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Weißenhorn

25.01.2020

Hegelhofen soll größer werden

Nördlich von der bestehenden Bebauung an der Oberfeldstraße in Hegelhofen ist das Neubaugebiet geplant. Einfamilien- und Mehrfamilienhäuser sowie ein Mischgebiet mit zwei Baugrundstücken sollen dort entstehen. Der Weißenhorner Bauausschuss hat den Vorentwurf des Bebauungsplans „Unterfeld“ gebilligt.
Foto: Alexander Kaya

Plus Die Stadt plant ein Neubaugebiet, in dem einmal an die 200 Menschen leben könnten. Stadträte befürchten, dass das den Ort überfordern könnte.

Bei diesem Projekt rechnet der Bauausschuss mit viel Gegenwind aus der Bevölkerung, andererseits sieht sich das Gremium auch gezwungen, auf die derzeit hohe Nachfrage nach Wohnraum zu reagieren. So plant die Stadt Weißenhorn im Norden von Hegelhofen ein großes Neubaugebiet, in dem Einfamilien- und Mehrfamilienhäuser entstehen sollen. Auch ein kleines Mischgebiet ist vorgesehen, in dem sich aber nur Gewerbebetriebe ansiedeln dürfen, die das Wohnen nicht wesentlich stören, wie es in den Planungsunterlagen heißt.

Vier der fünf anwesenden CSU-Stadträte sprachen sich am Donnerstagabend in der Sitzung des Bauausschusses klar dagegen aus, das Projekt in der Dimension weiter zu verfolgen. Mit Blick auf einen ersten Entwurf, den die Stadtverwaltung vorlegte, rechnete der Fraktionsvorsitzende Franz-Josef Niebling hoch: Bei 21 Einfamilienhäusern und 44 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern würden bei durchschnittlicher Belegung mit drei Personen insgesamt 195 Menschen zu den bisherigen 417 Einwohnern in Hegelhofen hinzukommen. „Das ist ein Zuwachs um die Hälfte innerhalb von vier Jahren“, sagte er. Man dürfe den Ort nicht überfordern. Niebling plädierte dafür, das Vorhaben in zwei Schritten auszuführen. Zudem forderte er eine veränderte Planung, um das Ortsbild besser abzurunden.

Einheimische haben bei der Bauplatzvergabe Vorrang

SPD-Fraktionschef Herbert Richter erinnerte daran, dass die Stadträte schon Bedenken hatten, als die Stadt das Grundstück kaufte. Die Entwicklung weg vom Ortszentrum sei kritisch zu sehen, auch halte er es nicht für sinnvoll, das Mischgebiet zuzulassen, sagte Richter. „Ich denke, der Bebauungsplan wird uns noch intensiv beschäftigen in den nächsten Monaten“, ergänzte er im Hinblick auf die Auslegung der Unterlagen, die als nächster Schritt erfolgen würde.

Johannes Amann (WÜW) merkte an, dass im Ortsbereich leider keine Zwischenflächen zur Verfügung stünden. „Wir sind fast gezwungen, das zu nehmen“, sagte er. Der Druck sei groß, weiteren Wohnraum zu schaffen. Mit dem für Dezember anvisierten Start der Regio-S-Bahn (wir berichteten) rücke Weißenhorn schon in den „Vorstadtbereich“ von Stuttgart und Augsburg. Amanns Fraktionskollege Bernhard Jüstel fügte hinzu: „Die Hegelhofer wollen den Zuwachs auch, sonst hätten sie nicht die Flächen verkauft.“

Bürgermeister Wolfgang Fendt betonte ebenfalls die Notwendigkeit des Neubaugebiets. Einheimische, gab er zu bedenken, hätten dank des Punktesystems der Stadt bei der Bauplatzvergabe dort auch Vorrang. Den Bürgern werde das Vorhaben auch noch ausführlicher erläutert und bevor der Bebauungsplan unterschrieben werde, könnten noch viele Änderungen eingearbeitet werden.

Die Grundschule Nord würde vom Zuwachs profitieren

Ein weiteres Argument, das aus Sicht von Fendt für das große Neubaugebiet spricht, stieß bei Michael Schrodi (CSU) auf Unverständnis: „Wir brauchen einen gewissen Zuwachs an Kindern, um die Grundschule Nord zu erhalten“, sagte der Bürgermeister. Zugunsten der Grundschule Nord könne man doch kein Baugebiet erstellen, das wegen seiner Größe einen so kleinen Ort überfordere, entgegnete Schrodi. Überhaupt habe nur das Kultusministerium eine zweite Grundschule gewollt, die damaligen Stadträte nicht. Wenn die beantragte Sprengeländerung nicht funktioniere, dann müsse man sich eben überlegen, ob beide Grundschulen zusammengelegt werden, führte Schrodi weiter aus. Und er betonte, dass es durchaus alternative Flächen in Hegelhofen gebe, die Stadt habe jedoch mit anderen Grundstückseigentümern gar nicht verhandelt.

CSU-Fraktionschef Niebling schlug vor, zunächst die Hegelhofer zu fragen, bevor die Stadt weiteres Geld für die Ausarbeitung des Bebauungsplans ausgibt. Bei der Bürgerversammlung im Juli 2019 sei den Bewohnern die Dimension des Vorhabens nicht bewusst gewesen, sagte Niebling. Dennoch billigte eine Mehrheit des Gremiums mit 10:4 Stimmen schließlich den Vorentwurf des Bebauungsplans „Unterfeld“. Kornelia Raschke war als Einzige aus der CSU dafür.

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