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Illertissen

02.01.2021

Illertisser Gründer: Bei diesem Start-up ist alles paletti

Felix Scheffer, Frederik Schmid und Robin Brandt sind die Gründer von Perfect Pallets in Illertissen.
Foto: Scheffer

Plus Drei junge Illertisser bauen Möbel im Paletten-Stil. Welcher Gedanke hinter dem Unternehmen steckt und was das Trio vorhat.

Seit Ende Juli wird an jedem Samstag in der Schreinerei Schultheiß in Jedesheim von früh bis spät gefräst, geschliffen, gehämmert, geflämmt und lasiert. Soweit es die aktuelle Corona-Lage zulässt, treffen sich Felix Scheffer, Frederik Schmid und Robin Brandt so oft wie möglich, um Weinregale im Paletten-Stil zu fertigen. Das Besondere an ihrer Produktion: Die Materialien kommen aus einem Umkreis von maximal 15 Kilometern um Illertissen und alle Produktionsschritte sind reine Handarbeit. Für die drei jungen Gründer ein Herzensprojekt, in das sie enorm viel Zeit investieren.

Die Idee zur Gründung des in Illertissen ansässigen Start-ups Perfect Pallets entstand, als Frederik Schmid für sich selbst ein Weinregal aus einer alten Palette baute. Die drei seit Kindheitstagen befreundeten Jungs waren von dem Möbelstück so begeistert, dass sie sich dazu entschieden, weitere Regale herzustellen. „Zudem fanden wir das, was es bisher an Paletten-Möbeln gab, nicht gut genug“, erklärt Robin Brandt.

Paletten-Möbel: Die Gründer aus Illertissen setzen auf Nachhaltigkeit

Für alle drei war von Beginn an klar, dass die Möbel nachhaltig und von hoher Qualität sein müssen. Es käme einfach bei vielen Leuten zu kurz, dass sie sich ein qualitativ hochwertiges Möbelstück von einer regionalen Firma kaufen, die gleichzeitig auf eine nachhaltige Produktion achtet, bedauert Felix Scheffer. Viele Paletten, die Heimwerker zum Bau von Möbeln benutzen, seien mit Pestiziden und Chemieresten behaftet, gibt er zu bedenken. So etwas wolle man sich schließlich nicht in die eigene Wohnung hängen.

„Perfect Pallets“ möchte diese Lücke schließen und einen Beitrag zu einer nachhaltigen sowie klimafreundlichen Entwicklung leisten. Diese Nachhaltigkeit beginnt bereits beim Einkauf des Holzes für die Möbel. Aus einem Sägewerk in Unterroth beziehen die Gründer ihr Holz. Die Bestellung des Baumaterials in laufenden Metern ermöglicht es ihnen, nur die Menge zu bestellen, die sie auch tatsächlich brauchen. Anfangs arbeiteten die drei Illertisser noch mit ganzen Paletten, der Verschnitt war aber auf Dauer zu groß. Die drei arbeiten meistens mit Fichtenholz, um eine Original-Palettenoptik zu erzeugen.

Jedes der Weinregale entsteht in Handarbeit

In der Jedesheimer Schreinerei wird dann aus den Einzelteilen in Handarbeit Weinregal um Weinregal gefertigt. Nach dem Fräsen und Schleifen werden die einzelnen Bauelemente zusammengenagelt. „Das ist die sogenannte Hochzeit“, erklärt Robin Brandt. Im Anschluss wird das Regal geflämmt, um eine spezielle Optik zu erzeugen. Abschließend wird eine biologisch abbaubare Lasur aufgetragen, um dem jeweiligen Unikat eine Schutzhülle zu verleihen.

Bisher produzierten Felix Scheffer, Frederik Schmid und Robin Brandt knapp 100 Weinregale. Die meisten Abnehmer kommen aus der Region und sind unter anderem im Freundes- und Bekanntenkreis der Gründer zu finden. Erhältlich ist das Weinregal auf der unternehmenseigenen Website oder der Plattform Etsy. Auch beim Versand der Ware halten die Gründer am Kerngedanken der Nachhaltigkeit fest: Ihr Versanddienstleister garantiert einen CO²-neutralen Transport. Die Firmenphilosophie setzen die drei Illertisser Jungunternehmer aber auch privat um. „Wir leben alle sehr nachhaltig und versuchen, einen bestmöglichen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Ich persönlich fahre viel Fahrrad und versuche Plastik zu vermeiden, wann immer es geht“, sagt Felix Scheffer.

Die Produktpalette soll erweitert werden

Darüber hinaus sind Frederik Schmid, Felix Scheffer und Robin Brandt wegen ihres beruflichen Werdegangs für den Aufbau ihres Start-ups gut vorbereitet. Mit Abschlüssen in den Bereichen BWL, Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen decken sie wichtige unternehmerische Felder ab. So haben sie bereits Ideen, wie die Produktpalette in den kommenden Monaten erweitert werden kann. Neben einer Wandbar soll das Angebot auch um ein Bücherregal ergänzt werden. Zumal das Trio das Unternehmen in der Freizeit betreibt, steht hier ein großer Kraftakt bevor. Diese Zeit investieren die Gründer aber gerne, denn sie haben den Traum, ihr Start-up einmal hauptberuflich zu betreiben. Mehr zum Unternehmen gibt es auf der Internetseite von Perfect Pallets.

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