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Illertissen

11.11.2017

Große Pläne für die Bücherei

In der Stadtbücherei gibt es für kleine Leser jede Menge zu entdecken. Vitali Ulrich kommt regelmäßig mit Sohn Danny in die Bibliothek. Gemeinsam stöbern sie durch die Regale.
Bild: Franziska Wolfinger

Die Leiterin der Illertisser Einrichtung, Karin Steck, hat einiges geplant, um die Bibliothek attraktiver zu machen. Wie eine weitere Teilzeitkraft dabei helfen soll.

Eine Bibliothek ist nicht mehr nur ein Ort, an dem sich Menschen Büchern besorgen. Karin Steck leitet die Stadtbücherei in Illertissen. Ihrer Meinung nach habe sich einiges getan. Eine Bücherei solle heute auch ein Haus der Begegnung sein. Es müsse auch außerhalb der Ausleihe Angebote geben.

Dafür wünscht sie sich Unterstützung. Sie ist die einzige fest angestellte Arbeitskraft in der Bücherei – und das auch nur halbtags. Für den Büchereibetrieb reiche das gerade noch, sagt Steck. Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem neue Medien zu bestellen und zu katalogisieren sowie die Pflege des Bestands. Steck hat deshalb bei der Stadt die Einstellung einer weiteren Teilzeitkraft beantragt. Was sie mit deren Hilfe in Zukunft anbieten will, stellte die Bibliotheksleiterin den Stadträten im Kulturausschuss vor.

So soll in Zukunft verstärkt mit Schulen und Kindergärten zusammengearbeitet werden. Vorschulkinder können einen sogenannten Bibliotheks-Führerschein machen, sagt Steck. Die Kinder lernen dabei die Bücherei kennen. „Sie wissen dann, wo sie was finden und was sie ausleihen können“, erklärt sie. Für diejenigen, die noch nicht lesen können, gibt es Spiele. Wer schon ein paar Buchstaben kennt, wird vielleicht bei den Leselernbüchern für Erst- und Zweitklässler fündig.

Bald will Steck auch Bücher in leichter Sprache anbieten. Dabei handelt es sich um Texte für Erwachsene, die so umformuliert wurden, dass sie keine langen Schachtelsätze oder komplizierte Fremdwörter mehr enthalten. Die Idee kam von einer Mitarbeiterin des Dominikus-Ringeisen-Werks, die auch die entsprechenden Bücher bestellen will. Über diese Einrichtung könne ein Zuschuss für die Bücher geltend gemacht werden, sagt Steck, die daran denkt, Sonderöffnungszeiten für die Bewohner des Dominikus-Ringeisen-Werks anzubieten. Die Bücher in leichter Sprache stünden aber für jeden zur Verfügung, sagt die Bibliothekarin. Sie würden sich auch gut eignen für Asylbewerber oder Senioren, die an beginnender Demenz leiden.

Genauso will Steck die Menschen in den Illertisser Ortsteilen mit Büchern versorgen. Dazu will sie einen sogenannten Bücher-Bus einrichten. Die Büchereileiterin plant, den Kofferraum ihres Wagens mit Bücherkisten vollzupacken und damit in die einzelnen Orte zu fahren. So sollen auch Menschen, die nicht mehr so mobil sind, Lesestoff bekommen. Um Ideen wie diese umsetzen zu können, brauche sie in der Bücherei aber eine weitere Angestellte, sagt Steck. Außerdem könne nur mit einer weiteren festangestellten Kraft der normale Betrieb weiterlaufen, wenn sie krank oder im Urlaub sei, betonte Steck. Auch die E-Book-Ausleihe wolle sie bald einführen. Es soll also zusätzlich zu den gedruckten auch elektronische Bücher geben. Denn das gehöre zu einer zeitgemäßen Bibliothek dazu.

Die grundsätzliche Zustimmung dazu gab es von den Räten im Kulturausschuss. Darin, dass man Bildung und damit auch die Bücherei der Stadt fördern müsse, waren sich alle Fraktionen einig. Unklar ist noch, welches Anstellungsverhältnis für den neuen Beschäftigten infrage kommt. Eine Stelle auf Minijob-Basis sei ausreichend, so die Meinung einiger Räte, wie etwa Andreas Lanwehr (Freie Wähler) oder die stellvertretende Bürgermeisterin Gabriele Weikmann-Kristen. Bevor jedoch diesbezüglich eine Entscheidung gefällt wird, soll Büchereileiterin Steck dem Ausschuss ein genaues Kostenkonzept vorlegen.

Auch die Mitgliedsbeiträge für die Bibliothek wurden in dem Ausschuss angesprochen. Seit der Euroeinführung seien die Beiträge nicht mehr angepasst worden, sagte Steck auf Nachfrage. Helmut Unglert schlug vor, diese zu erhöhen und die neue Stelle zum Teil davon zu finanzieren.

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