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Babenhausen

12.05.2018

Heimat in Harmonien

Inka Kuchler (links) und Irene Schindele haben im Theater am Espach mit ihren harmonisch aufeinander abgestimmten Stimmen überzeugt.
Bild: Schatz

Die Vivid Curls singen und spielen im Theater am Espach – und erzählen manche Anekdote.

An ihren ersten Auftritt im Ausland erinnern sich die Vivid Curls genau: an das Waldfest im Schweizer Nirgendwo, das Spanferkel über dem Feuer und die Gruppe Rocker in Lederjacken, die vor der Bühne stand. In diesem Moment sei der Traum vom Durchbruch in die Ferne gerückt, erinnern sich die Popsängerinnen – bis die Kerle Feuerzeuge zückten und ihre Arme schwangen. Anekdoten wie diese erzählen Irene Schindele und Inka Kuchler zwischen ihren Liedern und unterhalten damit ihre Zuhörer im Theater am Espach bestens. Rund zwei Stunden lang singen, spielen und erzählen die Frauen mit den braunen Locken, ihrem Markenzeichen, in Babenhausen.

Kurz dauert es, bis das Konzert beginnen kann. Die Mundharmonika liegt nicht am vorgesehenen Platz, der Mikrofonständer rutscht nach unten. „Wir sollten wohl eher Kabarett machen“, kommentiert Schindele die Situation – und macht damit gleich zu Beginn klar: Die Frauen geben sich bodenständig, machen kein großes Trara auf der Bühne. In der Pause plaudern sie mit Zuschauern, beantworten Fragen wie „Seid ihr Schwestern?“ (Antwort: Nein) und „Wie lange macht ihr schon zusammen Musik?“ (Antwort: seit 16 Jahren).

Und diesen Eindruck verstärken die Lieder, die sich vor allem in den Genres Pop, Folk und Rock bewegen: Es geht um Heimat, das Ganz-bei-sich-Sein, um Verbundenheit zu den Mitmenschen. Einem Lied, das der verstorbenen Großmutter gewidmet ist, lauscht das Publikum andächtig. In „Weil mir oifach danoch isch“ finden sich einige der Zuhörer wieder, wie allgemeines Schmunzeln verrät. So verwundert es nicht, dass einmal eine Frau die Sängerinnen nach einem Konzert umarmt habe mit den Worten: „Ihr habt mein Lied geschrieben.“

Dabei wollen die Vivid Curls gar nicht so sehr ihre Texte sprechen lassen. Da einige Lieder in Allgäuer Mundart geschrieben sind, sei es manchen auch gar nicht möglich, Wort für Wort zu verstehen. Auch ein französisches und mehrere englische Lieder finden sich im Programm. Vielmehr sollen Töne, Rhythmen, Harmonien die Botschaften vermitteln. „Lehnt euch zurück und lasst die Musik sprechen“, so der Appell. In ihrer Tour „Eine Welt“ wollen die Singer/Songwriterinnen den Fokus auf ein Thema setzen: „Den Glauben, das es in unseren Händen liegt, wie unsere Welt wird.“ Auch vor schwierigen Themen wie Glaubenskriege schrecken die beiden nicht zurück. Schade, dass ein ausführlich angekündigtes Lied mit Klavierbegleitung ohne diese vorgetragen wird.

Musikalische Vorbilder seien Alanis Morissette, Hubert von Goißern und Herbert Grönemeyer, sagt das 2002 gegründete Duo. Mit seinen starken Stimmen und harmonischem Zusammenklang geht es aber seinen ganz eigenen Weg.

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