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Vöhringen

25.06.2020

Herzsport: Endlich wieder aktiv sein für die Gesundheit

In den vergangenen Wochen herrschte ungewohnte Stille rund um den Sportpark. Der Shutdown ließ keinerlei Aktivitäten zu.
Bild: Ursula Katharina Balken

Plus Auch die Herzsportgruppe des SC Vöhringen musste wegen Corona pausieren. Nun finden die wichtigen Übungseinheiten wieder statt. Welche Konsequenzen die Krise für den Verein noch hat.

Drei Monate waren die Schotten dicht. Auch die wöchentlich stattfindenden Trainingsstunden der Herzsportabteilung des Vöhringer Sportclubs (SCV) mussten wegen der Corona-Krise ausgesetzt werden. So sehr die Leiterin der Gruppe, Renate Koßbiehl, die Notwendigkeit des Shutdowns sieht, so sehr bedauert sie die Zwangspause, die eingelegt werden musste.

Herzsport muss regelmäßig durchgeführt werden

Denn gerade im Herzsport ist Routine von Bedeutung: „Wichtig ist ja die Nachhaltigkeit der Übungen, die regelmäßig stattfinden sollten. Das gilt für den rehabilitativen wie für den präventiven Bereich“, so Koßbiehl. Seit Juni sind endlich wieder gemeinschaftlichen Übungen möglich.

Das Bayerische Innenministerium hatte Ende Mai Lockerungen angekündigt. So gilt besonders für Sportvereine ein Rahmenhygienekonzept. Nur wenn dies strikt eingehalten wird, können die Übungen wieder beginnen. Bei Indoor-Sportarten, zu denen auch Herzsportgruppen zählen, sollte das Bewegungsumfeld fünf Quadratmeter pro Person betragen. Die Gruppenstärke liegt bei 20 Teilnehmern. Zusätzlich muss bei Übungsstunden für Menschen mit Herzbeschwerden immer ein Arzt anwesend sein, so Koßbiehl. Sie kann sich als Übungsleiterin glücklich schätzen, dass sie seit Jahren diese Voraussetzung für die Trainingsstunden erfüllen kann. Bisher hat sie immer Ärzte gefunden, die sich in ihrer Freizeit für die Herzsportgruppe einbringen.

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Vorsicht ist nach wie vor geboten

Doch es gibt immer noch Einschränkungen, heißt es vonseiten der Landesarbeitsgemeinschaft für kardiologische Prävention und Rehabilitation in Bayern (Herz-LAG Bayern). So steht in den Schreiben, die den Vereinen mit Herzsportgruppen zugeleitet wurden, „Vorsicht ist nach wie vor geboten, denn nur so können die Herzsportgruppen geöffnet bleiben.“ Mund- und Nasenschutz zu tragen, ist während der Übungseinheiten nicht notwendig, wohl aber beim Betreten und Verlassen der Anlage. Das gilt auch für Besuche der Sanitäreinrichtungen. Die Vöhringer Gruppe besteht seit 27 Jahren und hat rund 75 Mitglieder, die aktiv dabei sind. Selbstverständlich sind diese speziellen Übungsgruppen in einem Verein zwar nicht, aber mittlerweile offerieren die größeren Vereine im Landkreis dieses Angebot, das laut Übungsleiterin Koßbiehl gut angenommen wird. Die Übungsleiter durchlaufen eine spezielle Ausbildung, die alle zwei Jahre aufgefrischt werden muss.

Aufatmen können auch die übrigen Mitglieder des Sportclubs Vöhringen, der mit über 3000 Mitgliedern der größte Verein im Landkreis ist. Vorsitzender Christoph Koßbiehl teilt mit, dass der Sportbetrieb unter gewissen Voraussetzungen vom 8. Juni wieder möglich ist, allerdings auch unter Einhaltung der Hygienevorschriften. In der Herzsportgruppe können Übungen von bis zu fünf Personen durchgeführt werden, wenn der Mindest-Abstand 1,50 Meter beträgt. Umkleidekabinen dürfen nicht benutzt werden, Staus vor den Sanitäranlagen müssen vermieden werden.

Neue Geräte, die niemand benutzt

Aber es gibt auch finanzielle Herausforderungen für den SCV. Als Beispiel führt Vorsitzender Koßbiehl das SCV-Gesundheitscenter an. Dafür wurden neue Geräte bestellt – an Corona dachte damals noch niemand. Nun sind die Geräte da, doch niemand kann sie nutzen. So gibt es auch keine Einnahmen.

Ein anderer Punkt ist der Status des Vereins. Für einige Mitarbeiter ist der SC Vöhringen Unternehmer. Und wie andernorts auch, war Kurzarbeit angesagt. „Da gab es schon manchmal schlaflose Nächte“, sagt Koßbiehl.

Und dann rückt ein Thema in den Fokus, das den Verein schon lange beschäftigt, wenngleich es auch noch keine Lösung dafür gibt. Wird auf Dauer eine ehrenamtliche Führung des Vereins möglich bleiben? Die Arbeit für den Vorstand ist immens. Also stellt sich für Koßbiehl die Frage nach einem hauptamtlichen Geschäftsführer. Es fehlt in der Stadt gewiss nicht am guten Willen, sich ehrenamtlich einzubringen. Bis jetzt ging es jahrzehntelang mit ehrenamtlichen Kräften. Aber wie lange ist dieser Ist-Zustand noch tragbar? Wenn die Corona-Krise überwunden ist, dürfte dies eine der drängenden Fragen sein, die den Vorstand beschäftigen wird. Daran lässt Koßbiehl keinen Zweifel.

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