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Illertissen
21.06.2019

Eine-Welt-Laden in Illertissen vergrößert sich

Regina Exl ist die Chefin des ehrenamtlich geführten Ladens.
Foto: Langhans

Der Eine-Welt-Laden an der Hauptstraße in Illertissen hat Fläche und Angebot verdoppelt. Am Sonntag findet die offizielle Eröffnung statt.

Dass ein Geschäft seine Ladenfläche mal eben so verdoppelt, ist nicht selbstverständlich. Beim Eine-Welt-Laden im Benefiziatenhaus an der Illertisser Hauptstraße ist das der Fall. Am Sonntag, 23. Juni, ab 11.30 Uhr wird diese Erweiterung gefeiert.

Ein ganzer Raum ist dazugekommen, der – von Unterstützern kostenlos eingerichtet – nun etwa Kunsthandwerk aus aller Welt und Holzspielzeug aus den Werkstätten in Ursberg beherbergt. Er befindet sich direkt gegenüber dem bestehenden Eine-Welt-Laden. Dieser wird künftig als „reines Lebensmittelgeschäft“ dienen. Regina Exl, Chefin und gute Seele dieses „Unternehmens“, sagt: „Mit der Erweiterung haben wir dem Wunsch vieler Kunden entsprochen.“ Denn Schmuck, Tücher oder Lederwaren fänden wegen ihrer farbenfrohen oder exotischen Machart regen Anklang. Dafür und für manches mehr ist jetzt Platz. Neu sind etwa fertig bestückte Geschenkschachteln mit fair gehandelten Lebensmitteln, die zudem „vegan und bio“ hergestellt werden.

Ihr Sortiment zeichne sich durch handgemachte Arbeiten aus, sodass es mit dem Nachbestellen mitunter schwierig werde, ganz besonders bei Unikaten wie künstlerisch bemalter Keramik aus Kapstadt. So empfiehlt die Geschäftsfrau – denn das muss Exl sein, obwohl sie wie ihre zwölf Mitarbeiter ehrenamtlich ohne Entschädigung arbeitet – immer mal wieder vorbeizuschauen. Gerade im Trend lägen zum Beispiel Stoffnetze in verschiedenen Größen und Farben, die Plastik ersetzen sollen und so hübsch sind, dass sie sich auch für allerlei zweckentfremden lassen.

Stammgäste kommen auf eine Tasse Fair-Trade-Kaffee

Dass sie einmal Verantwortung für Einkauf und Absatz von Waren tragen wird, hatte sich die 58-jährige gelernte Hauswirtschaftsleiterin nicht träumen lassen. Exl erinnert sich noch gut, wie es dann doch so kam. Ursprünglich wurden über den Pfarrgemeinderat, dem sie auch angehörte, in einzelnen Aktionen Waren aus Entwicklungsländern verkauft. Als das den Organisatoren zu viel und daraufhin nach neuen Möglichkeiten gesucht wurde, habe sie sich gedacht: „Es kann doch nicht so schwer sein, dafür einen kleinen Laden zu eröffnen.“ Dieser wurde 2003 in einem Raum des renovierten Benefiziatenhauses eröffnet. Inzwischen ist Exl Expertin, was fairen Handel angeht. Sie weiß, wo was, in welcher Weise hergestellt wird. Auch, wie die Produzenten profitierten, etwa Selbstständigkeit erlangen und Lebensgrundlagen finden.

Zum Geschäftsmodell gehört es, Drehscheibe beim Umsetzen guter Ideen zu sein. Dazu gehört etwa die Überlegung, einige Sachen aus den Ursberger Werkstätten anzubieten. Oder Mango-Fruchtgummi zu verkaufen, dessen Erlös teils für missbrauchte Kinder und für Maßnahmen gegen Sextourismus verwendet wird. Auch eine Idee war es, Sammelstelle für alte Handys zu sein, um eine Wiederverwertung der Rohstoffe zu ermöglichen. Besonders freut sich Exl über ihre Kaffee-Stammgäste, die regelmäßig auf eine Tasse frisch gebrühten, fair gehandelten Kaffee vorbeischauen.

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Was mit der Verdoppelung ihrer Ladenfläche bislang nicht Schritt gehalten hat, ist die Personalstärke. Der Laden hat Dienstag bis Samstag von neun bis zwölf Uhr geöffnet. Wünschenswert wären so viele Ehrenamtliche, um beide gegenüberliegenden Räume auch mal nachmittags öffnen zu können. Wie viel Zeit ihre Helfer opferten, sei individuell, so Exl. Hauptsache, es lasse sich ein System finden.

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