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Illertissen

11.01.2019

Illertisser sollen Gäste aus Carnac aufnehmen

Die Küstenstadt Carnac in der Bretagne ist eine Reise wert. Im Februar steht aber zunächst der Besuch der französischen Freunde in Illertissen an.
Bild: Regina Langhans

Im Februar steht der alle zwei Jahre stattfindende Besuch von Jugendlichen aus Carnac in Illertissen an. Noch werden Gastfamilien gesucht – die müssen gar nicht viel tun.

Die Freunde aus Frankreich sind im Anmarsch, aber noch stehen zu wenige Betten zur Verfügung – deshalb werden dringend Gastfamilien in Illertissen und Umgebung gesucht. Geht es nach Helga Sonntag, der Präsidentin des Partnerschaftskomitees Illertissen-Carnac, dürften sich in den kommenden Tagen gerne einige Gastgeber melden. Oder anders ausgedrückt: müssen bald gefunden werden. „Wir suchen händeringend Leute“, sagt Sonntag. Die Herbergsgeber können auch aus dem Illertusser Umland, aus Altenstadt, Bellenberg oder aus dem Rothtal kommen. Die Raumnot ist ernst: 36 Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren aus Carnac haben sich angekündigt, aber nur 14 konnten bisher untergebracht werden. Bleiben 22. „Es wäre schön, wenn sich bald Gastgeber melden“, sagt Sonntag.Die müssten auch gar nicht so viel bieten – zumindest nicht so viel, wie gemeinhin angenommen werde: „Ein Fünf-Sterne-Ressort erwartet niemand“, sagt Sonntag. Ein eigenes Bad oder ein eigenes Zimmer etwa seien nicht nötig. Da täte es schon ein Bett.

Der Hafen Port de Kérisper in Carnacs Nachbargemeinde La Trinité sur Mer zieht Segelfreunde aus aller Welt an. Er könnte auch bald für Besucher aus Illertissen eine Attraktion darstellen. Auf dem kleinen Foto von links die drei Bürgermeister Jürgen Eisen, Jean-Francois Guézet (La Trinité) und Olivier Lepick (Carnac).
Bild: Regina Langhans


Grundsätzlich kenne sie die Franzosen in dieser Hinsicht als unverkrampft, sagt die Partnerschaftspräsidentin, die seit ihrer Jugend enge Kontakte zu den Menschen im Städtchen in der Bretagne pflegt. In Carnac seien Illertisser auch schon mal im Campingwagen untergekommen. Und Frühstück werde auch nicht extra jeden Tag vorbereitet, da knipse man den Besuchern die Kaffeemaschine an und sage ansonsten: „Bedient euch!“Nicht mal französisch müssten die Gastfamilien sprechen, die einen Gast (oder besser noch: zwei) aufnehmen: Die jungen Franzosen sprächen ganz gut Deutsch. In den Familien seien die Gäste bei ihrem etwas länger als eine Woche dauernden Besuch ohnehin selten, etwa am Sonntag, 10. Februar, nach der Ankunft. Danach gebe es jeden Tag Programm: Am Montag geht’s nach Oberstdorf, am Dienstag in die Allianz-Arena bei München und am Mittwoch gehen die Franzosen mit den deutschen Freunden zur Schule. Wichtig sei es deshalb, dass in den Gastfamilien gleichaltrige Jugendliche leben, sagt Sonntag.


„Dann können sie sich untereinander gut beschäftigen.“ Aus diesem Grund biete es sich an, zwei Franzosen aufzunehmen – da falle der Zeitvertreib leichter und es komme nicht so schnell Heimweh auf. Wer Gäste beherbergt, sollte zudem mobil sein.Die Kinder der Gastgeber könnten dann im Sommer im Gegenzug ins 1200 Kilometer entfernte Carnac reisen, wo es traumhaft schön sei. „Das ist ein toller Urlaub“, sagt Sonntag.

Warum Freundschaften wie die mit Carnac wichtig sind

Das bestätigt der Illertisser Bürgermeister Jürgen Eisen: „Jeder, der dort war, kommt begeistert zurück.“ In einer Familie zu wohnen, sei einfach etwas anderes als in einem Hostel oder einem Hotel. Die Freundschaft mit Carnac wurde vor 45 Jahren besiegelt. Und sie werde immer wichtiger, sagt Eisen. „In Zeiten von Nationalismus und Brexit brauchen wir solche Zeichen der Völkerverständigung.“Auch wenn vor den Austauschbesuchen in Illertissen stets viel überlegt und organisiert werden musste – bisher ließen sich in der Vöhlinstadt am Ende immer genug Gastgeber auftreiben, sagt Sonntag. Allerdings seien bewährte Familien ausgeschieden, weil deren Kinder volljährig und damit zu alt geworden seien. Und ganz allgemein gehe das Interesse an Frankreich zurück, weil Schüler bei der Auswahl einer Fremdsprache heute Spanisch bevorzugen würden. Zeit also für einen Appell in Illertissen: Her mit den Franzosen – wer kann welche aufnehmen?

Kontakt: Wer Gäste aus Frankreich aufnehmen will, kann sich im Rathaus bei Glorianda Mancini melden, Telefon 07303/17211.

Wie es zu der Partnerschaft mit Carnac kam: Mehr dazu lesen Sie hier: Die Mutter der Carnac-Freundschaft ist 95 geworden

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