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29.09.2016

Hilfe gegen das Leid auf Lesbos

Ein Bild aus der Nacht, als im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos die Zelte in Flammen standen. Im Vordergrund ein Mitarbeiter der Organisation, die Helferkreise aus dem Kreis Neu-Ulm nun mit Lebensmittel-Lieferungen unterstützen wollen.
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Ein Bild aus der Nacht, als im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos die Zelte in Flammen standen. Im Vordergrund ein Mitarbeiter der Organisation, die Helferkreise aus dem Kreis Neu-Ulm nun mit Lebensmittel-Lieferungen unterstützen wollen.
Foto: Remar

Asyl-Helferkreise und Mitstreiter im Kreis Neu-Ulm starten gemeinsame Aktion, um die Tausende Flüchtlinge in den Lagern der griechischen Insel mit Lebensmitteln zu versorgen

Sylvia Rohrhirsch aus Bellenberg hat schon genügend Leid gesehen. Sie hat Erdbebenopfer medizinisch versorgt, vom Hungertod bedrohten Menschen geholfen und sie ist beteiligt am Bau einer Schule für Arme und Waisenkinder in Kenia. Doch die Verhältnisse im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos haben für sie nochmals eine neue Dimension erreicht. „Schrecklich. Ich habe schon viel gesehen, aber da schämst Du dich für Europa“, entrüstet sich die gelernte Krankenschwester, nachdem sie vom Besuch auf Lesbos zurückgekehrt ist.

Das Lager Moria ist vom Militär geführt. Mit den Flüchtlingen werde mitunter rüde umgegangen. Eingeschlossen von hohen Mauern, Stacheldraht und Wachtürmen stehe Zelt an Zelt für offiziell 3500 Flüchtlinge. Tatsächlich lebten dort über 5000 Menschen in schlechtesten sanitären Verhältnissen. Für Essen müssten sie mehrere Stunden anstehen, Trinkwasser gebe es außer zu den Mahlzeiten nicht, schildert Sylvia Rohrhirsch die Eindrücke ihres Besuches. Wenige Tage später ging das Lager in Flammen auf. Derzeit kehren die Menschen nach und nach in das Lager zurück und die Verhältnisse hätten sich nochmals verschlechtert.

Das hat die Bellenbergerin von einem Kontaktmann der Hilfsorganisation Remar erfahren, die demnächst Unterstützung von engagierten Bürgern und Organisationen aus dem Landkreis Neu-Ulm erhalten soll. Remar besorgt das Catering für die Flüchtlinge in Moria und einem weiteren Camp namens Katagoria.

Dringend benötigte Lebensmittel sollen nun auch im Landkreis Neu-Ulm beschafft und mit Lastwagen auf die Insel Lesbos transportiert werden. Das haben sich heimische Asyl-Helferkreise, Hilfsorganisationen und andere Einrichtungen vorgenommen. Um vor Ort zu erkunden, ob eine derartige Hilfsaktion Sinn mache, waren Sylvia Rohrhirsch und Martina Magel aus Illertissen vor einigen Wochen auf die griechische Insel geflogen. Nachdem sie das Elend der Flüchtlinge geschildert hatten, fiel den Helferkreisen der Entschluss offenbar nicht schwer: „Jawohl, es macht Sinn“, lautete das Fazit.

Jetzt wird ab sofort gesammelt – Lebensmittel. Aber besser noch seien Geldspenden, mit denen die Helferkreise Nahrungsmittel in großen Gebinden kaufen können. Sylvia Rohrhirsch erklärt warum: „Wer für 5000 Leute kocht, dem reicht die Zeit nicht, um Tausende kleiner Packungen aufzureißen. Deshalb haben die Helferkreise zwar eine Liste dringend benötigter Lebensmittel zusammengestellt und nehmen die Sachspenden auch entgegen (siehe Info). „Lieber wäre uns aber Geld“, wiederholt Rohrhirsch.

Ein Spendenkonto ist inzwischen eingerichtet. 18 Organisationen und Sponsoren stehen für die Hilfsaktion unter dem Stichwort „Lesboshilfe“. Sechs Sammelstellen für Sachspenden gibt es. Abgabetermine sind Freitag, 14.Oktober, von 14 bis 18 Uhr, sowie am Samstag, 15. Oktober, von 9 bis 13 Uhr. Eine E-Mail-Adresse und Telefonnummern für weitere Auskünfte werden auch angeboten. Ziel ist, die Aktion am 24. Oktober, abzuschließen. Denn die Lebensmittel sollen baldmöglichst auf die Reise geschickt werden.

„Wir wollen ein Zeichen setzen, dass es nicht nur einen Sinn ergibt, hierzulande den Flüchtlingen zu helfen, sondern auch an Orten, an denen sie Hilfe ganz dringend benötigen“, beschreibt Sylvia Rohrhirsch die ersten Überlegungen für die Hilfsaktion im April. Ursprünglich war geplant, die gesammelten Lebensmittel in das Lager Idomeni zu schicken. Doch das Camp ist zwischen zeitlich aufgelöst worden. Danach entschieden sich die Helfer für Moria und Katagoria.

Die Organisation Humedica stellte den Kontakt zum Caterer Remar her. Diese Organisation hat ihren Sitz in der Schweiz. Die Situation auf Lesbos ist explosiv. Die Inselbevölkerung protestiert. Es gibt Gewalt. Auch Helfer von Remar seien angegriffen und verletzt worden.

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