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Babenhausen

10.02.2015

Integration mit Drahteseln

Die MbM-Organisatoren freuen sich über ihre ersten Kunden aus Egg: von links Alfred Sauter, Manfred Lingens (MbM-Vorsitzender), Tommy Vogt, Vater Ceril Feyab mit seinem Sohn Anas.
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Die MbM-Organisatoren freuen sich über ihre ersten Kunden aus Egg: von links Alfred Sauter, Manfred Lingens (MbM-Vorsitzender), Tommy Vogt, Vater Ceril Feyab mit seinem Sohn Anas.

Der Flüchtlingshilfeverein hat eine Fahrrad-Werkstatt im Remmele-Haus in Babenhausen eröffnet. Für die neuen Besitzer sind die hiesigen Vehikel eher ungewohnt.

Mit der Fahrradwerkstatt hat der Flüchtlingshilfsverein „Menschen begegnen Menschen“ (MbM) ein neues Projekt gestartet. Die Initiative dazu entstand beim Arbeitstreffen von MbM und den Bürgermeistern aus Babenhausen und Kirchhaslach im November. Babenhausens Bürgermeister Otto Göppel hatte sich dafür eingesetzt, dass die Werkstatt im ehemaligen Elektrogeschäft Remmele gleich neben dem Rathaus eingerichtete werden konnte.

Künftig werden dort jeweils am ersten Samstag im Monat von 9 bis 10.30 Uhr gebrauchte Fahrräder für Asylbewerber ausgegeben und repariert. Die Initiative war aus Sicht des Vereins notwendig geworden, um die Mobilität der Flüchtlinge insbesondere in Kettershausen und Kirchhaslach sicherzustellen. Bisher mussten sie ihre Einkäufe und andere Erledigungen in Babenhausen entweder mit einem weiten Fußmarsch oder per Anhalter mit vorbeifahrenden Einheimischen bewerkstelligen.

Unter Leitung von Tommy Vogt, der von Foday Sheriff unterstützt wird, sollen die Asylbewerber so auch in die Lage versetzt werden, ihre gebrauchten Fahrräder unter Anleitung selbst in Schuss zu halten. Mit Hilfe von Karl-Heinz Schön und der Babenhausener Arbeiterwohlfahrt wurden um die Jahreswende insgesamt 40 gebrauchte Räder bei den Spendern abgeholt. Mittlerweile hat Tommy Vogt etwa 15 Räder verkehrsgerecht instand gesetzt, Frank Buchberger vom Fahrradgeschäft in der Fürst-Fugger-Straße hat ihn dabei mit dem ein oder anderen Ersatzteil uneigennützig unterstützt. Die restlichen Fahrräder werden nach und nach einsatzbereit gemacht oder als Ersatzteillager genutzt.

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Fahrräder werden gegen eine kleine Kaution ausgegeben

Um die Eigenverantwortlichkeit der neuen Besitzer für die Drahtesel zu fördern, werden sie nur gegen einen kleinen Kautionsbeitrag abgegeben. „Viele Flüchtlinge kennen aus ihrer Heimat meist andere, deutlich robustere Fahrräder und müssen hier erst den sachgerechten Umgang mit manch einer Kaufhaus-Qualität lernen“, so Tommy Vogt. Um die Flüchtlinge in die hiesigen Verkehrs-Gepflogenheiten einzuführen, wird MbM demnächst mit der Polizei Memmingen einen Fahrrad-Verkehrskurs organisieren.

Auch in anderen Orten in der Region spielt das Fahrrad bei der Integration von Asylbewerbern eine große Rolle. Die Flüchtlingshilfe aus Kellmünz beispielsweise plant im Frühjahr mit den dortigen Flüchtlingen eine Radtour zu der Gruppe aus Babenhausen und Umgebung. Der Besuch – so die Hoffnung – soll dann auch erwidert wird.

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