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Illertissen

05.05.2020

Gottesdienste: Welche Vorkehrungen die Gläubigen erwarten

Auch die Kirche St. Michael in Vöhringen blieb in der Anfangsphase der Corona-Pandemie leer. Jetzt dürfen Gläubige hier wieder Gottesdienst feiern – allerdings unter allerlei Auflagen.
Bild: Ursula Katharina Balken

Plus Für die Gottesdienste in Illertissen und Umgebung gibt es strenge Auflagen. Pfarrer erklären, wie sie damit zurechtkommen – und was es nun zu beachten gibt.

Nicht nur für die Friseure, auch für die Gläubigen war der 4. Mai ein wichtiger Stichtag: Seitdem ist es religiösen Gemeinschaften wieder gestattet, sich zur Feier ihrer Gottesdienste zu treffen. Doch es gibt strenge Hygiene-Auflagen, die von Ort zu Ort unterschiedliche Umsetzungen erfordern.

Die Zeit der durch Corona bedingten Livestream-Gottesdienste ist vorbei

In jedem Fall sind Mund-Nase-Masken und ein eigenes Gesangbuch mitzubringen, zwei Meter Abstand zum Nachbarn zu wahren und bis zum 21. Mai auf den Empfang der Kommunion zu verzichten, heißt es aus dem Bistum Augsburg. Zum Beispiel genehmige die Diözese nur in den zwei größten Kirchen einer Pfarreiengemeinschaft Altenstadt Gottesdienstfeiern, informiert Pfarrer Thomas Kleinle. Dabei seien alle froh, endlich wieder starten zu können, weiß sein Amtsbruder Thomas Brom aus Babenhausen. „Ich kann es kaum erwarten, wieder loszulegen“, betont er im Telefongespräch mit unserer Redaktion.

Auch für Pfarrer Andreas Specker aus Illertissen sind die Zeiten der Livestream-Gottesdienste, bei denen er neulich als Predigtort sein Wohnzimmer wählte und die Aufnahme dann einblendete, vorbei. Auch dass Gottesdienste wieder an Werktagen zu den üblichen Zeiten stattfinden, sei erfreulich, findet der Vöhringer Pfarrer Martin Straub. „Das alles wird uns weiterbringen in der Verehrung Gottes und uns Segen bringen.“ Die Gottesdienste in seiner Pfarreiengemeinschaft werden ausgeweitet in der Hoffnung, dass es für alle Gläubigen reicht.

Gottesdienste: Welche Vorkehrungen die Gläubigen erwarten
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Corona bleibt: In den Gottesdiensten herrscht keine Normalität

Doch die Rückkehr in die Kirchen bedeutet alles andere als ein Wiederherstellen der Normalität. Gewohnheiten werden durch Kreativität und Rücksichtnahmen ersetzt, wie der Blick in einige umliegende Pfarreiengemeinschaften verrät.

In der Pfarreiengemeinschaft St. Martin in Illertissen beschränken sich die Gottesdienste auf die Stadtpfarrkirche sowie Mariä Himmelfahrt in Au. Für den Besuch ist jeweils eine Anmeldung im Pfarrbüro notwendig, am besten telefonisch. Die Daten werden wegen der Nachvollziehbarkeit eventueller Ansteckungen aufbewahrt. Es gibt Einlasskontrollen, nur angemeldete Personen, etwa 50 Besucher, können pro Messfeier teilnehmen. Ordner helfen dabei mit, weshalb sich Freiwillige gerne in Pfarrbüro melden können. Für alle, die nicht zum Zug kommen, steht Sonntagvormittag ein Video der Samstagabendmesse in Illertissen zum Anschauen auf Youtube bereit, verspricht Pfarrer Specker. Werktagsmessen werden zunächst nur in St. Martin und Mariä Himmelfahrt gefeiert, ohne Anmeldung.

Bei Sonntagsgottesdiensten ist eine telefonische Anmeldung erforderlich

Die Kirche Zum Guten Hirten in Altenstadt ist die größte der gleichnamigen Pfarreiengemeinschaft. Zusätzlich wird zwischen Osterberg und Kellmünz abgewechselt. Bei Sonntagsgottesdiensten ist die telefonische Anmeldung erforderlich: In Altenstadt im Pfarrbüro unter 08337/900530, in Kelllmünz bei Konstanze Funke 08337/1641 und in Osterberg bei Waltraud Bauer unter 08333/8874. Kleinle informiert, dass die Plätze wie im Konzertsaal nummeriert werden, weil somit die unterschiedlich langen Kirchenbänke teils für ganze Familien reserviert werden können, die enger zusammensitzen dürfen.

Auch in der Pfarreiengemeinschaft St. Andreas in Babenhausen ist die Kirche im Fuggermarkt die größte, sodass zusätzlich zwischen Kettershausen und Winterrieden abgewechselt wird. Pfarrer Brom hofft auf Absprachen untereinander: In Babenhausen ist Platz für 80 Besucher, in Kettershausen für 45 und in Winterrieden für 36 Gläubige.

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Bild: Michael Barthel

Nicht überall können die Gottesdienste wieder starten

In Illertissen wird noch ein oder zwei Wochen gewartet und in Vöhringen ist fürs Erste ein Gottesdienst auf Einladung geplant, mangels Plätzen wegen der Abstandsregeln.

Pfarrer Martin Straub von der Pfarreiengemeinschaft Vöhringen hat mit einem Team ein ausgeklügeltes Konzept ausgearbeitet, das die Schutzmaßnahmen im Hygienebereich genau so berücksichtigt wie die Einhaltung der vorgeschriebenen Abstandsflächen, auch die Personenzahl für die Messen ist begrenzt. Das Schutzkonzept sieht das Tragen einer Gesichtsmaßnahme vor. Nase und Mund müssen bedeckt sein. Der Abstand zwischen zwei Personen muss zwei Meter betragen. Dazu sagt Pfarrer Straub, „die Maske kann zum Kommunionempfang abgenommen werden, während der Priester, der das Sakrament den Gläubigen reicht, die Gesichtsbedeckung trägt.“

Die Platzzahlen sind beschränkt, gegebenfalls müssen Gläubige auf andere Messen ausweichen

Der Gang zum Kommunionempfang wird durch Markierungen auf dem Kirchenboden geregelt. In der Pfarrkirche St. Michael Vöhringen stehen 96 Plätze zur Verfügung, in der Kirche in Bellenberg sind es 66 Plätze, im Illerberger Gotteshaus sind es 40 Plätze und in der Ulrichskirche in Illerzell sind 20 Plätze ausgewiesen. Die Plätze sind markiert. „Ich möchte die Gottesdienste ohne Anmeldung oder Ticketausgabe feiern“, betont der Geistliche. Sollte die Platzzahl in einer Messe nicht ausreichend sein, können die Gläubigen auf andere Gottesdienste ausweichen, bittet Straub, gegebenenfalls können auch weitere Heilige Messen angeboten werden. Die angegebenen Teilnehmerzahlen dürfen nicht überschritten werden. Darauf verweist Straub ausdrücklich. Damit diese Regelung auch eingehalten wird, wird ein Ordnungsdienst darauf achten.

Auch die Kirche wurde während der Corona-Pandemie kreativ. Hier lesen Sie über die alternativen Aktionen zu Gottesdiensten:

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