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Illerkirchberg

13.07.2018

Illerkirchbergerin stellt Garderoben für die Handtasche her

Die Jung-Unternehmerin Daniela Baykal hat ihre Handtasche an einen Taschenbaum gehängt. Dieses kleine Möbelstück vermarkte sie an Privat- und Geschäftsleute. Es steht, wie auf dem Bild zu sehen, unter anderem im Café von Rosario Cacciatore. 

Jung-Unternehmerin Daniela Baykal hat Mini-Garderobenständer für Accessoires entwickelt. Die Idee dazu hat sie aus Mexiko mitgebracht.

Frauen lieben Handtaschen. Groß, klein, dezent oder auffällig, für jeden Anlass und jedes Outfit gibt es eine passende Tasche. „Man hat eben immer was dabei“, sagt Daniela Baykal, der dieses geliebte Accessoire ab und an aber doch im Weg umgeht. Zum Beispiel im Restaurant, wo das schnieke Täschchen mangels Ablagemöglichkeit an Stuhllehne, Tischkante oder auf dem Boden landet. Im Urlaub hat die Illerkirchbergerin eine Lösung für ihr Taschenproblem gefunden und daraus eine Geschäftsidee entwickelt: Sie verkauft selbst designte Mini-Garderobenständer, die sie „Taschenbäume“ getauft hat. Ihre Kunden sind Gastronomen, aber auch Privatleute.

90 Zentimenter hoch, dreieinhalb Kilo schwer und mit vier Armen ausgestattet ist jeder der Taschenbäume, die Daniela Baykal nun seit einem Jahr im Angebot hat. Eine Belastung von 10 bis 15 Kilo tragen die schmalen Möbelstücke, die Platz für große und kleine Handtaschen, volle Einkaufstüten, Sportbeutel oder auch Jacken bieten.

Entdeckt hat die Jung-Unternehmerin den Baum in Mexiko

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Entdeckt hat die Betriebswirtschaftlerin die nützlichen Mini-Garderoben in Mexiko. Mit ihrem Ehemann lebte sie dort zwei Jahre lang und lernte diese praktische Aufhängung für Taschen schnell schätzen. „Dort heißen sie ’perchero’, das bedeutet einfach Garderobe“, berichtet Baykal, „und sie stehen in jedem Restaurant an den Tischen, sie gehören einfach dazu.“ Woher der Brauch, die Taschen aufzuhängen, genau kommt, weiß sie nicht. Sie vermutet aber, dass er mit einem alten Aberglauben zu tun hat: Taschen auf dem Boden bringen Unglück, sagt ein mexikanisches Sprichwort.

Auch in Deutschland gilt das Abstellen von Taschen auf dem Boden bei Benimm-Experten als Fauxpas: Die Essener „Knigge-Akademie“ etwa empfiehlt, Handtaschen nur auf den Boden zu stellen, wenn es gar nicht anders geht, und einig sind sich Stil-Fachleute, dass eine Tasche überhaupt nichts auf dem Tisch verloren hat. Wohin also mit dem Utensil? Auf den freien Stuhl? Nicht immer ist einer da. An die Stuhllehne? Diebstahlgefahr. Also doch nach unten damit, es wird schon keiner drüber stolpern. Klar scheint: Die Taschenbaum-Idee hat auch in Mitteleuropa Potenzial.

Weil die Jung-Unternehmerin die „percheros“ äußerst praktisch fand, ließ sie sich solch eine Taschen-Garderobe fürs eigene Zuhause schreinern. Auf die Idee, daraus ein Geschäft zu machen, kam sie schließlich, weil Freunde und Bekannte ebenfalls solche Taschenbäume haben wollten. Zurück in Deutschland, hat sie die Idee importiert und machte sich auf die Suche nach Produzenten in Europa, die sie mit der Herstellung beauftragt hat. Die Taschenbäume gibt es mittlerweile aus Holz und aus Metall. Die Version aus Naturholz lässt Baykal in Ulm produzieren – in den Junginger Werkstätten der Lebenshilfe. Der Schriftzug „Taschenbaum“ ist auf jedes der Stücke aufgedruckt, und diesen selbst gewählten Namen hat sich Daniela Baykal mittlerweile auch schützen lassen.

Vor einem Jahr hat sie ihr Unternehmen gegründet

Es ist gerade erst ein Jahr her, dass sie ihr kleines Unternehmen gegründet hat. Gemeinsam mit Mutter Angela Strobel wickelt die junge Frau jetzt die Geschäfte ab. Während sich die Mutter vom Firmensitz in Illerkirchberg aus um Lagerung, Kundenservice und Versand kümmert, widmet sich Baykal unter anderem dem Marketing und dem Erproben verschiedener Vertriebswege. Neue Kunden für die Taschenbäume zu interessieren, ist nicht immer leicht. Schließlich ist die Idee hierzulande völlig unbekannt – die junge Frau bietet ein Produkt an, das bisher niemand vermisst. Doch ebenso wie sie selbst haben sich auch ihre Kunden schnell an die Vorteile gewöhnt, erzählt die junge Mutter. „Ich habe über das ganze Jahr hinweg Bestätigung bekommen, also machen wir weiter“, sagt sie.

In einigen Lokalen, Büros oder Friseursalons im Raum Ulm stehen ihre Taschenbäume bereits. Und auch Privatkunden finden Gefallen daran. „Verkauft habe ich bisher mehr an Männer als an Frauen und zunächst auch mehr nach Österreich als nach Deutschland“, erzählt die Jung-Unternehmerin, „es lief also einiges anders, als ich vorher gedacht hatte“. Die Herren schätzen die Taschenbäume als Geschenke – und können sie offenbar auch selbst gut gebrauchen, sei es für Laptop- und Sporttaschen oder für Hüte. Auch der Ulmer Café-Betreiber Rosario Cacciatore hat mehrere Taschenbäume an den Tischen in seinem Eiscafé aufgestellt und sieht sie als Extra-Service, der bei den Gästen gut ankommt.

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