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Illertissen

16.12.2017

Im Frühjahr rollen die Bagger an

Die Vöhlinstraße ist ein Bindeglied zwischen Autobahn und Innenstadt. Startet die Rundumerneuerung, müssen Autofahrer mit Umwegen rechnen.
Bild: Florian Holley

Die Pläne für die Sanierung der Vöhlinstraße werden konkreter. Der Bauausschuss hat über den Ablauf und die Kosten diskutiert. Offen ist die Frage nach einer Verkehrsinsel.

Ab Frühjahr 2018 müssen die Illertisser und Besucher Umwege in Kauf nehmen, um zum Einkaufsbummel in die Innenstadt zu gelangen. Denn dann startet die Sanierung der Vöhlinstraße – dem Entrée der Stadt. Die aktuellen Pläne hat der Bauausschuss in seiner Sitzung diskutiert. Zudem berichtete Bürgermeister Jürgen Eisen von einem Treffen mit Anliegern, welches kürzlich stattgefunden hat. Denn Bürger hatten sich im Vorfeld beschwert, dass einige Maßnahmen zu umfangreich seien (wir berichteten).

An der Verbindung zwischen Innenstadt und Autobahn soll sich künftig tatsächlich einiges ändern – sowohl optisch, als auch funktional. Ein Ziel ist es laut Hochbauamtsleiterin Silvia Berger etwa, die Wohnumgebung aufzuwerten. Zudem soll die Straße künftig schmaler werden, damit Autofahrer ihr Tempo drosseln, wenn sie die Steig hinunter rollen. „Uns ist bewusst, dass wir die Haupteinfahrt zur Stadt sperren müssen“, sagte Tiefbauamtsleiter Bernd Hillemeyr. „Das sind unvermeidbare Einschränkungen für Autofahrer. Darum wollen wir so viel wie möglich in einem Schritt schaffen.“ Für die Rundumerneuerung wird die Vöhlinstraße in drei Abschnitte eingeteilt.

Abschnitt 1: Dieser Abschnitt beginnt am Rathausplatz und endet auf Höhe der Abzweigung Auf der Point. Dies entspricht einer Länge von rund 145 Metern. Die Fahrbahn soll hier auf sechs Meter Breite und damit nur minimal verschmälert werden. Durch Granitpflaster soll der Bereich optisch der in diesem Jahr sanierten „Spöck“ ähneln. Die Kosten betragen Kalkulationen zufolge rund 540000 Euro. Weiterhin soll dort Tempo-20 herrschen. Die Arbeiten beginnen im April oder Mai und enden voraussichtlich im Oktober. „Wir müssen uns noch mit Anliegern und der Feuerwehr abstimmen. Einsätze müssen weiter möglich und die Geschäfte zugänglich sein“, sagte Berger.

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Abschnitt 2: Der zweite Bauabschnitt ist 280 Meter lang und umfasst den Bereich von der Abzweigung Auf der Point bis zum Ende der innerstädtischen Bebauung. Die Straßenbreite soll dort künftig sechseinhalb Meter betragen. Optisches Vorbild ist die Weiherstraße mit Betonsteinpflaster. Die Kosten belaufen sich auf 880000 Euro. Für den Verkehr wird weiterhin ein Tempo-Limit von 30 Stundenkilometern gelten, auch die Stellplätze bleiben erhalten. „Ziel ist es aber, dass das Parken am Fahrbahnrand nicht mehr dauerhaft stattfindet“, sagte Hillemeyr. Hinzu kommt der Ausbau des Fußweges, der zum Vöhlinschloss führt. „Damit man ihn auch als öffentlichen Weg wahrnimmt“, erklärte Berger. Die Kosten hierfür belaufen sich auf zusätzlich 55000 Euro. Die Maßnahmen sind für das Jahr 2019 geplant.

Abschnitt 3: Dieser Bereich ist 200 Meter lang und führt hinauf bis zur Kreuzung Tiefenbacher Weg. Nun wird diskutiert, am Beginn einen Fahrbahnteiler zu integrieren – also eine Verkehrsinsel, die Autofahrer ausbremsen soll. In ersten Plänen war noch keine Insel vorgesehen. Ab dort könnte Tempo 30 gelten. Bürgermeister Eisen sagte: „Bei den Anliegern gibt es unterschiedliche Ansichten, ob sie einen Fahrbahnteiler wollen oder nicht. Dass muss noch geklärt werden.“ Ein Grund sei wohl, dass sich alle Anlieger – ob sie nun nahe der Insel wohnen oder nicht – finanziell an der Maßnahme beteiligen müssten, erklärte Berger auf Nachfrage unserer Zeitung. Stadtrat Andreas Fleischer (SPD) fragte, ob digitale Geschwindigkeitsanzeigen mit Smileys nicht ausreichten. „Solche Schilder funktionieren flankierend zu baulichen Maßnahmen am besten“, antwortete Hillemeyr. Auch ein Vertreter der Baufirma, welche die Sanierungsarbeiten – wie bereits bei der Spöck – übernehmen wird, sagte: „Eine Insel, vielleicht mit Blumen, wäre ein Zeichen, dass hier die Stadt beginnt.“

Neben den Arbeiten an der Fahrbahn steht eine Sanierung der Kanalisation an – „um bei Regen ungewollte Wasserspiele an den Kanaldeckeln zu vermeiden“, wie Hillemeyr begründet. „Dieser Kanal ist einer der ältesten in Illertissen. Das wird also auch finanziell ein großer Batzen sein.“ Insgesamt liegen die Kosten für die Sanierung der Hauptverkehrsachse bei rund 2,2 Millionen Euro. Derzeit laufe die Zuschussbewilligung.

Anders als für Autofahrer wird sich für Radfahrer wenig ändern: Die momentanen Regelungen sollen erhalten bleiben – auch wenn der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) einen beidseitigen Radweg empfiehlt. „Der ADFC hat manchmal andere Ansichten. Wir hatten aber Gespräche mit der Polizei, dem Straßenverkehrsamt und Landratsamt“, ließ Hillemeyr wissen.

Wilhelm Fischer (CSU) fragte, ob es möglich sei, die Bauzeit mit mehr „Manpower“, also zusätzlichen Arbeitskräften, zu verkürzen. Laut Hillemeyr sind die Arbeiten nur von einer Seite zur anderen, nicht parallel möglich, da sich die Baufahrzeuge sonst in die Quere kämen. Auch der Kanalbetrieb und Anliegerzufahrten bedeuteten Einschränkungen. „Es liegt im Interesse der Firmen, das schnell abzuwickeln.“ Der Ausschuss stimmte den Plänen zu.

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