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08.05.2015

In Illertissen waren die Dellen-Profis am Werk

Mit den Streifentüchern im Hintergrund ist es einfacher, die Dellen im Auto zu sehen. Dellentechniker Adam Szala hat Feingefühl und lange Erfahrung. Die braucht er auch, um den Schaden am Auto zu beseitigen, den der Hagel angerichtet hat. Mit den Pilzen (Bild links unten) und Heißkleber zieht er die Dellen aus dem Lack.
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Mit den Streifentüchern im Hintergrund ist es einfacher, die Dellen im Auto zu sehen. Dellentechniker Adam Szala hat Feingefühl und lange Erfahrung. Die braucht er auch, um den Schaden am Auto zu beseitigen, den der Hagel angerichtet hat. Mit den Pilzen (Bild links unten) und Heißkleber zieht er die Dellen aus dem Lack.

Dellentechniker zaubern in Illertissen Schäden im Lack weg. Über Fingerspitzengefühl mit dem Hammer, was hinter der Torkeltechnik steckt und was sie nach dem Hagelschaden tun können.

Die Vöhringerin erinnert sich gut an den 29. April, als ein Hagelschauer über der Stadt niederprasselte. Die Hagelkörner tanzten an diesem Abend nur kurz auf den Autokarosserien. Etwa drei Dutzend Schadensberichte landeten trotzdem auf dem Schreibtisch des Sachverständigen für Kfz-Schäden, Kurt Heydemann von der Firma Fuchs. Auch der von Kerstin Bollmann ging durch die Hände des Dellenspezialisten. Nun inspizierte der Fachmann gemeinsam mit den Technikern der Firma HZ Unit, dem Hagelschaden-Zentrum in Illertissen, den Schaden am erst zwei Jahre alten Fiat Punto der Vöhringerin.

Das Fahrzeug steht in einer Halle, in der ringsrum Streifentücher hängen, „unsere Streifenhörnchen“, sagt Heydemann und erklärt, warum sie hilfreich sind. Das blau-weiße Muster spiegelt sich im Lack der Fahrzeuge. Mit genügend Licht vergrößert sich die Delle optisch und erscheint als Wirbel. Neben den Tüchern gibt es einen Streifenschirm, tragbar und handlich. Heydemann geht mit ihm um das beschädigte Auto und bewegt sich leicht vor und zurück. Dann lacht er und sagt: „Das ist die Torkeltechnik.“ So kann der Lack aus verschiedenen Perspektiven begutachtet werden und die Reflektion des Streifentuchs macht die Schäden wiederum sichtbar.

Adam Szala ist Dellentechniker bei der Firma HZ Unit. Er markiert mit gelbem Leuchtstift die Schäden auf der Karosserie. Heydemann notiert auf einer Rundum-Skizze des Autos, wo sich diese befinden. Auf dem Dach zählt er 129 Dellen mit einer Größe von bis zu drei Zentimetern, jede einzelne wird in einem Folgetermin entfernt. Dann wird auch Kerstin Bollmanns Punto repariert. Es wird gedrückt, gezogen und gehämmert. „Die Schäden sind danach nicht mehr sichtbar“, sagt die Projektleiterin von HZ Unit Elena Seifert. Ein Hilfsinstrument ist eine lange, geknickte Eisenstange mit Griff. An manchen Stellen kann Szala so unter der Autoverkleidung die Delle nach oben drücken. Ganz vorsichtig, mit Fingerspitzengefühl – eine sanfte Instandsetzung. Auch Parkdellen werden auf diese Weise entfernt. Szala stellt mit prüfendem Blick fest, ob der glatten Fläche noch der Feinschliff verliehen werden muss. Viele Lacke haben eine besondere Maserung, ähneln etwa der Haut einer Orange. Das wird durch das Hämmern auf einen Stift erreicht. Manche beschädigte Stellen kann Szala nur von außen beseitigen. Er trägt Heißkleber auf die Delle, drückt sie mit einem Plastik-Pilz fest. Dessen Kopf wird in ein Hilfsgerät geklemmt und mit Unterdruck verschwindet der kleine Krater. Szalas Auge ist geschult. Als Dellentechniker ist er gleichzeitig Künstler. Seifert und Heydemann bestätigen das. Ein guter Dellendrücker brauche Zeit und müsse mit Hammer und Kleber in der Hand geboren sein.

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