Newsticker

Macron verkündet zweiten Lockdown für Frankreich
  1. Startseite
  2. Lokales (Illertissen)
  3. Intelligente Ampel soll Wartezeit für Autofahrer senken

Babenhausen

01.04.2015

Intelligente Ampel soll Wartezeit für Autofahrer senken

Mit der Anlage sollen Staus rund um das ehemalige Babenhauser Postamt der Vergangenheit angehören.

Im Bereich zwischen Bahnhofstraße und Ulmer Straße samt dem entsprechenden Abschnitt der B300 kommt es Tag für Tag zu langen Stauphasen. Vor allem, wenn der Schichtwechsel bei den großen Firmen mit den Spitzen des Schwerlastverkehrs zusammenfällt, geht oft minutenlang gar nichts mehr. Das soll sich spätestens im kommenden Jahr ändern. Der Babenhauser Marktrat beschloss nun einstimmig, dort eine sogenannte intelligente Ampelanlage zu installieren, die sich an den Verkehr anpasst.

Deren Wirkung erläuterte Norbert Jörges von der Firma Siemens in der Sitzung bis ins Detail. Jörges hatte bei mehreren Lokalterminen die „Kreuzungsgeometrie“ ausgiebig studiert. Dabei kam er zu der Ansicht, dass beide „Ampelknoten“ miteinander bestens verzahnt werden müssen – was technisch durchaus machbar sei. Allerdings müssten die Haltebalken in der Bahnhofstraße und Ulmer Straße deutlich zurückversetzt werden, damit ein besserer Abbiegeverkehr und eine schneller Räumung des Raumes, in dem sich der Verkehrs staut, möglich wird.

Eine durchgängige Grünphase auf der B300, so Jörges, sei wegen des Verkehrs von den beiden Staatsstraßen nicht machbar. Deshalb sollen Steuergeräte eine Art „Wellebeziehung“ schaffen. Die derzeit beengten Verhältnisse, die ungünstigen Abbiegewinkel und der nicht unerhebliche Anteil des Schwerlastverkehrs machten zusätzliche Maßnahmen erforderlich. Laut Jörges müssten deshalb einige Stellplätze vor der Metzgerei in der Memminger Straße geopfert werden. Damit würde ein Konfliktpotenzial entschärft und der Verkehrsfluss beschleunigt. Durch verschiedene Phasenschaltungen, die das Verkehrsaufkommen berücksichtigen, rechnet Jörges mit einer maximalen Wartezeit von 100 Sekunden bei Spitzenverkehrslast. Zu anderen Tageszeiten würde sich diese noch verkürzen.

Stefan Schlögel befürchtet Probleme und Rückstaus beim Aus- und Einfahren in den Wiesmühl- und den Allmannshornweg, Christian Pfeifer für die Tankstelle in der Bahnhofstraße. Hier kann laut Jörges mittels „Zusatzbalken“ für Entlastung gesorgt werden.

Josef Deggendorfer sieht ebenfalls die Gefahr von blockierten Ausfahrten. Wie Jörges erklärte, soll dies aber dank der verkehrsabhängigen Steuerung so gut wie ausgeschlossen werden.

Von Unannehmlichkeiten geht auch Dieter Miller aus, nicht zuletzt für die Linksabbieger aus Ortsmitte kommend, aber auch für die Fußgänger, die die Querungen nutzen. Dies verneinte Josef Merk vom Staatlichen Bauamt Kempten, zumal zusätzlicher Platz für die Linksabbieger geschaffen werde. Auf keinen Fall könne die Ausfahrt aus dem Metzgereihof ampelmäßig mit eingebunden werden („nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen“), wie Elfriede Rothdach in die Diskussion einbrachte. Beatrix Käßmeyer wies auf die Umgehungsfahrten wegen des Normaparkplatzes hin. Diese könne laut Merk auch keine Ampelanlage verhindern, lediglich regelmäßige Polizeikontrollen.

Thomas Held interessierte vor allem die Vernetzung und Messung des Verkehrsaufkommens. Zwar wären laut Jörges Messstreifen in den Haltebalken die sicherste Lösung, jedoch würde der Schwerlastverkehr diese eventuell beschädigen. Deshalb favorisiert er Video- oder Radardetektoren, die die Lücken messen und entsprechend reagieren.

Für Christian Pfeifer hörten sich die Ausführungen „sehr plausibel“ an, zumal Babenhausen ja nicht mit der Münchner Innenstadt vergleichbar sei. Er sprach sich ausdrücklich gegen ein Provisorium aus. Dem schloss sich der Marktrat einstimmig an.

Werner Sutters Frage nach der Umsetzung des Vorhabens beantwortete Josef Merk dergestalt, dass heuer dafür kein Geld im Haushalt eingestellt sei. Er sah aber eine Chance zur Realisierung im „kommenden Jahr“. Zuvor gelte es aber noch einige Fragen zu klären, nicht zuletzt bezüglich der Steuergeräte. Auf alle Fälle, so Merk, müsse die Kommune die Kosten für die Signalanlage nicht tragen, lediglich diejenigen für eventuelle Gehwegarbeiten.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren