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29.04.2015

Hilfe für sozial benachteiligte Kinder

Jugendhilfeausschuss befürwortet Stelle für Sozialarbeit

Unter der Voraussetzung, dass die staatliche Förderung gewährt wird, soll die Arbeit am Sonderpädagogischen Förderzentrum Mindelheim ab dem Schuljahr 2016/17 durch Jugendsozialarbeit unterstützt werden. Bei seiner jüngsten Sitzung in der Jugendbildungsstätte Babenhausen hat der Jugendhilfeausschuss die Einrichtung einer halben Vollzeitstelle von „Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS)“ einstimmig befürwortet. Dem Kreistag wurde empfohlen, die dafür notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen.

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen mit fehlendem oder wenig ausgeprägtem sozialem Verhalten wird immer größer, erläuterte Jugendamtsleiter Otto Gaschler. Zielgruppe der JaS seien sozial benachteiligte junge Menschen, denen es an notwendiger Unterstützung durch die Familie mangle oder die durch ihr Verhalten auffallen, informierte der Fachdienstleiter für Jugendsozialarbeit an Schulen, Martin Modi-Kekeisen. Die Arbeit von JaS verglich er mit einer Ambulanz, die die einzelnen Fälle an Einrichtungen und Dienste der Jugendarbeit weiterleite. Hauptaufgaben von JaS seien Einzelfallhilfen, Krisenintervention, sozialpädagogische Gruppenarbeit, Elternarbeit sowie die Kooperation mit anderen Stellen. Was manchmal ganz harmlos mit Konfliktlösung beginne, könne viel mehr Probleme ans Tageslicht bringen, erläuterte der JaS-Fachdienstleiter mit Fallbeispielen.

Es sei wirklich an der Zeit, dass es am Förderzentrum Mindelheim, einer relativ kleinen Förderschule mit rund 140 Schülerinnen und Schülern, Schulsozialarbeit gebe, die in enger Zusammenarbeit mit den Lehrkräften erfolge, erklärte Schulleiter Günter Kamleiter. Nachdem viele lernschwache Kinder im Rahmen der Inklusion nun Regelschulen besuchen, habe sich die Klientel am Förderzentrum verändert. Deren pädagogisches Konzept wurde vorwiegend auf Mädchen und Buben aus schwierigen Elternhäusern, aber auch autistische Kinder mit ADHS angepasst.

Trotz vielfältiger Eigenbemühungen und einem gezielten Schulkonzept verbleibe ein großer Bedarf an sozialpädagogischer Betreuung, Elternarbeit und präventiven Maßnahmen, insbesondere für Kinder und Jugendliche ab der 5. Klasse, so Kamleiter. 42 Prozent der Schüler am Mindelheimer Förderzentrum würden auch nachmittags betreut, sagte er. Mit Schulsozialarbeit könne man künftig auch Eltern, die ihre Verantwortung nicht wahrnehmen würden, mit ins Boot nehmen. (clb)

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