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Illerzell

11.11.2019

In Illerzell geht es um Liebe, Geld und andere Katastrophen

Ein ideales Paar sind Edmund Klingler als Bürgermeister (links) und Hans-Peter Span als Hannes.
Foto: Ursula Katharina Balken

Die Illerzeller Mundartbühne gestaltet einen Abend mit dem Titel „Liebe, Geld und andere Katastrophen“: Vier Einakter sollen dem Publikum sorgenfreie Stunden bescheren.

Wenn Biergläser aneinander klirren, der Duft von Bratwürsten im Raum hängt, die Trachtenkapelle mit zünftiger Musik aufwartet und kein freier Stuhl mehr zu ergattern ist, dann ist wieder Theaterzeit im Illerzeller „Brückle“. Das ist nicht nur Gaudi pur, sondern für die Illerzeller auch ein gewünschtes Stückchen heile Welt. Da bleiben für drei Stunden die oft Furcht einflößenden Unwägbarkeiten in der Weltpolitik außen vor. „Das ist auch unser Ziel“, sagt Thomas Kaim, Regisseur und Ideengeber für den Abend mit dem Titel „Liebe, Geld und andere Katastrophen“.

Kaim legt Wert darauf, dass der Abend durch Pausen keine Unterbrechung erfährt. Es gibt vier Einakter, die Zeit dazwischen wird zum Umdekorieren des Bühnenbildes genutzt und gibt dem Service Gelegenheit, die Besucher zu versorgen. „Die Sommergrippe“ von Ernst Bierl trägt dazu bei, dass ein Pfarrer mit Schlitzohrigkeit und Diplomatie des Glückes Schmied für ein Paar wird. Wolfgang Straub als lebenskluger Pfarrer, Ute Hieber als fürsorgliche, aber auch nervige Haushälterin Genoveva, Eva Kaim als Mesnerin, Lisa Lämmle und Chris Mertl als frisch Verliebte und schließlich Bürgermeister Winze Keller lassen mit ihrem Spiel bereits ahnen, dass der Abend recht vergnüglich werden wird.

Die Illerzeller spielen Szenen aus allen Lebenslagen

„Kochen mit Mama“ von Walter P. Pfaus ist ein Lehrstück über eifrige Mütter und Ehefrauen. Jutta Kast spielt die resolute Mutter und schwingt furios den Kochlöffel, um Tochter (Tina Hieber) und Vater (Dieter Brocke) in die Kunst des Kochens einzuführen. Doch der Papa entzieht sich den Lehrversuchen und düdelt sich mit Rotwein einen an. Die Position des Familienvaters ist schon daran abzulesen, dass er auf einem Hocker sitzen muss, sodass er nur knapp über die Tischkante guckt. Das gibt der Geschichte auch optisch Würze.

Spielleiter Kaim besitzt auch beachtliche darstellerische Qualitäten. Als Hasenzüchter Emilius weiß er im „Hasa-Krieg in Zell“ von Bernd Weller und Michael Henschke die Akzente mimisch zu setzen. Das ist schon ein Kabinettstückchen besonderer Art. Denn, wenn der leidenschaftliche Züchter erfährt, dass die Zutat aus seinem Stall stammt und er seinen preisgekrönten Stolz im Kochtopf wiederfindet, sieht er seinen Lebenszweck infrage gestellt. Um ihn herum Christian Habres, Helmut Ott, Maximilian Kaim, Johannes Span, Christiane Lindauer und Sophie Span als Reporterin Isabella Bürzle-Hinterklemm.

Aber was wäre der Theaterabend ohne „Hannes und der Bürgermeister“? Letzterer, gespielt von Edmund Klingler, leidet an einem heftigen Schnupfen. Neben ihm Hans-Peter Span mit keckem Hannes-Hut, der mit Naivität seinem Chef die Vorzüge einer gemischten Sauna anpreist. Da reißt ein Lacher den anderen. Zum Schluss steht das komplette Ensemble auf der Bühne, einschließlich Renate Kober, die Hilfe in Textnöten und Theo Span als trocken moderierender Schwabe. Sie alle singen mit Inbrunst die Illerzeller Theaterhymne von Gisela Brocke. Ein passgenauer Schlusseffekt und Beifall ohne Ende.

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