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Illerrieden

14.11.2019

Ihr Foto schafft es in einen besonderen Kalender

Mit ihrem Foto von der Masleica-Brücke in Jasenice in Kroatien hat Margit Brugger aus Illerrieden einen Fotowettbewerb gewonnen. Bislang war es nur in ihrem privaten Fotobuch zu sehen, nun ziert es einen Europa-Kalender.
Bild: Felicitas Lachmayr

Die Kamera hat Margit Brugger aus Illerrieden immer dabei. Nun hat sie einen Wettbewerb gewonnen - ein Foto schafft es in einen besonderen Kalender.

Fast surreal wirkt das Bild, das Margit Brugger aus Illerrieden vor drei Jahren im Kroatienurlaub aufgenommen hat. Die rote Stahlbrücke sticht vor dem Hintergrund des türkisblauen Meeres hervor. Im Zickzack schlängelt sich dahinter eine alte Bergstraße den Hang hinauf. Als Brugger an der Brücke stand und den Auslöser drückte, ahnte sie nicht, dass ihr Foto ein echter Hingucker wird.

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Bislang war die Aufnahme nur in ihrem privaten Fotobuch zu sehen. Nun ziert es den Europa-Fotokalender des Ministeriums der Justiz und für Europa in Baden-Württemberg. Außerdem war es im Haus der Wirtschaft in Stuttgart ausgestellt. Aus rund 300 Bildern wurde Bruggers Foto ausgewählt, mit zwölf anderen landete es im Kalender.

„Ich habe lange überlegt, ob ich beim Fotowettbewerb mitmachen soll“, sagt Brugger. Ihr Mann habe sie schließlich überredet. Es war der erste Wettbewerb, an dem die 58-Jährige teilnahm – und gleich erfolgreich. Ihr Motiv: die Masleica-Brücke in Jasenice in Kroatien, eine strategisch wichtige Verkehrsverbindung zwischen Nord und Süd. Die rote Stahlbrücke wurde 2005 eröffnet – ein Nachbau. Die originale Brücke war im Kroatienkrieg Schauplatz heftiger Kämpfe und wurde 1991 zerstört.

Ihr Foto schafft es in einen besonderen Kalender

Hobbyfotografin aus Illerrieden: „Irgendein Motiv entdeckt man immer“

Das Motiv zusammen mit zwei weiteren Aufnahmen reichte Brugger zum Wettbewerb unter dem Motto Brücken ein. Gelernt hat sie das Fotografieren nicht. Alles, was sie weiß, hat sie sich selbst beigebracht, nachgelesen oder schlicht ausprobiert. Zum 50. Geburtstag bekam sie eine Digitalkamera geschenkt. Schnell wurde diese zum ständigen Begleiter. Schon zuvor hatte Brugger fotografiert, aber die Filme zu entwickeln war teuer und dauerte. Sie entwickelte teilweise noch auf Dias. „Da habe ich mit der Kamera nicht viel herumprobiert“, sagt Brugger. So blieb es bei den normalen Urlaubsfotos. Doch seit acht Jahren ist die Digitalkamera immer mit dabei – egal ob beim Spaziergang an der Iller oder beim Wanderausflug ins Allgäu.

„Irgendein Motiv entdeckt man immer“, sagt die Hobbyfotografin. Und wenn es Beeren am Baum oder eine nicht alltägliche Pflanze ist. „Leider fehlt mir oft die Zeit, mehr auszuprobieren“, sagt die 58-Jährige, die beim Beschussamt in Ulm arbeitet, Akkordeon spielt und im Schützenverein Wendelinus Wangen aktiv ist.

Brugger fotografiert gerne die Natur oder Landschaften. Aktuell versucht sie sich an Tierfotografie. „Aber die Tiere sind oft noch zu schnell für mich“, sagt sie mit einem Lachen. So bringt sie erst einmal Wasservögel vor ihre Linse. Die seien langsamer. Ihre schönsten Motive sammelt Brugger in gedruckten Fotobüchern. Die zu gestalten, kostet Zeit – aber die nimmt sie sich gerne. Denn in den Fotobüchern werden die Bilder später noch gesehen und verschwinden nicht in den Ordnern auf dem Computer, wie sie sagt. Den digitalen Speicher durchforstet Brugger nur, wenn sie nach bestimmten Bilddaten sucht und beispielsweise wissen will, mit welcher Belichtungszeit sie ein Bild aufgenommen hatte. „Man lernt nie aus“, sagt die Illerriederin.

Brugger beschäftigt sich auch mit dem Thema Bildbearbeitung

Sie beschäftigt sich auch mit dem Thema Bildbearbeitung. Aber eigentlich lautet ihr Motto: „Entweder das Bild wird etwas oder eben nicht.“ Ob ihr schon einmal eine Aufnahme gelungen ist, auf die sie besonders stolz ist? Die Reise durch Norwegen im vergangenen Jahr habe sie gefesselt. Am Nordkap entstand ein Foto. „Wenn mich etwas aufregt, denke ich an dieses Bild. Es holt mich runter“, sagt Brugger. Seit sie selbst fotografiert, betrachtet sie Fotos mit anderen Augen. Sie achtet nicht nur auf das Motiv, sondern überlegt, wie das Bild entstanden ist, mit welcher Einstellung, aus welcher Perspektive.

Bei der Preisverleihung zu dem Fotowettbewerb stand die Illerriederin in Stuttgart einmal selbst im Fokus. Den Gewinn – eine eintägige Fahrt nach Straßburg mit Besuch des Europäischen Parlaments – ließ sie sich nicht nehmen. Mit im Gepäck war selbstverständlich ihre Kamera.

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