Natur

30.10.2013

Imposante Artenvielfalt

Die Gräben in Kettershausen sind ein idealer Lebensraum für seltene Arten. Fast die Hälfte aller bundesweit nachgewiesenen Libellen-Arten finden sich dort.
Bild: Zita Schmid

In Kettershausen sind 37 zum Teil vom Aussterben bedrohte Libellenarten nachgewiesen

Kettershausen Die Gräben im Gemeindegebiet Kettershausen und deren Pflege waren schon oft Thema im Gemeinderat. Diesmal kam in der Angelegenheit ein neuer Aspekt hinzu, denn die dortigen Gräben und Fluren sind Heimat selten gewordener Tiere.

Bürgermeisterin Gabriele Janowsky berichtete von einer Besichtigung der Gräben in den Ortsteilen Kettershausen, Tafertshofen und Zaiertshofen zusammen mit Jens Franke vom Landschaftspflegeverband Unterallgäu. „In unserem Gemeindegebiet besteht ein höheres Aufkommen seltener Libellen sowie Fledermäuse“, so Janowsky. Dadurch habe die Gemeinde große Chancen auf einen Zuschuss, sodass die Pflege der wesentlichen Gräben zukünftig vermutlich durch den Verband gefördert werden könne.

Europaweite Verantwortung für das Überleben

Der Fördermittelantrag sei bereits gestellt worden und durchlaufe gerade die Prüfungsstellen. Dies sagte Jens Franke auf Nachfrage der IZ. Beantragt sei ein 90-prozentiger Zuschuss. Der Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes teilte mit, dass in Kettershausen 37 Libellenarten nachgewiesen worden seien, fast die Hälfte aller bundesweit vorkommenden Arten (80). „Am bedeutendsten ist die Helm-Azurjungfer, eine vom Aussterben bedrohte Art, für deren Überleben Bayern eine europaweite Verantwortung hat“, sagte Franke. Weitere stark gefährdete Libellenarten, die in den Kettershauser Fluren vorkommen, seien zudem die Keilfleck-Mosaikjungfer, der Frühe Schilfjäger sowie der Kleine Blaupfeil. Sieben Fledermausarten – deutschlandweit gibt es 27 – sind in Kettershausen nachgewiesen, wobei die Große Bartfledermaus und die Fransenfledermaus besonders bedroht seien. Von fast vegetationsfreien bis hin zu stark zugewachsenen Gräben, von langsam bis zu sehr schnell fließendem Wasser – wie Franke erläuterte, liebten Libellen die unterschiedlichen Kleingewässertypen der Gräben in Kettershausen. Denn „je abwechslungsreicher ein Lebensraumtyp auftritt, desto mehr Nischen sind für die Tier- und Pflanzenwelt geboten“. Dieser Artenreichtum solle zukünftig durch gezielte Pflege noch mehr gefördert werden. Brennnesseln und Schilfgewächse etwa sollten blütenreichen Bach- und Grabenufern weichen. Das locke Blüten suchende Insekten an. Diese wiederum stehen auf dem Speiseplan der Fledermäuse und – so ergänzte Franke – auch der selten gewordenen Uferschwalbe, die es ebenfalls in Kettershausen noch gibt.

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