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Babenhausen

17.06.2019

Günztal-Nachtmarsch: Bei Mondschein wandert es sich anders

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2 Bilder
23 Frauen und Männer im Alter von 30 bis 62 Jahren sind beim dritten Günztal-Nachtmarsch gestartet.
Bild: Claudia Bader

Zum dritten Mal hat der Günztal-Nachtmarsch stattgefunden. Was die Teilnehmer daran so fasziniert.

Ein warmer Sommerabend in Babenhausen, bei einbrechender Dunkelheit sitzen im Biergarten vor dem Badekiosk „Seeblick“ noch zahlreiche Gäste. Während einige den Tag gemütlich ausklingen lassen, befindet sich eine 20-köpfige Gruppe in Aufbruch-Stimmung. Ihnen stehen eine sportliche Herausforderung und zugleich ein Erlebnis bevor, dem sie in freudiger Erwartung und teils ein wenig aufgeregt entgegensehen. Um Punkt 22 Uhr starten die Frauen und Männer den dritten Günztal-Nachtmarsch.

„40 Kilometer durch das schöne Günztal“: Das versprach der Flyer, mit dem die Organisatoren vorab für die Aktion geworben haben. Dabei kann man doch nachts gar nicht viel von dieser Schönheit sehen, dachte sich wohl mancher. Ganz im Gegenteil, schwärmen Teilnehmer, die bereits ein- oder zweimal dabei waren. Man nehme die nächtlichen Eindrücke wie den Geruch von frisch gemähtem Gras oder Blumen mit allen Sinnen auf. Wenn man dem Sonnenaufgang entgegenlaufe und die ersten Vögel zwitschern höre, dann sei das ein erhebendes Gefühl.

Entstanden ist die Idee, als die leidenschaftliche Läuferin Beate Schimanski und ihr Mann Karl vor einigen Jahren bei einer Nachtwanderung um den Starnberger See mitgemacht haben. Obwohl sie damals nicht viel von der idyllischen Landschaft sahen, schwärmen sie heute noch von der Erfahrung. So kam den beiden der Gedanke, das Erlebnis in heimischer Umgebung zu wiederholen. Gemeinsam mit ihrer Freundin Irene Thalhofer organisierte Beate Schimanski 2017 den ersten nächtlichen Günztal-Lauf. Per Fahrrad hatten sie rund um Babenhausen eine 40 Kilometer lange Strecke abgefahren, abgemessen und markiert. Problemlos konnten sie Freunde, Bekannte und Hobby-Läufer für die Aktion gewinnen, sodass 18 Teilnehmer starteten.

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Bei einbrechender Dunkelheit geht es los

Zur dritten Auflage haben sich 23 Frauen und Männer im Alter von 30 bis 62 Jahren eingefunden. Acht davon beteiligen sich zum ersten Mal. „Ich tue das nicht nur für meine Fitness, sondern weil man während des Laufens gute Gespräche mit den anderen führen kann“, sagt Max Fischer. Margot Groer fühlt sich fit und für die Herausforderung gewappnet, nachdem sie erst vor wenigen Tagen 300 Kilometer auf dem Franziskusweg in Italien zurückgelegt hat. Susanne Fischer, die vor Kurzem im Theater am Espach über ihre dreiwöchige Tour auf dem Michaelsweg referiert hat, empfindet den Nacht-Marsch als neue Erfahrung. Als jüngster Teilnehmer entschied sich der 30-jährige Matthias Hofmann erst wenige Stunden vorher spontan dazu, mitzulaufen. Auch ein Bad Wörishofer ist extra angereist und zum zweiten Mal dabei. „Es ist einfach ein tolles Erlebnis“, schwärmt er.

23 Frauen und Männer im Alter von 30 bis 62 Jahren sind beim dritten Günztal-Nachtmarsch gestartet.
Bild: Claudia Bader

Bei einbrechender Dunkelheit machen sich die Läufer zügig auf den Weg. Er führt sie über Egg nach Frickenhausen, über Dietershofen und Stolzenhofen ins Haseltal. Weiter geht es von Greimeltshofen nach Herretshofen zur Fischzucht Schattel und über Olgishofen nach Kettershausen. Während einer kurzen und einer längeren Pause stärken sich die Läufer mit Essen und Trinken vom Versorgungsteam. Als sie am Kettershauser Sportplatz die letzte Etappe angehen, bietet ein Regenbogen ein wunderbares Naturschauspiel. „Als wir unter ihm liefen, empfanden wir die einmalige Stimmung, die uns motiviert hat, auch noch die letzten fünf Kilometer durchzuhalten“, wird Beate Schimanski danach erzählen.

Müde, aber zufrieden kehrt die Gruppe zurück

Als die Gruppe gegen 6.30 Uhr an den Startpunkt zurückkehrt, wird sie von einer kleinen Musikkapelle und Freunden begrüßt. „Es war eine wunderbare Sommernacht!“, schwärmen die Läufer. Dank des Neumonds sei es nicht so dunkel gewesen. „Und aufgrund der milden Temperaturen haben wir nicht mal Jacken benötigt“, berichtet Schimanski. 21 der 23 Teilnehmer hätten durchgehalten. Lediglich eine Frau sei wegen einer Unebenheit mit dem Fuß umgeknickt. Ein anderer Teilnehmer habe frühzeitig aufgegeben, da er das falsche Schuhwerk trug. Ein weiterer musste wegen einer Blase am Fuß versorgt werden. Trotz Erschöpfung überwiegen bei den Läufern Freude und Stolz. Und sie fassen den Vorsatz, das Abenteuer im nächsten Jahr wiederholen zu wollen.

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