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Betlinshausen

11.10.2019

Im Tempo-30-Dorf Betlinshausen wird zu viel gerast

Tempo-30-Markierungen auf der Straße oder Verkehrsschilder am Rand bringen die Autofahrer offenbar nicht dazu, den Fuß vom Gas zu nehmen.
Bild: Regina Langhans

Die Betlinshauser klagen bei der Bürgerversammlung über schlechte Schulwege und enge Wohnviertel. Nicht alle Probleme können gelöst werden.

Ausgerechnet im Tempo-30-Dorf Betlinshausen wird zuviel gerast. Dies, aber auch ein durchgehender Fuß- und Radweg zur Grundschule in Au oder Falschparker in engen Wohngebieten sind bei der Bürgerversammlung in dem Illertisser Ortsteil Thema gewesen. Etwa 70 Betlinshauser kamen in das Vereinsheim, um Bürgermeister Jürgen Eisens Rechenschaftsabgabe zu hören. Etliche nützten die Gelegenheit, um ihre Anliegen loszuwerden.

Zu gefährlich: Autofahrer rasen am Betlinshauser Kindergarten vorbei

So bemängelte Susanna Oberdorfer-Bögel die Verkehrssituation vor dem Kindergarten. Trotz Beschilderungen würde der Kindergarten zu wenig wahrgenommen. Die daran vorbeiführende Straße „Zum Reiser“ werde von Autofahrern als Rennstrecke missbraucht. Weil die Eltern etwas entfernt beim Friedhof parkten und die letzte Strecke zu Fuß zurücklegten, muss diese Straße überquert werden. Dafür wünschen sich die Eltern einen Zebrastreifen. Eisen erklärte, dass der Fußüberweg wohl nicht genehmigt werde, versprach aber mehr Verkehrskontrollen. „Bald kommt das neue Radarmessfahrzeug, es nimmt ohne sichtbaren Blitz auf. Traurig, dass dies im einst ersten Tempo-30-Dorf der Region notwendig ist“, sagte der Bürgermeister. Anfang der 1990er wurde als Pilotprojekt flächendeckend Tempo 30 eingeführt.

Ein anderer Betlinshauser beklagte, dass bei starkem Regen das Ablaufsystem des Schwärzlegrabens überlastet sei. Trotz Rückschlagklappen würde der eine oder andere Keller überflutet. An einem besseren Warnsystem werde gearbeitet, versicherte Tiefbauamtsleiter Bernd Hillemeyr. Eine weitere Sorge galt den von parkenden Autos zugestellten und somit verdichteten Regenversickerungsflächen im gleichen Viertel. Eine Lösung erscheint schwierig, da die Straßen früher bewusst eng gebaut wurden, nun böten die Ränder keine Parkmöglichkeit.

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Auch der Schulweg Richtung Au sei nicht ausreichend ausgebaut

Hillemeyr gab auch Auskunft zum Thema Schulweg. Uwe Reimers beklagte, dass den in Au zur Schule gehenden Kindern im Bereich von Aumühle und Auer Sportplatz kein Geh- und Radweg zur Verfügung stehe. Hillemeyr erklärte, dass der Straßen-, Rad-, und Gehwegbau bereits fertiggeplant sei. Doch die Durchführung soll erst nach 2021 stattfinden. Dann nämlich ändern sich die gesetzlichen Vorgaben. Hillemeyr sagte dazu noch: „Sonst würden die Zuzahlungen zu ungerecht ausfallen.“ Mit Blick auf den, von Eisen angedeuteten vielleicht bald geringeren Etat schränkte er ein: „Dann muss die Stadt alle Kosten übernehmen und der Ausbau kann nicht mehr im selben Tempo erfolgen wie jetzt.“ Ein Anzeichen, dass nächstes Jahr schon die Grundsteuer steigen müsse.

Eisen versäumte auch nicht, im Zuge des allgemeinen Zahlenwerks zum Haushalt, welches Kämmerer Markus Weiß vorstellte, die Besonderheiten für Betlinshausen herauszustellen. Zum Beispiel würden die Investitionszuschüsse für Vereine nächstes Jahr von zehn auf 25 Prozent erhöht werden. Davon profitierten die Vereine in Betlinshausen, indem sie ihr gemeinsames Haus in Eigenregie bewirtschaften und unterhalten würden. Das auch Illertissen betreffende Thema der Innenraumverdichtung sei für Betlinshausen nicht relevant, sagte Eisen. „Die Stadt erstellt deshalb so viele Bebauungspläne, um ihre Innenentwicklung steuern zu können.“ Der Bürgermeister hob die gesellschaftliche Bedeutung der Vereine hervor. Insbesondere Ortsfeuerwehren, in Betlinshausen mit Kommandant Franz Münzenrieder. Bei Unglücksfällen, aber auch Festen seien sie vor Ort unentbehrlich. Mit Christian Haaf nannte er einen weiteren verdienten Betlinshauser, der vorbildlich im Dorf das Amtsblatt verteile, was woanders nicht immer selbstverständlich sei, so Eisen.

In Jedesheim hatten die Bürger heuer ebenfalls schon Gelegenheit, ihre Beschwerden vorzubringen: Dorferneuerung: Diese Grasbüschel schüren Ärger in Jedesheim

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