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Babenhausen

05.02.2019

Hoffen auf Zuschüsse für das Fuggerareal in Babenhausen

In Berlin ging es ums Fuggerschloss in Babenhausen.
Bild: Alexander Kaya

Vertreter des Marktes Babenhausen haben sich in Berlin mit Bundespolitikern getroffen. Es ging um die Zukunft des Schlosses, den Zehentstadel und um viel Geld.

Knackpunkt ist das Geld – und das bleibt wohl vorerst so: Vertreter des Marktes Babenhausen haben sich unlängst in Berlin mit Bundespolitikern getroffen, um über die Zukunft des Fuggerschlosses und des Zehentstadels zu sprechen. Wie berichtet, ist es nötig, die Gebäude zu sanieren. Und das kostet – mehr als das fürstliche Haus und die Marktgemeinde allein stemmen können. Sie versuchen daher seit längerer Zeit, Fördermittel von verschiedenen Seiten für ihre Pläne zu sichern.

Mit dem Ziel, Zuschüsse des Bundes zu erhalten, sind auch Bürgermeister Otto Göppel und sein Stellvertreter Dieter Miller in der vergangenen Woche in die Bundeshauptstadt gereist. Empfangen wurden sie dort von dem Bundestagsabgeordneten Georg Nüßlein (CSU) und von der Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags Claudia Roth (Grüne), die selbst im Fuggermarkt aufgewachsen ist. „Wir haben interessante Gespräche geführt“, sagt Miller auf Nachfrage unserer Redaktion. Über genaue Inhalte und Ergebnisse wolle er sich nicht äußern, solange der Marktrat nicht informiert sei. Jedoch verrät er: „Es gibt keine Zusage für bestimmte Beträge.“ Bürgermeister Göppel war am Dienstag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Bei der Zusammenkunft mit Nüßlein stand die Finanzierung von gleich zwei umfangreichen Sanierungs- und Umbauprojekten in Schwaben im Fokus. Einerseits ging es um das Fuggerareal, andererseits um das Kloster Wettenhausen im Nachbarlandkreis Günzburg. Neben den Babenhausern nahmen somit auch zwei Repräsentanten des Klosters teil, um für ihr Vorhaben zu werben. Außerdem waren zwei Vertreter von Monika Grütters (CDU) – Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien – zugegen. Alexander Graf Fugger wurde per Telefon zugeschaltet, war zu erfahren.

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Babenhausen: Das Schloss ist sanierungsbedürftig

Zum Hintergrund: Das Babenhauser Fuggerschloss ist seit Jahren sanierungsbedürftig, insbesondere das östliche Langschloss. Das hat ein sogenanntes Vorprojekt bestätigt, bei dem Experten das Areal untersucht und dadurch technische wie bauhistorische Erkenntnisse erlangt haben. „Allein für diesen Bereich müssen im Rahmen eines ersten Bauabschnitts etwa fünf Millionen Euro investiert werden“, heißt es in einer Pressemitteilung, die Nüßleins Büro nach dem Treffen versandte. Ziel sei es auch, so Graf Fugger im Herbst gegenüber unserer Redaktion, dass Räume im Schloss eine neue Nutzung erfahren.

Noch nicht einberechnet sind dabei die Kosten für die ebenfalls dringend notwendige Sanierung des Fuggerschen Zehentstadels, der zum Areal gehört. Es ist eine Überlegung, das historische Gebäude im Zuge dessen zu einem Veranstaltungs- und Kulturzentrum umzubauen – ein solches fehlt der Marktgemeinde momentan, wie Bürgermeister Göppel in einem Interview erläutert hatte. Doch dafür wären wohl noch einmal mehr als acht Millionen Euro fällig.

Bund: 350.000 Euro an Fördermitteln wurden bereits zugesagt

Für die Instandsetzung des Ostflügels und des Fuggerschen Hauptschlosses hat der Bund im vergangenen Jahr 350000 Euro an Fördermitteln zugesagt. „Das Projekt Zehentstadel konnte denkmalschutzförderrechtlich bislang nicht vom Bund berücksichtigt werden“, heißt es in der Pressemitteilung. Deshalb sei nun in Berlin erörtert worden, ob und unter welchen Bedingungen auch der Zehentstadel mit Denkmalschutzprogrammen des Bundes gefördert werden kann.

Dem Schloss hat das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege eine nationale Bedeutung zuerkannt. Dieser Status spielt bei etwaigen Zuschüssen eine Rolle: „Das ist das zentrale Kriterium, damit der Bund solche Baudenkmäler überhaupt fördern darf“, so Nüßlein. Durch das Gespräch hätten die Vertreter der Kulturstaatsministerin das Babenhauser Fuggerschloss, den Zehentstadel und auch das Kloster Wettenhausen nun immerhin „aktiv im Blick“, lässt der Bundespolitiker wissen. Ein Dialog solle folgen, „der dann hoffentlich hier und da einen entlastenden Geldfluss vonseiten des Bundes und anderer Stellen“ nach sich zieht.

Wie Miller berichtet, habe auch Claudia Roth signalisiert, dass sie das Vorhaben in ihrem Heimatort persönlich unterstützen will. „Sie hat uns freundlich empfangen und sich Zeit genommen“, so der Zweite Bürgermeister.

Auch wenn die Babenhauser ohne konkrete Ergebnisse ins Unterallgäu zurückgekehrt sind, so sagt Miller doch: „Wir sind schon noch guter Hoffnung.“

Welche Pläne es für das Fuggerschloss eigentlich gibt und was Otto Göppel und Alexander Graf Fugger dazu sagen, lesen Sie hier: Große Pläne für das Fuggerschloss in Babenhausen

Mehr zu den Fördermitteln finden Sie hier: Babenhausen erhält Zuschüsse für Fuggerschloss und Zehentstadel

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