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Memmingen

05.04.2018

Ikea-Pläne auf der Kippe: Wie geht es weiter?

Egal, ob Ikea nun nach Memmingen kommt oder nicht: Die Brücke über die A96 wird laut Oberbürgermeister Manfred Schilder auf jeden Fall neu gebaut und von vier auf sechs Spuren verbreitert. Auch auf die geplanten Baumaßnahmen an den Autobahnzufahrten habe das Ikea-Projekt keinen Einfluss.
Bild: Fritz Pavlon (Archivbild)

Was der Memminger Oberbürgermeister zur überraschenden Strategieänderung des Möbelriesen sagt. Und was diese für die Verkehrsprojekte an den Autobahnen bedeutet.

Die Nachricht sorgte deutschlandweit für Schlagzeilen: Ikea ändert seine Standortstrategie. Deswegen steht jetzt der geplante Neubau eines Einrichtungshauses neben dem Memminger Autobahnkreuz auf der Kippe. Was mit den Plänen geschehen wird, kann das Unternehmen heute noch nicht sagen. Indes geht Oberbürgermeister Manfred Schilder davon aus, „dass wir gemeinsam mit Ikea eine Lösung finden werden, von der auch die Stadt profitiert“.

Gleichzeitig will sich der Rathauschef nicht an Spekulationen darüber beteiligen, was der Möbelriese nun planen könnte. „Ich weiß schlicht und ergreifend nicht, was Ikea vorhat,“ sagt er und schickt hinterher: „Und ich glaube, Ikea weiß selbst noch nicht, wohin die Reise gehen wird.“ Deshalb heiße es jetzt erst einmal „abwarten“. Zudem verweist der Oberbürgermeister auf einen städtebaulichen Vertrag, den Memmingen mit dem Unternehmen geschlossen hat. Darin gebe es zwar Rücktrittsklauseln. Dennoch sei dieser für ihn „zunächst bindend“.

Dieser Vertrag regelt unter anderem den Ausbau der Europastraße und des Kreisverkehrs an der Buxheimer Straße. Ob der Kreisel auch ertüchtigt wird, wenn Ikea nicht kommt, ist laut Schilder offen. Dagegen werde die Europastraßen-Brücke über die A96 auf jeden Fall neu gebaut und von vier auf sechs Spuren verbreitert. Das Projekt finanzieren der Bund und die Stadt gemeinsam. Der entsprechende Vertrag ist hier ebenfalls schon unterzeichnet. Die Brücke soll voraussichtlich bis 2022/23 fertig sein. Der Brückenbau ist laut Schilder allein schon wegen der angestrebten Erweiterung des Gewerbegebiets Nord nötig. „Und somit völlig unabhängig von den Ikea-Plänen“, betont er. Gleiches gelte für die geplanten Baumaßnahmen an den Autobahnen. Wie berichtet, soll durch eine Verbreiterung der Einfädel- und Ausfädelspuren an der A7 und A96 die Staugefahr am Memminger Autobahnkreuz vermindert werden. „Das muss so oder so gemacht werden“, sagt Schilder: „Denn regelmäßige Staus haben wir schon ohne Ikea.“

Letztlich würde es der Oberbürgermeister „sehr schade“ finden, wenn sich die Ikea-Pläne zerschlagen würden. Denn zum einen sieht er darin eine große Chance für die Stadt – und zum anderen sei bereits viel Energie, Zeit und Mühe für das Projekt aufgewendet worden. Und zwar sowohl bei Ikea als auch bei der Stadtverwaltung und im Stadtrat. Gleichzeitig will er dem Möbel-Hersteller keinen Vorwurf machen. Schließlich sei es ein „normaler Prozess“, dass ein Unternehmen seine Strategie überdenkt, wenn es am Markt entsprechende Veränderungen gibt.

Neue Wege geht auch die Rinderbesamungs-Genossenschaft (RBG) Memmingen, die ihr bisheriges Gelände neben der Autobahn an Ikea verkauft hat und nun in Hitzenhofen neu baut. „Die Verträge mit Ikea sind abgeschlossen – und es gibt keine Rücktrittsmöglichkeiten für beide Seiten“, stellt RBG-Geschäftsführer Konrad Bischof auf Anfrage unserer Zeitung klar. Das Bauvorhaben in Hitzenhofen soll bis August 2019 abgeschlossen sein.

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