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Landkreis

19.02.2015

Grippewelle: Der Landkreis liegt flach

Die Grippefälle im Landkreis nehmen drastisch zu. Wer sich angesteckt hat, sollte die Erkrankung gründlich zu Hause auskurieren, um andere Personen nicht anzustecken.
Bild: dpa

Krankenhäuser stoßen an die Grenzen ihrer Kapazität, Patienten liegen auf den Gängen. Auch in die Reihen des Klinikpersonals schlägt die Influenza-Epidemie eine Schneise

Das bestätigt Martin Küfer, Geschäftsbereichsleiter des öffentlichen Gesundheitsdienstes für den Landkreis. Wurden im gesamten Januar 19 Fälle gemeldet, sind es im Februar bereits jetzt mit 38 Grippeerkrankten doppelt so viele. Die Zahlen klingen unspektakulär, denn dem Gesundheitsdienst werden nur Grippefälle gemeldet, bei denen der Virus per Abstrich im Labor festgestellt wurde. Eine grundsätzliche Meldepflicht besteht nicht. „Man muss sich das wie einen Eisberg vorstellen. Die Zahlen, die wir haben, sind nur die Spitze“, erklärt Küfer. Jeden Grippepatienten zu erfassen wäre „uferlos“. Denn die Dunkelziffer der Erkranken im Landkreis liegt laut Küfer deutlich höher.

In der Donauklinik Neu-Ulm werden pro Woche etwa 20 schwere Grippefälle aufgenommen, wie Dieter Müller, Chefarzt der Inneren Medizin mitteilt. Viele Grippepatienten, die Vorerkrankungen oder ein schwaches Immunsystem haben, entwickeln zudem andere, noch gefährlichere Krankheiten und landen dann etwa mit Lungenentzündung oder Bronchitis im Hospital.

Grippewelle dezimiert auch das Klinikpersonal

„Vergangene Woche hatten wir 50 solcher Patienten mit Folgeerkrankung. Mitunter haben wir an einem Tag 25 Fälle aufgenommen“, sagt Müller. Das bringe die Krankenhäuser im Landkreis an die Grenzen ihrer Kapazität. „Wenn bei uns alle Zimmer voll sind, müssen die Patienten zum Teil auf die Gänge“, erzählt Müller. Zudem dezimiere die Grippe auch das Personal.

Auch an der Illertalklinik in Illertissen steht man vor Herausforderungen. „Die Klinik ist sehr voll. Wir müssen schon schauen, wie wir über die Runden kommen“, sagt Michael Glück, Chefarzt der Inneren Medizin. Der Großteil der Patienten leide an Infekten der oberen Luftwege. Glück rechnet fest mit einem weiteren Anstieg an Grippepatienten: „Die Grippewelle wird größer werden.“

Nicht nur die Krankenhäuser haben derzeit alle Hände voll zu tun, auch in Apotheken macht sich der Anstieg an Grippefällen bemerkbar. „Gerade ist es sehr extrem“, sagt Franziska Utzinger, Sprecherin der Apotheker im Landkreis. Allerdings seien die meisten Kunden nicht an Grippe, sondern am grippalen Infekt, also einer schweren Erkältung, erkrankt. „Ein echter Grippepatient kommt schon fast nicht mehr in die Apotheke“, erklärt sie. Denn dem gehe es so schlecht, dass er lieber zu Hause bleibe. Martin Küfer vom Landratsamt empfiehlt jedem, sich gegen Grippe impfen zu lassen. Besonders wichtig sei das beispielsweise für Asthmatiker oder ältere Menschen. Eine hundertprozentige Garantie gibt es allerdings nicht. Auch mit Impfung kann man an Grippe erkranken. „Das liegt daran, dass der Virus sich leicht verändert hat, nachdem der Impfstoff schon hergestellt worden ist“, erklärt Küfer.

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