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Illertissen

14.12.2017

Hoch hinaus in Illertissen

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Früher war es nur ein Hobby für eingefleischte Bergsportler, heute ist es ein Trend für jedermann: Klettern und Bouldern. Auch in Illertissen soll eine Anlage dafür entstehen.
Bild: Hendrik Schmidt, dpa (Symbolfoto)

Die Sektion des Alpenvereins hat vor, einen Treffpunkt mit Boulderhalle und Kletterturm zu errichten. Der Bauausschuss hat den Plänen zugestimmt – und sieht viel Potenzial.

Schon im nächsten Jahr könnten sich Klettermaxe in Illertissen von Griff zu Griff hangeln. Denn geht die Planung der örtlichen Sektion des Deutschen Alpenvereins (DAV) auf, soll ab Herbst nahe der Friedhofstraße ein rund 16 Meter hoher Kletterturm stehen – dort, wo einst Minigolf gespielt wurde. Der Illertisser Bauausschuss hat den Entwürfen geschlossen zugestimmt. „Ich kanns kaum erwarten“, sagte Stadtrat Andreas Fleischer (SPD).

Die DAV-Sektion hat vor, im ersten Schritt den Freiluft-Kletterturm, im zweiten ein Vereinsgebäude mit Boulderhalle zu errichten. Bouldern ist das Klettern in Absprunghöhe, ohne Gurt und Seil. Die konkreten Pläne wurden nun dem Bauausschuss präsentiert: Auf den Grafiken zu sehen sind ein Gebäude mit Flachdach und Holzoptik, ein Sitzbereich im Freien sowie der Turm mit kleinem Dach und allerlei Ecken und Winkel. Auch Stellpätze für Autos sind berücksichtigt. „Damit ist die Parksituation geklärt“, sagte Gerhard Steinle, Sachbearbeiter der Stadtverwaltung. Zudem ist eine Gastronomie vorgesehen. Diese soll aber nur intern genutzt werden, so der Verein, um nicht mit dem benachbarten Schützenheim in Konkurrenz zu treten. Die Anlieger werden regelmäßig über den Stand der Planung informiert – bislang habe es keine Einwände gegeben.

Der Komplex soll auf einem Grundstück der Stadt Illertissen errichtet werden. Die Verwaltung will dem Verein das Flurstück per Erbrechtsvertrag überlassen. „Solche Verträge werden auf mindestens 50 Jahre, manchmal 100 Jahre angelegt“, erklärt Steinle auf Nachfrage. „Das ist dann mehr als eine Pacht, aber weniger als ein Kauf.“ Die Stadt bleibt also weiter Eigentümer, der DAV wird eine Art Miete bezahlen. Die besagte Fläche eigne sich gut, vor allem durch die Nähe zum Skatepark.

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Die Mitglieder des Bauausschusses lobten das Vorhaben. Bürgermeister Jürgen Eisen (CSU) sagte: „Das ist eine tolle Sache für die Freizeitgestaltung. Die Bürger müssen dann zum Klettern nicht mehr bis nach Neu-Ulm fahren.“ Eine solche Anlage könne die Attraktivität Illertissens enorm steigern – auch über die Region hinaus. Denn nicht nur die DAV-Mitglieder, sondern jeder Interessierte soll zum Klettern in die Vöhlinstadt kommen können. Dem stimmte Dritter Bürgermeister Wolfgang Ostermann (SPD) zu: „Das ist eine Win-Win-Situation.“

Das Projekt soll insgesamt rund 1,3 Millionen Euro kosten. Aktuell ist der Verein auf der Suche nach Sponsoren. „Das ist schon ein größeres Ding. Da werden einige Sponsoren nötig sein“, sagte Bürgermeister Eisen in der Sitzung. Stadtrat Ansgar Batzner (Freie Wähler) riet den anwesenden DAV-Mitgliedern, auch Schulen im Blick zu haben. „Es gibt eine Förderung für Schulsport. Ich kann mir vorstellen, dass auch Schulen das Angebot einmal nutzen könnten.“ Die Bergsportler antworteten, dass dies denkbar sei, sofern Lehrer eine entsprechende Fortbildung haben.

Wie Andreas Gamper vom Alpenverein auf Nachfrage unserer Zeitung sagte, werden neben Sponsoren wahrscheinlich auch andere Vereine und der Bayerische Sportverband den DAV unterstützen. Gamper, der eine Holzbaufirma führt, hat die Pläne für das Projekt erstellt und wird auch die Leitung übernehmen – ehrenamtlich. „Gerade befinden wir uns in der Angebotsphase“, sagte er. Zunächst gelte die Aufmerksamkeit dem „elementaren“ Teil des Komplexes: dem Kletterturm. Der Verein stehe bereits mit einem Hersteller in Kontakt.

Losgehen können die Bauarbeiten allerdings erst, wenn das Landratsamt den Antrag genehmigt hat. „Wir würden gern im Frühjahr anfangen“, sagte Gamper. Die Vereinsmitglieder wollen ihm zufolge vieles in ehrenamtlicher Arbeit leisten. Manches überlasse der Verein aber Fachleuten. Auch Gamper habe viele positive Stimmen zu dem geplanten Projekt gehört. „Ich bin viel unter Kletterern unterwegs. Die freuen sich alle.“ Auch Jugendliche, die bislang nichts mit Klettern am Hut haben, wollten die Trendsportart einmal ausprobieren.

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