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Landkreis

26.05.2016

Hund tötet Reh: Herrchen legt Kadaver vor Haus ab

Wieder ist ein Reh gewildert worden - mutmaßich von einem Hund.
Bild: Anja Bartsch

 Wieder wildert ein Tier im Wald. Der Jagdaufseher von Reutti sucht nach Hinweisen – und hat einen Verdacht

  Tote Rehe mit Bisswunden: Aktuell häufen sich im Landkreis Neu-Ulm die Fälle von Wilderei durch frei laufende Hunde. Nachdem in der vergangenen Woche, wie berichtet, zwei trächtige Rehe bei Niederhausen und Senden gerissen wurden, ist am Dienstagmorgen ein weiteres Tier bei Reutti tot aufgefunden worden. Ein Unbekannter habe den Kadaver bei einem Aussiedlerhof abgelegt, teilte Peter Müller, der vom Landratsamt bestellte Jagdaufseher für das dortige Revier, mit. Er geht davon aus, dass ein großer Hund das Wildtier zur Strecke brachte: Das einjährige weibliche Reh wies Bisswunden am Hals, an den Vorder- und Hinterläufen sowie an den Seiten auf, teils fehlten handflächengroße Haarteile. Vom Verursacher gebe es keine Spur – doch Müller hat einen Verdacht.

So hat er zuletzt in dem Revier einen Dobermann beobachtet, der zwischen Wiedemannwald und Reuttier Straße frei herumlief. „Er rannte im Schweinsgalopp eine Wiese rauf und runter“, schildert der Waidmann. Ob das Tier mit der Wilderei in Zusammenhang steht, sei unklar. Allerdings treffe Müller in dem Wald regelmäßig schon morgens auf Hundehalter, deren Tiere wild durch den Wald liefen. „Das ist klar, wenn ein Hund die ganze Nacht drinnen war, hat er einen unheimlichen Bewegungsdrang.“ Nehme der Vierbeiner dann Witterung auf, komme der Jagdtrieb durch – und wenn Hunde nicht richtig erzogen seien, ließen sie sich durch Rufe nicht zurückhalten. So könnte sich auch die Wilderei bei Reutti zugetragen haben: Der Hundebesitzer habe das gerissene Reh dann wohl aus schlechtem Gewissen vor dem Haus des Jagdpächters zwischen Riedswirtshaus und Reutti gelegt. Dort wurde es gestern gegen 8.30 Uhr entdeckt. Der Vorfall selbst könnte sich am Montagabend ereignet haben, hieß es.

Jagdaufseher Müller appelliert an Hundehalter, in freier Wildbahn auf ihre Tiere zu achten: Aktuell bekommen Rehe Nachwuchs und sind deshalb leichte Beute. Werde eine Muttergeiß gerissen, verendeten die schutzlosen Kitze aus Nahrungsmangel qualvoll. Zwar gebe es außerorts keine Leinenpflicht, wer sein Tier aber unbeaufsichtigt frei laufen lasse, verstoße gegen das bayerische Jagdgesetz und müsse mit Geldbußen rechnen. Dies bestätigt das Landratsamt Neu-Ulm, das bei Wilderei durch Hunde je nach Schwere des Falls in der Regel Strafen zwischen 200 und 250 Euro verhängt. Das Höchstmaß liegt laut der Behörde bei 5000Euro.

Die Kreisgruppe Neu-Ulm im Bayerischen Jagdverband hat zuletzt zwei getötete Rehe registriert: Am Pfingstmontag töteten zwei frei laufende Hunde im Illerwald bei Senden eine hochträchtige Geiß, und am Mittwoch darauf fiel eine weitere bei Pfaffenhofen (zwischen Niederhausen und Marienfried) einem Angriff zum Opfer. 

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