Newsticker

Maskenpflicht gilt in Deutschland weiterhin - auch im Einzelhandel
  1. Startseite
  2. Lokales (Illertissen)
  3. Im Fahrstuhl bis unter das Rathausdach

Marktrat

11.03.2011

Im Fahrstuhl bis unter das Rathausdach

Der Eingang ins Altenstadter Rathaus wird neu gestaltet. Die Treppe soll allerdings so bleiben.
Bild: Foto: evb

Amtsgebäude soll barrierefrei und übersichtlicher werden

Altenstadt Wer das Altenstadter Rathaus betritt, ist zunächst auf sich allein gestellt. Lediglich Schilder weisen den Weg in die dunklen Nischen vor Einwohnermeldeamt und Standesamt. Vorausgesetzt, der Besucher gelangt überhaupt ins Rathaus: Für einen Rollstuhlfahrer ohne Helfer ist die steile Rampe am Eingang nämlich ein erstes großes Hindernis. Aus diesen Gründen stieß Bürgermeister Wolfgang Höß mit seinem Wunsch, das Rathaus umzugestalten, bei den Markträten auf offene Ohren. Diplom-Ingenieur Christian Anders stellte bei der jüngsten Sitzung Umbaupläne vor, die wahlweise sogar einen Aufzug bis unter das Dach enthalten.

Hauptsächlich beschränken sich die Maßnahmen aber auf das Erdgeschoss. Am Eingang plant Anders, das Vordach zu vergrößern und eine flache Rampe für Rollstuhlfahrer zu errichten. Durch Automatiktüren soll es dann in den Vorraum gehen. Von dort aus wird der Besucher in die Bürgerzentrale geleitet, wo er einen ersten Ansprechpartner finden und Kleinigkeiten sofort erledigen kann. Mit großen Fenstern soll dieser Bereich transparent sein. Die tragende Wand im Treppenhaus soll einer Stütze und einem Stahlträger weichen. Zudem sollen behindertengerechte Toiletten entstehen und Einwohnermeldeamt und Standesamt umgestaltet werden. Die Kosten für diese Maßnahmen schätzte Anders auf 150600 Euro.

Mit Aufzug würden die Kosten auf 287800 Euro steigen

Im Fahrstuhl bis unter das Rathausdach

Außerdem stellte der Ingenieur Pläne für einen Aufzug vor, der bis unter das Dach des Rathauses führen soll. Schließlich, so ergänzte Höß, wolle er sich die Option offen halten, bei Bedarf den Dachboden auszubauen. Für den Aufzug müssten im ersten Stock Garderobe und Toiletten umgebaut werden. Die Sanierungskosten würden auf 287800 Euro steigen.

Außerdem würde es sich laut Andres anbieten, beim Bau des neuen Vordaches gleich einige energetische Maßnahmen mit zu erledigen, wie der Einbau neuer Fenster und Jalousien in diesem Bereich. Dadurch würden weitere Kosten von rund 39000 Euro entstehen.

Angesichts der hohen Kosten schlug Werner Ihle (SPD) vor, die Maßnahmen auf zwei Jahre zu verteilen. Möglich sei, so Anders, den Aufzug erst ein Jahr später einzubauen.

Hubert Berger (CSU) fand zudem, die tragende Wand im Erdgeschoss sollte stehen bleiben, um Geld zu sparen. Winfried Rau (FWG) dachte angesichts der Kosten besonders an die anderen Mitgliedsgemeinden der Verwaltungsgemeinschaft: „Wird sich die Miete erhöhen?“, wollte er wissen. Dies bejahte Höß und entgegnete, die Bürgermeister von Osterberg und Kellmünz stünden der geplanten Sanierung aufgeschlossen gegenüber, aber die Gemeinderäte wurden noch nicht angehört.

Letztendlich einigten sich die Räte mit einer Gegenstimme darauf, dass Anders einen Bauantrag mit Aufzug entwirft. Details, wie zum Beispiel, ob die Wand im Eingangsbereich herausgerissen wird, wollen sie erst entscheiden, wenn exakte Kosten vorliegen. Bei der Haushaltsplanung will das Gremium beraten, ob die Maßnahme über zwei Jahre verwirklicht wird.

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren