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Neu-Ulm

26.10.2017

Großrazzia im Morgengrauen: Polizei beschlagnahmt Waffen und Drogen

Bei einer groß angelegten Razzia hat die Polizei im Landkreis Neu-Ulm und darüber hinaus Drogen und sogar Waffen beschlagnahmt.
Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

Die Polizei durchsuchte die Wohnungen von 32 Jugendlichen, größtenteils zwischen 14 und 18 Jahre alt. Was sie fanden: Drogen, Wurfsterne und gefährliche Messer.

Es war eine groß angelegte Aktion, die sich weit über Neu-Ulm und den Landkreis hinaus erstreckte: In den frühen Mittwochmorgenstunden durchsuchte die Polizei Wohnungen und Häuser in Neu-Ulm, Elchingen, Senden, Pfaffenhofen, Vöhringen, Illertissen, Altenstadt, Ulm, Kaufbeuren, Friedberg, Staig und München. Im Fokus standen diese Anwesen, weil dort Jugendliche wohnten, die nach Polizeiangaben in Neu-Ulm im Bereich der Caponniere, unweit des Bahnhofs, Drogen gekauft hatten.

Jugendlicher hatte Butterflymesser zu Hause

Bei den Durchsuchungen wurden bei mehreren der 32 Jugendlichen, größtenteils im Alter zwischen 14 und 18 Jahren, geringe Mengen an Betäubungsmittel und dazugehörige Utensilien gefunden. Bei einem 15-Jährigen und einem 17-Jährigen aus Neu-Ulm stellte die Polizei jeweils eine fremde EC-Karte sicher. Ein Jugendlicher aus Senden muss zudem mit einer Anzeige nach dem Waffengesetz rechnen: Er hatte Wurfsterne, Nunchakus genannte Schlagwaffen und ein Butterflymesser zu Hause.

Gegen einen 15-Jährigen aus Ulm wird ebenfalls wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz ermittelt. Bei ihm fand die Polizei einen Schlagring. Einsatzleiter Erster Polizeihauptkommissar Rainer Finkel zeigt sich mit dem Einsatz zufrieden: "Wir dulden keinen Drogenhandel im öffentlichen Raum und wir werden auch weiterhin offensiv dagegen vorgehen."

In den Fokus der Ermittler waren die Jugendlichen durch ihre Drogendealer gerückt: Nachdem der Polizei bereits im Frühjahr dieses Jahres aufgefallen war, dass sich bei der Neu-Ulmer Caponniere ein Brennpunkt im Drogenmilieu entwickelte, führten sie dort verstärkt Kontrollen durch. Dabei stießen sie auf einen 15-jährigen, polizeibekannter, syrischen Jugendlichen, der umfangreiche Angaben zum Verkauf von Betäubungsmitteln an besagter Caponniere in Neu-Ulm machte. So nannte er der Polizei eine Vielzahl seiner Kunden – und gab den entscheidenden Hinweis auf seinen Händler. Zeitgleich konnte der "Geschäftspartner" des 15-Jährigen ermittelt werden. Auch dieser – ein deutscher, 16-jähriger Jugendlicher – entschied sich, ein Geständnis abzulegen: Er nannte 25 seiner Kunden – und ebenfalls den Händler.

Drogenhändler sollen Asylbewerber sein

Aufgrund dieser beiden umfangreichen Aussagen konnte die Polizei schließlich zwei Asylbewerber aus Neu-Ulm, 18 und 19 Jahre alt, als die hauptverantwortlichen Händler ermitteln. Die syrischen und afghanischen Staatsangehörigen verkauften der Polizei zufolge vorwiegend Haschisch. Gegen sie wurde Haftbefehl erlassen.

Der 19-jährige griff bei seiner Festnahme Ende August zu einer bereitgelegten gespannten Waffe, die sich im Nachhinein als Schreckschusspistole herausstellte. In seinem Zimmer konnten erhebliche Mengen Haschisch, Kokain, Ecstasy Tabletten und LSD-Trips sichergestellt werden. AZ

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