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Tiefenbach

04.12.2020

Großbrand: Weitere Familie steht vor einer ungewissen Zukunft

Durch die Hitze des Brandes zerbarsten die Scheiben der Nebeneingangstür. Der eindringende Rauch machte das Haus unbewohnbar.
Bild: Andreas Brücken

Plus Nach dem verheerenden Feuer in der Tiefenbacher Wohnsiedlung „Im Höhlet“ ist auch das benachbarte Haus unbewohnbar. So geht es der Familie die dort lebte.

An der frischen Hausfassade ist liebevoll Weihnachtsschmuck angebracht und hinter den Sprossenfenstern könnte man gemütliche Adventsstimmung vermuten. Doch ist derzeit das Betreten des Hauses in der ehemaligen Kleingarten- und Wohnsiedlung „Im Höhlet“ unmöglich. Die Wände sind rußgeschwärzt und beißender Geruch von verbrannten Kunststoffen liegt in der Luft: Am vergangenen Wochenende wütete auf dem benachbarten Anwesen ein verheerender Brand. Auch das angrenzende Haus wurde dabei schwer beschädigt. Wir haben mit der Familie gesprochen, die dort bisher gelebt hat.

Rund 100 Feuerwehrleute rückten an, während Anwohner mit einem Gartenschlauch erste Löschversuche unternahmen. Auch ein Carport auf dem Nachbargrundstück wurde dabei vollkommen zerstört, während die Hitze die Glaseinsätze der angrenzenden Nebeneingangstür zerbersten ließ. Die gesamte Ostfassade des nahe gelegenen Hauses wurde von den Rettungskräften aufgerissen, um verborgene Glutnester zu löschen. Wie hoch der Schaden hier tatsächlich ist, kann der Bewohner, der namentlich nicht genannt werden will, aktuell nicht beziffern. Fachleute prüfen derzeit, ob kosmetische Reparaturen ausreichen oder das Haus zurückgebaut werden muss. Ohnehin seien Handwerker derzeit rar und schwer beschäftigt, sagt der Hausbesitzer und ringt um Fassung: „Wir hatten Glück im Unglück, weil die Feuerwehr so schnell da war.“ Nur zwei Minuten später wäre das Haus nicht mehr zu retten gewesen, fügt der Hausbesitzer hinzu.

Brand in Tiefenbach: Familie hat ihr neues Haus erst vor zwei Jahren bezogen

Erst vor etwa zwei Jahren haben die Geschädigten ihr neues Heim bezogen. „Wir haben viel Herzblut in das Haus gesteckt und auf eine ökologische Bauweise geachtet“, erklärt der Hausbesitzer und ergänzt, dass im bevorstehenden Frühjahr mit dem neuen Garten die Baustelle endlich abgeschlossen gewesen wäre. „Dann hätten wir uns gefreut, alle Arbeiten erledigt zu haben.“

Doch statt Glück im Eigenheim sind die Bewohner jetzt auf der Suche nach einer neuen vorübergehenden Bleibe. Derzeit sind die Bewohner in einem Hotelzimmer untergebracht. Schwierig sei die Situation für die berufstätigen Opfer nicht zuletzt deshalb, weil ein Hotelzimmer nicht für ein Homeoffice eingerichtet sei. An das bevorstehende Weihnachtsfest, das nicht im geliebten Eigenheim stattfinden wird, wollen die Geschädigten derzeit noch nicht denken. „Es bringt nichts, zu jammern – stattdessen müssen wir nach vorne schauen und alles dafür tun, wieder in unser Haus einziehen zu können.“ Zermürbend ist derweil die Ungewissheit für die Geschädigten. „Wir wissen nicht, ob wir nach sechs Wochen oder nach mehreren Monaten wieder nach Hause dürfen.“

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