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Illertissen

11.02.2015

Hoffen auf die Krankenhausreform

In der Illertisser Illertalklinik fand gestern ein Expertengespräch zwischen dem CSU-Bundestagsbgeordneten Georg Nüßlein , den Landräten Thortsen Freudenberger und Hubert Hafner und Krankenhausmanagern aus der Region statt.

Klinik-Praktiker und Kommunalpolitiker tragen in einem Expertengespräch ihre Sorgen und Nöte vor. Einig waren sie sich vor allem in einem Punkt.

Im Rahmen eines Expertengesprächs haben sich gestern in der Illertisser Illertalklinik Krankenhausmanager aus der Region und Lokalpolitiker wie die Landräte der Kreise Neu-Ulm und Günzburg, Thorsten Freudenberger und Hubert Hafner, mit dem CSU-Wahlkreisabgeordneten Georg Nüßlein über die „Krankenhausreform 2015“ der Bundesregierung ausgetauscht. Einig waren die Teilnehmer vor allem in einem Punkt: Eine qualitativ hochwertige und wohnortnahe medizinische Versorgung der Bürger ist oberstes Gebot, das allerdings auch finanzierbar sein muss.

Die Finanzierbarkeit ist mittlerweile zu einem eminenten Problem geworden, wie Landrat Freudenberger in einem Pressegespräch anklingen ließ. „Der ökonomische Druck nimmt immer weiter zu. Das schlägt sich in den Zahlen nieder.“ Ein wesentlicher Grund sei die zu niedrige Vergütung – sprich: das Geld, das ein Krankenhaus von der Krankenkasse für eine Behandlung erhält.

Michael Gaßner, Stiftungsdirektor der drei Kreiskliniken nannte als Beispiel die Notfallambulanz an der Weißenhorner Klinik, die gerade in der Faschingszeit stark frequentiert ist. Für jeden Notfallpatienten, der dort ambulant versorgt wird, muss die Klinikstiftung rund 100 Euro aus eigener Kasse bezahlen.

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Abgeordneter Nüßlein, der bei der Ausarbeitung eines Eckpunkte-Papiers zur Krankenhausreform für die Bundesregierung am Verhandlungstisch saß, stellte bei diesem Punkt Verbesserungen in Aussicht in Form von höheren Vergütungen und sogenannten Sicherstellungszuschlägen. „Da muss etwas getan werden.“

In dem Eckpunkte-Papier sind unter anderem auch „Qualitätssicherungsrichtlinien“ festgehalten, die vorsehen, Kliniken „mit außerordentlich guter Qualität“ mit finanziellen Zuschlägen zu belohnen, jene mit „besonders schlechter Qualität“ mit Abschlägen bei der Vergütung abzustrafen. Landrat Freudenberger sagte, dass wohl niemand etwas gegen Qualität in der medizinischen Versorgung haben könne – unklar sei aber noch, wie die Krankenhäuser diesem Thema gerecht werden könnten.

Eine Klage gaben die Klinik-Praktiker am Tisch Nüßlein mit auf den Heimweg: der ausufernde Dokumentationsaufwand. Laut Nüßlein gebe es Überlegungen, diesen Aufwand einzudämmen, indem nur das dokumentiert werde, „was nicht läuft“.

In seinem Wahlkreis, der die Kreise Neu-Ulm und Günzburg beinhaltet, sei man in Sachen Krankenhäusern gut aufgestellt. Diese Struktur gelte es zu erhalten, so der Abgeordnete. Die in Neu-Ulm vor circa zehn Jahren vorgenommene Krankenhausreform zeige, dass „die Hausaufgaben gemacht worden sind“.

Die Krankenhauslandschaft im Kreis Neu-Ulm könnte als „Blaupause“ für Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen hergenommen werden.

Damit der Landkreis bei der medizinischen Versorgung weiterhin „gut aufgstellt“ bleibt, wird sich der Kreistag laut Thorsten Freudenberger in nicht allzu ferner Zeit über die Zukunft der drei Kreiskliniken machen. Zehn Jahre nach der Umstrukturierung müsse man schauen, was gut und was schlecht laufe und, wo nötig, nachbessern.

An Nüßlein gewandt, sagte der Landrat: „Wir schauen mit Argusaugen nach Berlin.“

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