine neue christliche Gemeinschaft gegründet wurde, die „offensives und aktives christliches Zusammenleben“ demonstrierte. Von diesem Geist getragen solle auch das Leben junger Christen heute sein, so der Generalabt.

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Das Stifterfest solle dazu auffordern, als „junge offensive Christen“ zu leben. Die Schulzeit biete beste Gelegenheit, die von Gott gegebenen Talente an sich zu entdecken und diese zu entwickeln. Der Heilige Johannes von La Salle, der auch als Schutzpatron der Lehrer gilt, habe dazu Wegweisendes geleistet. Der Ordensstifter der Schulbrüder hatte nämlich schon im 17. Jahrhundert das Schulwesen grundlegend reformiert, indem er den Einzelunterricht in lateinischer Sprache abschaffte, der nur Privilegierten zugutekam. Stattdessen hatte er den Klassenunterricht in der Muttersprache auch für sozial Schwache eingeführt.

Generalabt Handgrätinger erinnerte an den Festgottesdienst, den er vor einem Jahr mit der 400 Personen starken Wallfahrergruppe des Kollegs am Papstaltar im römischen Petersdom gefeiert hatte. Zudem verwies er auf das darüber glänzende Fenster mit dem Bild des Heiligen Geistes. Dessen Gnadengaben gelte es, im Gebet für alle Lehrenden und Lernenden zu erbitten.

Nach dem Gottesdienst war noch Gelegenheit für freundschaftliche Begegnungen bei einem Empfang.

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