Newsticker
Gesundheitsminister Spahn: Corona-Infektionszahlen deuten erste Entspannung an
  1. Startseite
  2. Lokales (Illertissen)
  3. Idylle am Morgen: Den Oberrieder Weiher (fast) für sich allein

Serie: Sommer am See

06.08.2020

Idylle am Morgen: Den Oberrieder Weiher (fast) für sich allein

Ruhe in den Morgenstunden am Oberrieder Weiher: Im Rahmen unserer Aktion „Sommer am See“ haben wir den beliebten Badesee in Breitenthal besucht. Die Badegäste genießen die Idylle.
Bild: Rebekka Jakob

Plus Der Badesee in Breitenthal ist in den Sommermonaten ein beliebtes Ausflugsziel, morgens herrscht dort jedoch Ruhe. Wir haben mit den Frühschwimmern gesprochen.

Das Wasser ist ruhig und klar, ein einzelnes Paar Badelatschen liegt am Kiesstrand. In der Ferne zieht ein Schwimmer seine Runden. Der Oberrieder Weiher in Breitenthal ist einer der beliebtesten Badeseen in der Region. Neben Badegästen sind auch Angler, Surfer und Segler unterwegs, die Campingplätze sind um diese Jahreszeit gut gefüllt. Viele Besucher kennen den Trubel nachmittags und abends, die vollen Liegewiesen und die Schlange am Kiosk. Nur wenige Menschen sind früh am Tag unterwegs. Sie haben uns erzählt, was sie morgens an den See zieht.

Ein Ehepaar aus Bellenberg kommt schon seit 30 Jahren an den Oberrieder Weiher

Wie angekündigt, stellen wir am Donnerstagmorgen unsere Liegestühle der Illertisser Zeitung nahe der Badebucht auf. Die blauen Stühle bleiben nicht lange unbemerkt: Das Ehepaar Wagner entdeckt uns bei ihrem Morgenspaziergang. Die beiden Rentner aus Bellenberg campen im nahe gelegenen Surfclub. „Wir kommen schon seit 30 Jahren zum Windsurfen her“, sagt Ingrid Wagner. Mittlerweile surfen die beiden eher selten, auch Wind gebe es durch die starke Bewachsung am Ufer des Sees kaum noch. „Jetzt schippern wir nur noch so ein bisschen herum“, sagt Hans Wagner und lacht.

Jeden Morgen vor dem Frühstück drehen sie gemeinsam eine Runde um den Oberrieder Weiher, etwa zweieinhalb Kilometer, wie sie erzählen. Morgens sei die Stimmung am schönsten: „Es ist einfach traumhaft“, sagt Ingrid Wagner. Doch auch die Abendstimmung, wenn die untergehende Sonne den Wald in gelbes Licht taucht, genießen die beiden sehr: „Das ist jeden Tag ein Schauspiel.“

Nur ein einzelnes Paar Badelatschen liegt am Ufer.
Bild: Anna Katharina Schmid

Am Kiosk „Zur Sonnenterrasse“ bereitet sich Pächterin Claudia Jäger auf den Tag vor

Am Morgen ist es auch für Claudia Jäger entspannend. Die Waldstetterin mit den blonden Haaren ist die Pächterin des Kiosks „Zur Sonnenterrasse“ am Oberrieder Weiher. In dem kleinen Innenraum steht ein dampfender Topf mit Wasser auf dem Herd, daneben zwei Packungen Nudeln.

Morgens kann sie in Ruhe den Kiosk herrichten und für mittags kochen. Heute auf der Speisekarte: Schinkennudeln. Seit zehn Jahren arbeitet sie hier, zuvor war sie regelmäßig beim Baden am See – bis der Vorbesitzer erkrankte und ihr den Job im Kiosk anbot. Dafür gab Jäger ihren vorigen Beruf in der Pflege auf. Eine Gemeinsamkeit haben beide Berufe: „Viel Umgang mit Menschen, das mag ich sehr“, sagt Jäger. Zwei Gäste schlendern vorbei, bestellen einen Grapefruitsaft und ein Weizenbier. Die Nachfrage sei in den vergangenen Jahren stetig gestiegen, vor allem mit dem Ausbau des Günztal-Radweges, sagt Jäger. Die Besucher kämen aus der ganzen Region, von Memmingen bis Ulm.

Malerische Idylle am Oberrieder Weiher in Breitenthal.
Bild: Anna Katharina Schmid

Viele genießen die morgendliche Ruhe am Badesee

Durch die silbrigen Weiden streicht eine Brise, im schattigen Dickicht der Bäume und Büsche zwitschern die Vögel. Vereinzelt liegen Handtücher auf den Bänken – die einzigen Hinweise auf die frühen Schwimmer. Gerade kommt Karin Konrad an den See. Sie stellt ihre Tasche ab und wirft einen Blick über das ruhende Gewässer. Sie genießt den vielen Platz und die Ruhe am Morgen: „Das Halligalli am Nachmittag mag ich nicht.“ Die Wiesenbacherin kommt schon seit Jahren an den See und schwimmt etwa eine halbe Stunde. „So kann ich richtig auftanken“, sagt sie. Mit behutsamen Schritten watet Konrad ins kühle Wasser, dann schwimmt sie den abgetrennten Badebereich entlang.

Gerade zieht ein junger Mann auf einem Surfboard vorbei. Gleichmäßig taucht er sein langes Paddel in das Wasser. Langsam schlendern mehr Menschen die schattigen Wege entlang. Auch Nadine Zöllmann ist auf dem Weg ins Wasser. Der morgendliche Seebesuch ist Routine für die 18-Jährige aus Kettershausen. Sie arbeitet in einem Hotel, meist Spätschichten. Seit zwei Jahren etwa radelt sie jeden Morgen nach Oberried. „Das ist ein guter Start in den Tag – und macht glücklich“, sagt Zöllmann und lächelt. Am liebsten komme sie allein hier her. So könne sie die Ruhe genießen. „Meine Freundinnen wollen auch nicht so früh aufstehen“, sagt Zöllmann und lacht.

Das könnte Sie auch interessieren:

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren