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Jedesheim

08.03.2018

In Jedesheim heißt es: Hoch das Blech

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Hoch mit den Instrumenten: Die Jedesheimer Musikanten feiern heuer das 325-jährige Bestehen ihrer Kapelle. Dafür haben sie sich einiges ausgedacht. Das können Interessierte am Samstag, 10. März, erleben.
Bild: Martin Dambacher

Der Musikverein gehört zu den ältesten in der Region – heuer wird er 325 Jahre alt. Der Plan für den Festakt: Mehr Fest, weniger Akt.

Grußworte, Reden, Laudationen: Wer öfters einmal Festakte besucht, der weiß – mitunter ist dabei mehr Akt denn Fest geboten. Die Jedesheimer Musikanten wollen ihren 325. Geburtstag am Samstag anders aufziehen: Geplant ist eine große Sause mit einer Gastkapelle aus Oberneufnach. „Es soll unser Fest werden und das wollen wir genießen“, sagt Vorsitzender Wolfgang Hander. Denn danach wird es anstrengend: Im Mai richtet der Verein das Bezirksmusikfest aus, davor und rund herum werden die 100 Mitglieder der Kapelle kaum zur Ruhe kommen. Der ganze Ort wird dann auf den Beinen sein, um das Riesenfest mit tausenden Gästen zu stemmen. Am Samstag wollen es die Jedesheimer daher gemütlich angehen lassen: Im Mittelpunkt stehen eine Zeitreise durch die 325-jährige Geschichte und das Konzert der Oberneufnacher.

Die Vorfreude auf die Unterallgäuer ist groß, sagt Hander: Denn sie bieten exotische Blasmusik, bei der auch Gitarren und Flöten oder mal ein Dudelsack zum Einsatz kommen. Das Honorar der Gäste spendiert ein Jedesheimer Musiker, der Geburtstag feiert. „Ein feiner Zug“, sagt Hander. Die Oberneufnacher spielen gegen 21 Uhr auf. Zu diesem Zeitpunkt wollen Musiker und Besucher von der Zeitreise zurück sein: Sie wird wohl nicht gerade ein Katzensprung, denn es müssen einige Jahrhunderte zurückgelegt werden. Der Jedesheimer Musikverein gehört zu den fünf ältesten im Allgäu-Schwäbischen Musikbund (ASM), sagt Vorsitzender Hander. Das sei in den 1980er Jahren entdeckt worden, als Heimatforscher Valentin Mayer auf ein Dokument gestoßen war. Es handelte sich um eine Rechnung, wonach die Jedesheimer Musiker im Jahr 1693 gegen ein Salär bei einem Kirchweihfest aufgespielt hatten. Das Papier wurde beim ASM zur Prüfung eingereicht, sagt Hander. Die Echtheit wurde anerkannt und so kann der Verein heuer sein 325-jähriges Bestehen feiern.

Einige Stationen aus der Geschichte sollen bei dem Fest in der Gemeindehalle aufleben: Moderator Wilhelm Schmid liest aus der Chronik vor, dazwischen spielen mit Flötenkindern, Jungmusikern und Musikanten alle drei Gruppen des Vereins. Der Clou: Die Musikstücke werden von Vortrag zu Vortrag moderner, los geht es mit einem Werk aus Georg Friedrich Händels Feuerwerksmusik von 1748. Auf dem Programm stehen zudem Werke von Ludwig van Beethoven, Edvard Grieg und Glenn Miller. Glückwünsche überbringen der stellvertretende ASM-Präsident Rainer Lohner, Bürgermeister Jürgen Eisen, die ASM-Bezirksvorsitzende Marita Kaiser und Bundestagsabgeordneter Georg Nüßlein. Auch Ehrungen stehen an, außerdem wird Vereinschef Hander zwei verdiente Musiker in den Zirkel der bislang zwölf Ehrenmitglieder aufnehmen.

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Im Verein blickt man gut gelaunt zurück, aber manchmal auch sorgenvoll nach vorne: Wie in vielen anderen Kapellen schwinden auch in Jedesheim die Mitglieder, sagt Hander. Das mache sich bemerkbar: Zwar könne die 30 Musiker starke Kapelle gute Blasmusik spielen – aber für konzertante Werke müssten es einige Aktive mehr sein, damit alle Instrumente besetzt werden könnten. Mit engagierter Jugendarbeit will man dem Problem begegnen. Das geschieht durchaus mit Erfolg: „Wir sind im Umbruch, es gibt einen Generationswechsel“, sagt Hander.

Angesichts zur Zeitreise soll es am Samstag auch Preise „wie früher“ geben: Durch Sponsoren sei es möglich, ein Bier für einen Euro zu verkaufen und eine Brotzeitplatte für 3,25 Euro, oder eben 325 Cent, passend zum Alter.

Der ganze Ort soll auf die Musikanten anstoßen, alle Bürger sind dazu in die Gemeindehalle eingeladen. Rund 300 Besucher passen hinein. Geht es nach Hander und seinen Mitstreitern, soll es voll werden. „Wir hoffen mal nicht, dass es so leer bleibt, dass die Musik hallt“, sagt der Vorsitzende. Und lacht. Denn davon geht er wohl nicht wirklich aus.

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