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Vöhringen

24.01.2020

In der Grünen Lunge entsteht ein digitaler Spielplatz

Zu Beginn des Jahres werden an dieser Stelle in Vöhringen immer Grünschneidemaßnahmen durchgeführt. Das Gelände umreißt den Bereich, der bald zu einem digitalen Spielplatz ausgebaut werden will.
Bild: Ursula Katharina Balken

Plus Der Vöhringer Bauausschuss spricht über das naturnahe Projekt, das noch in diesem Jahr in der Grünen Lunge entstehen soll. Die Arbeiten haben schon begonnen.

Dieses Jahr müssen die Vöhringer Kinder noch ohne den neuen Spielplatz auskommen, aber im nächsten Jahr sollen sie dort toben, spielen und vor allem die Natur entdecken können. Und zwar - auch wenn das paradox klingt – digital. In der Grünen Lunge neben dem Illerradweg entsteht in den kommenden Monaten ein „digitaler Naturspielplatz“. Dass des das Projekt geben soll, ist bereits bekannt. Nun legte Timo Söhner, zuständig für Bauplanung und Stadtplanung, konkrete Pläne vor.

Mehrer Entdeckerzonen sind geplant. Sie haben die Form von Kieseln, wie auf dem Plan, den der Stadtplaner vorlegte, deutlich zu erkennen war. Die Idee dazu, so erklärte er, stammt von der vorbeifließenden Iller und den flachen Steinen mit abgerundeten Kanten, die der Fluss mit sich führt. Jeder „Kiesel“, also jeder Bereich, ist einem bestimmten Material gewidmet, das die Kinder jeweils spielerisch entdecken können.

Kommt das Konzept gut an, könnten mehr Materialien dazu kommen

Im „Holz-Kiesel“ warten etwa Baumstämme zum darüber balancieren. Auch Sand, Schiefer, Matsch, Lehm und Kies soll es zu entdecken geben. Verbunden werden die „Kiesel“ nicht über gewöhnliche Wege. Angedacht sind Trittsteine oder sogenannte Räuberpfade, also aus Weidenzweigen geformte Tunnel. Kommt der Spielplatz gut an, könnten die „Kiesel“ beliebig durch weitere Erfahrungsräume mit anderen Materialien ergänzt werden, so Söhner.

Neben diesen Entdeckerzonen soll es auf diesem Spielplatz auch gewöhnliche Spielgeräte geben. Die Kinder sollen bei allem Forschergeist, der geweckt werden soll, nicht auf Schaukel, Rutsche und Klettergerüst verzichten müssen. Die Rutsche soll eine Hangrutsche sein, der dafür extra angelegt wird. Das Klettergerüst wird aus Robinienholz sein.

Smarte Bank: Hier können die Besucher auch ihr Handy aufladen

Das digitale Element wird in Form einer „Smarten Bank“ und diversen QR-Codes in den Spielplatz integriert. Die Smarte Bank wird die Möglichkeit bieten, Handys aufzuladen. Strom erzeugt sie über eine kleine Fotovoltaikanlage, die auch Beleuchtungselemente an der Sitzgelegenheit speist. So bekommt sie immerhin ein etwas futuristisches, „digitales“ Aussehen.

Wer die QR-Codes scannt, soll auf diese Weise zum Beispiel Informationen über Bäume oder Sträucher bekommen. Angedacht sei auch ein Smarter Bienenstock, berichtete Stadtplaner Söhner. Die Idee sei noch nicht vollständig ausgereift. Die Planer stellen sich vor, dass die Kinder dabei die fleißigen Insekten über eine in einem Bienenstock installierte Kamera beobachten können.

Für den digitalen Spielplatz winken Fördermittel

Kosten soll das ganze Projekt insgesamt rund 200.000 Euro. Die Summe ist im Vöhringer Haushalt bereits eingeplant. Doch wenn alles nach Plan läuft, wird die Stadt bei Weitem nicht so viel zahlen müssen. Die Kommission, die über die Bezuschussung von Leader-Projekten entscheidet, hat bereits eine Förderung in Höhe von knapp 85.000 Euro zugesagt. Mit dem Programm werden innovative Aktionen im Ländlichen Raum unterstützt. Der Rest der Kosten soll über Spenden finanziert werden. Etwas sei schon zusammengekommen, man sammle aber noch weiter, erklärte Bürgermeister Karl Janson in der Sitzung auf die Nachfrage von Werner Zanker ( SPD).

Nach der Präsentation gab es von den Mitgliedern des Bauausschusses noch manch kritische Nachfrage. So sorgt sich Gerhard Notz (CSU) über möglichen Vandalismus. Immerhin sei der Spielplatz doch recht abgelegen. Auch über mögliche Folgekosten mache er sich Gedanken. Ebenso Christoph Koßbiehl (SPD), der aufwendige Unterhaltsmaßnahmen befürchtet. Der Begriff naturnah bedeute in der Regel viel Pflege: „Wenn man da fünf Jahre nichts macht, spielt da keiner mehr.“

Michael Neher (CSU) versuchte die Vandalismus-Bedenken zu zerstreuen. In seinem Statement wurde deutlich, dass er den Rückschluss, wegen solchen Sorgen dann einfach nichts mehr zu machen, für falsch hält. Rüdiger Kreisl regte darüber hinaus an, dort auch einen Defibrillator anzubringen.

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