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Illertissen

25.01.2019

Illertissen bekommt viel Geld für Kita-Neubau: Nur wann?

Illertissen braucht dringend neue Betreuungsplätze – die Kindertagesstätte in der Mozartstraße soll Abhilfe schaffen. Der Bau soll bald starten.

Die Vöhlinstadt darf mit hohen Zuschüssen aus zwei Staatskassen rechnen. Aber einer der Fördertöpfe ist leer.

Diese E-Mail der Regierung von Schwaben hat im Illertisser Rathaus in doppelter Hinsicht Freude ausgelöst: Der sogenannte vorzeitige Baubeginn für die Kindertagesstätte in der Mozartstraße wurde erteilt, die Stadt kann die Arbeiten nun ausschreiben. „Wir können voll loslegen“, sagt Bürgermeister Jürgen Eisen. Ebenfalls erfreulich: Die staatlichen Zuschüsse fallen mit insgesamt rund 1,7 Millionen Euro höher aus, als zunächst angenommen. Allerdings muss die Stadt auf einen Teil der Summe wohl einige Zeit warten.

Der stammt aus einem Sonderförderprogramm, dass 2017 aufgelegt wurde und dessen Mittel laut der Regierung von Schwaben momentan ausgeschöpft sind. Denn viele Kommunen haben Anträge gestellt. Beim zuständigen Sozialministerium geht man zwar davon aus, dass der Topf wieder gefüllt wird. Wann ist jedoch unklar. Die Stadt Illertissen muss das Geld wohl erst einmal vorstrecken. Mit Blick auf die momentan günstige Zinslage sei das „kein Problem“, sagt Bürgermeister Eisen weiter. Die Stadträte hätten alles Nötige bereits genehmigt, somit könnten die Gewerke für die Kita ausgeschrieben werden.

Mozartstraße: Stadt will mit dem Bau beginnen

Ein schneller Start wird im Rathaus als wichtig angesehen: „Wir wollen sobald als möglich loslegen“, sagt Hauptamtsleiterin Kerstin Breymaier. Die 62 entstehenden Betreuungsplätze (50 für Kindergartenkinder, zwölf für Krippenkinder) sind im städtischen Plan bereits eingerechnet. Auch wenn die Anmeldungen noch nicht vorliegen (einschreiben können Eltern ihre Kinder im März) – der Blick auf die Geburtenzahlen lasse vermuten, dass der Bedarf da ist. Sollte die Einrichtung anders als vorgesehen nicht im Herbst in Betrieb gehen können, müsse wohl eine „Übergangslösung“ gefunden werden, sagt Breymaier. 15 bis 20 Plätze würden dann zusätzlich zu den bestehenden benötigt. Möglicherweise kommt es auch dazu: Wie berichtet, hat sich die Planung des Gebäudes hingezogen – im Stadtrat gab es unterschiedliche Meinungen zur Architektur. Genauer gesagt: zur ursprünglich ins Auge gefassten Wabenform, die dann geändert wurde.

Illertissen: Alle Kindertagesstätten sind voll

Die neue Kita wird sehnlich erwartet: Momentan seien alle Betreuungseinrichtungen in Illertissen ausgebucht, manche mit Genehmigung des Landratsamts sogar „etwas überbelegt“, sagt Breymaier. Insgesamt verfügt Illertissen mit den Ortsteilen über rund 550 Plätze in Kindergärten und 84 in Krippen. Breymaier ist froh, dass der Baubeginn jetzt genehmigt wurde. Und dass auch die Fördermittel zugesagt worden seien: „Das ist eine gute Nachricht, wir waren hier schon etwas am Hyperventilieren.“ Grund dafür war ein Bericht in unserer Zeitung über das ausgeschöpfte Sonderförderprogramm.

Aus dem erwartet Illertissen 669000 Euro, wie Kämmerer Markus Weiß auf Nachfrage mitteilt. Weitere 1,05 Millionen Euro stammen aus einem anderen Topf: Sie fließen aus Mitteln, die durch das Bayerische Gesetz über den Finanzausgleich zwischen Staat und Gemeinden (FAG) bereitgestellt werden. Das ist die übliche staatliche Förderung für derartige Bauprojekte, einen Engpass gibt es hier nicht: Die Grundförderung werde in jedem Fall weiterlaufen, bekräftigt Karl-Heinz Meyer, der Pressesprecher der Regierung von Schwaben.

Der neue Kindergarten in der Mozartstraße in Illertissen soll aus achteckigen Gebäuden bestehen: Das hat vor Kurzem der Stadtrat beschlossen. Ob er sich damit einen Gefallen getan hat, muss sich zeigen:
Bild: Manfred Norrenbrock/Stadt Illertissen


Insgesamt darf Illertissen für den Bau der Kita 1,72 Millionen Euro an Zuschüssen erwarten, das sind fast drei Viertel der geschätzten Baukosten von 2,3 Millionen und damit „deutlich mehr als wir erwartet hatten“, sagt Weiß. Er war zuerst von einer Förderung über die Hälfte der Bausumme ausgegangen. Letztlich seien aber höhere Fördersätze zur Geltung gekommen. Weiß: „Auch wenn wir vielleicht ein bisschen warten müssen, ist das Gesamtergebnis für uns erfreulich.“

Was lange währt, wird endlich gut: Wie sich das Kita-Projekt "Mozartstraße" entwickelt hat:

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