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Illertal

11.05.2013

Illegale Potenzpillen: Frau verurteilt

Tausende illegaler Potenzmittel wurden in einem Dettinger Ortsteil sichergestellt: Eine 34-jährige Mittäterin der Dealer-Bande wurde jetzt verurteilt.
Bild: arc/Zoll

Der Zoll hat an der Raststätte Illertal-West einen Umschlagplatz für die illegalen Medikamente ausgehoben. Eine Beteiligte wurde jetzt verurteilt.

Sie kommen millionenfach aus dubiosen Hinterhof-Produktionsstätten und sollen Männern auf die Sprünge helfen: Illegale Potenzpillen, deren Umsatz mittlerweile astronomische Summen ausmacht. Im Oktober vergangenen Jahres hatte die bayerische Zollfahndung in einem Dettinger Ortsteil nahe der Raststätte Illertal-West einen Umschlagplatz für die illegalen Medikamente ausgehoben.

Eine 34-jährige Verdächtige aus Rumänien wurde bei dieser Razzia vorläufig festgenommen. Diese Beschuldigte wurde von der Augsburger Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität angeklagt und verurteilt, wie Oberstaatsanwalt Matthias Nickolai unserer Zeitung auf Anfrage bestätigte. Das Amtsgericht Augsburg verhängte gegen die Frau einen Strafbefehl über ein Jahr Haft auf Bewährung. Da die Beschuldigte bereits sechs Monate in Untersuchungshaft gesessen hatte, wurde der Haftbefehl aufgehoben und sie durfte den Gerichtssaal auf freiem Fuß verlassen.

Komplizen der Dealer-Bande weiter auf der Flucht

Die Ermittlungen und die Aussagen der Frau haben laut Nickolai ergeben, dass die Rumänin nicht Haupttäterin, sondern nur Mitläuferin einer Dealer-Bande war. Zwei Komplizen der 34-Jährigen befinden sich weiter auf der Flucht und haben sich mutmaßlich nach Rumänien abgesetzt.

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Die Vertriebswege im illegalen Handel mit Medikamenten beziehungsweise Potenzmittel über das Internet bezeichnete der Oberstaatsanwalt als sehr verzweigt und äußerst komplex. Bei der Durchsuchungsaktion sind in einem unscheinbaren früheren Bauernhaus im Dettinger Ortsteil Buchau Hunderte von Blisterpackungen mit den charakteristischen Sexpillen sichergestellt worden. 17000 Postsendungen im Wert von je 100 Euro waren seit März im Illertal verpackt und an Abnehmer aus der ganzen Welt verschickt worden.

Die entdeckten Potenzpillen sind keine Originalprodukte bekannter Firmen, sondern illegale Plagiate, informiert Nickolai: „Es handelt sich um bedenkliche Arzneimittel“. Bei bisherigen chemischen Untersuchungen wurden zwar Wirkstoffe festgestellt, aber in völlig unterschiedlicher Zusammensetzung, so- dass Nebenwirkungen auch gefährlicher Art nicht ausgeschlossen werden können. Welche Gewinne mit den Potenzmitteln abgeschöpft werden, sei äußerst schwierig feststellbar, da die Herstellungskosten im Dunkeln liegen.

Produktion meist in dubiosen Hinterhof-Betrieben

Völlig unklar ist bisher, wo die Potenzpillen produziert wurden. Aber erst vor Kurzem hat ein Fernsehbericht dokumentiert, dass zahlreiche dieser und andere Medikamente, größtenteils Muskelpräparate unter hygienisch völlig unzureichenden Hinterhof-Betrieben produziert werden. Ebenso schwierig sei es, die Geldflüsse der international operierenden Ganoven aufzudecken, da Waren- und Geldtransfers in der Regel entkoppelt ablaufen.

So wurden bei der Razzia in Buchau zum Beispiel weder größere Bargeldmengen noch luxuriöse Fahrzeuge sichergestellt, die auf umfangreiche Einnahmen der Dealerbande am Umschlagsort schließen ließen.

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