Newsticker

Zahl der Antikörper sinkt schnell: Studie dämpft Hoffnungen auf Impfstoff
  1. Startseite
  2. Lokales (Illertissen)
  3. Immer jünger, vielfach betrunken und aggressiv

Faschingstreiben

01.03.2011

Immer jünger, vielfach betrunken und aggressiv

Fazit der Polizei zur Veranstaltung in Altenstadt fällt nicht gerade berauschend aus

Altenstadt Das Bild, das die Polizei gestern, einen Tag nach dem bunten Faschingssonntag in Altenstadt von jugendlichen Besuchern zeichnete, fiel gar nicht schmeichelhaft aus. „Die Teilnehmer, insbesondere am Faschingstreiben nach dem Umzug, werden immer jünger. Sehr starke Alkoholisierung wurde festgestellt und es herrschte teilweise sehr aggressive Stimmung unter den Jugendlichen und Heranwachsenden.“ So lautet das Fazit aus knapp eineinhalb DIN-A4-Seiten Polizeibericht der Inspektion Illertissen zur Veranstaltung in Altenstadt.

Darin sind insgesamt zehn Fälle von Körperverletzung, Trunkenheit von Minderjährigen, Widerstand gegen Ordnungshüter und Sachbeschädigung aufgelistet, bei denen die Beamten in Aktion traten. Zwei junge Männer landeten in Gewahrsam der Polizei. „Gleichbleibend schlecht, obwohl es heuer weniger Besucher waren“, erklärte der Sprecher der Inspektion Illertissen, Werner Bräuer, gestern auf die Frage, ob sich die Vorfälle im Vergleich zu früher nicht reduziert hätten.

Nicht davon betroffen war der Faschingsumzug. Mehrere Tausend Besucher und knapp 60 närrische Gruppen hatten sich zu einem bunten Faschingsspektakel getroffen. Ein Zwischenfall wurde nicht gemeldet.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Offenes Gelände, Kontrollen schwierig

Das änderte sich laut Polizeibericht später. Nach dem Umzug beginnt das Fest unweit des Bahnhofes. Auf der Straße sind Buden aufgestellt, es wird Alkohol ausgeschenkt. Die Veranstalter haben einen Sicherheitsdienst engagiert, der Zwischenfälle verhindern soll. Das ist nicht einfach, denn laut Bräuer ist das Gelände nicht hermetisch abgeriegelt. Die Security könne nicht genau kontrollieren, wer alles aufs Fest kommt. Unter den Gästen befinden sich viele Auswärtige, die mit dem Zug anreisen. Das verschärft in den Augen des Polizeisprechers die Situation. Am Sonntag griffen seine Kollegen erstmals nach 15 Uhr ein.

Sie nahmen einen 22-Jährigen aus dem Illertal mit zwei Promille Alkohol „nach vorangegangener Körperverletzung“ auf dem Bahnhofsvorplatz fest. Der junge Mann habe, als er zur Dienststelle gebracht werden sollte, Widerstand geleistet und die Beamten beleidigt.

Ein vergleichbarer Vorfall ereignete sich um 16.05 Uhr auf der Bahnhofstraße nach einer verbalen Auseinandersetzung zweier Gruppen. Ein „stark alkoholisierter, besonders aggressiv wirkender“ 21-Jähriger erhielt von der Polizei Platzverweis. Als er den Verweis nicht befolgte, nahmen sie ihn fest. Dabei habe er Widerstand geleistet und Beamte beleidigt. Um 16.23 Uhr kam es zu einer tätlichen Auseinandersetzung zwischen einem 18- und einem 15-jährigen Mädchen. Dabei waren über zwei Promille Alkohol im Spiel. Die 18-Jährige wurde musste mit dem Zug abreisen. 18.15 Uhr: Beim Streit zweier Gruppen auf der Memminger Straße schlägt ein 17-Jähriger einen 21-Jährigen ins Gesicht. Alkohol war im Spiel. 19.13 Uhr: Auf dem Festgelände soll ein 26-Jähriger von der Security geschlagen worden sein. Die Polizei ermittelt noch.

Bei Kontrollen ertappten die Beamten mehrere 12- bis 16-Jährige, die entweder Hochprozentiges mit sich führten oder schon betrunken angekommen waren. Zwei 12 und 13 Jahre alten Mädchen nahm die Polizei ein „Eigengemisch“ ab. Ein 14-Jähriger hatte fast 1,5 Promille Alkohol im Leib. Um 17 Uhr musste ein betrunkener 16-Jähriger von den Maltesern behandelt und dann ins Krankenhaus gebracht werden. Um 18.45 Uhr griff die Polizei ein 12-jähriges Mädchen auf, das sich betrunken übergeben musste.

Unbekannte werfen Verteilerkasten um

Um 20.40 Uhr schließlich meldete die Feuerwehr der Polizei, Unbekannte hätten einen Telefon-Verteilerkasten an der Schillerstraße umgeworfen und einen weiteren beschädigt. Es sei dadurch zu Störungen in Fernseh-, Telefon- und Internetübertragungen gekommen. Schaden: rund 2500 Euro.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren