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Geburtstag

02.12.2011

„Ich bin noch sehr lebensfroh“

Gerhard Leopold liebt Musik. Der aktive Sänger wir 70 Jahre alt.
Bild: Foto: hip

Der Tiefenbacher Gerhard Leopold wird morgen 70 Jahre alt. Rasten? Gibt es für ihn nicht

Illertissen-Tiefenbach Natürlich fragt sich Gerhard Leopold manchmal, wie hat er das all die Jahre unter einen Hut bringen können: Kommunal- und Kreispolitiker, Vereinsringvorsitzender und Chef des Iller-Roth-Günz-Sängerkreises, Familienvater. Dann gab es ja hier und da noch dieses und jenes zu organisieren – und als Prokurist bei Ruku musste er auch seinen Mann stehen. Eingeschränkt hat er seine Ehrenämter zumindest in einem Punkt: Er sitzt nicht mehr im Illertisser Stadtrat – doch sonst ist Gerhard Leopold immer noch reichlich aktiv und umtriebig. Dabei wird er am morgigen Samstag 70 Jahre alt.

Das erschreckt ihn nicht, im Gegenteil: „Ich bin dem Herrgott dankbar, dass ich den Siebziger so erleben kann.“ Um seine Gesundheit stand es schließlich schon mal deutlich schlechter. Seit neun Monaten ist der Vater dreier erwachsener Töchter „stolzer Opa“ einer Enkelin. „Es gibt nichts Schöneres, als in Kinderaugen zu blicken.“

Dennoch will er weiterhin geschäftig bleiben und sich nicht hinter den warmen Ofen zurückziehen. „Nichts ist schlimmer, als im Fernsehsessel zu sitzen“, findet Gerhard Leopold. Da geht er lieber auf eine Versammlung, ein Chorkonzert oder trifft sich mit seinen politischen Weggefährten von den Freien Wählern. Er möchte halt weiterhin die Dinge mitgestalten, in seinem Heimatort Tiefenbach genauso wie in der Region: „Ich will dabei sein, nicht spazieren gehen.“

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Gerade in seinem Dorf macht ihm das besonders viel Vergnügen, denn da gebe es ein sehr reges Vereinsleben: „Wenn’s gilt, sind alle dabei, auch die Jungen.“

Das mit dem „Einbringen“ hat bei Gerhard Leopold schon 1972 begonnen. Der Sohn eines Lebensmittelhändlers („Wir hatten zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel“) stieg damals in die Politik ein, denn durch die Gebietsreform drohte Illertissen den Kreissitz zu verlieren. Der junge Mann brachte sich zwar ein, aber zumindest in diesem Fall vergeblich. Gerhard Leopold blieb dabei, erst als Tiefenbacher Gemeinderat, nach der Eingemeindung des Ortes als Illertisser Stadtrat. Dabei wechselte er zuweilen die Lager. Lange Jahre sprach er für die CSU, später für die kurzlebige Abspaltung CSB, danach für die Freien Wähler, deren Aushängeschild er als Fraktionsvorsitzender im Kreistag ist. Was er alles in seinem politischen Leben angepackt und erreicht hat, würde an dieser Stelle sicherlich noch die eine oder andere Spalte füllen. Dabei hat er eines gelernt, wie er beteuert: Als die CSU in den 80er-Jahren im Illertisser Rathaus die absolute Mehrheit innehatte, da „sind wir schon ein bisschen übermütig geworden. Man muss aber auch zuhören können.“

Wie lange er selber noch aktiv bleiben will, bevor er nur noch „zuhört“? Ein paar Jahre möchte er noch in seinen diversen Ämtern arbeiten: „Schau’n mer mal.“ Er könne durchaus ins zweite Glied zurücktreten, aber nicht gleich: „Ich bin noch sehr lebensfroh.“

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