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Illertissen

02.12.2016

Hochschulschloss etabliert sich

Seit sieben Jahren wird das Vöhlinschloss von den drei Hochschulen Augsburg, Kempten und Neu-Ulm genutzt.
Bild: Archivfoto: M. Schuster

Seit sieben Jahren wird im Illertisser Vöhlinschloss gelehrt und gelernt. Geschäftsleiter Werner Martin zieht eine Zwischenbilanz.

Umbauten, neue Konzepte, immer mehr Veranstaltungen – in den vergangenen sieben Jahren hat sich im Illertisser Vöhlinschloss viel getan. Am Donnerstag stellte der Geschäftsleiter des Hochschulschlosses, Werner Martin, den Mitgliedern des Kulturausschusses einen Zwischenbericht über die Entwicklung auf dem Schlossberg vor.

Richtig los ging es im Herbst 2010, kontinuierlich wuchs die Anzahl der Veranstaltungen pro Halbjahr auf mittlerweile 181 an. Von Strategie-Workshops für Arbeitnehmer über Blockseminare für Studierende bis zu Kunstausstellungen für jedermann; die Palette ist laut Martin bunt gemischt.

Ging es anfangs noch darum, das Schloss als Veranstaltungsort zu etablieren und „die Hütte vollzumachen“, kritisierten manche Professoren mittlerweile, dass es immer schwieriger werde, noch Räume zu bekommen. „Aber diese Beschwerden nimmt man gerne entgegen“, sagte Martin. Dass das Schloss zu 90 Prozent von den beteiligten Hochschulen Neu-Ulm, Augsburg und Kempten benutzt werde und daher nicht kostendeckend arbeiten könne, ließ Martin nicht als Kritik gelten. „Dann müsste man ein Spielcasino draus machen, keine Bildungseinrichtung“, entgegnete er Stadtrat Ansgar Batzner. Die Gemeinnützigkeit des Schlosses stehe im Vordergrund, nicht die Gewinnmaximierung.

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Inwiefern die Illertisser Bürger von dieser Gemeinnützigkeit profitierten, war dann auch gleich die Anschlussfrage von Stadträtin Amalie Speiser. Kunstausstellungen und regelmäßige Konzerte bildeten das Kulturprogramm, zusätzlich hätten auch Illertisser die Möglichkeit, sich für Studiengänge einzuschreiben. Der berufsbegleitende Bachelorstudiengang „Management für Gesundheits- und Pflegeberufe“ finde beispielsweise überwiegend in Illertissen statt. In den letzten Semestern haben sich laut dem Hochschulschloss-Geschäftsführer Martin jeweils um die 20 Studenten dafür eingeschrieben. Einziger Nachteil: Die von der Hochschule Neu-Ulm angebotene Weiterbildung kostet über 1000 Euro pro Semester an Studiengebühren. Geht es nach Martin, soll aber eine neue Reihe „Illertisser Schlossgespräche“ – Diskussionsrunden mit Experten zu ausgewählten Themen – auch wieder öffentlich werden.

Für Martin die Krönung: ein Café im Schloss. Davon würden nicht nur die Studenten, Museumsbesucher und Touristen profitieren, sondern es würden auch mehr Illertisser in der Freizeit zum Schloss kommen. Eine Idee, die auch Bürgermeister Jürgen Eisen gefällt. Er betonte aber auch, dass man „kleine Schritte“ machen müsse.

Kleine Schritte macht derzeit auch noch der Start-up-Raum, der extra für Studenten eingerichtet wurde, um sie in den Anfängen einer Geschäftsgründung zu unterstützen. Drei Arbeitsplätze können sie für ein Jahr umsonst dort nutzen, allerdings nur, wenn sie die Kriterien erfüllen. „Sie müssen Studenten sein und für ihre Geschäftsidee staatlich gefördert werden“, erklärt Martin. Trotz einiger Anfragen habe es bisher noch nicht geklappt, den Raum einem Start-up zu überlassen, weil nie beide Bedingungen erfüllt gewesen seien. Dabei wäre der Raum im Schloss gerade für junge Unternehmer aus dem Raum Illertissen hilfreich. Martin hofft, dass er bald seinem eigentlichen Zweck dienen kann und das Hochschulschloss so um ein weiteres Projekt bereichert wird.

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