1. Startseite
  2. Lokales (Illertissen)
  3. Internet-Piraten kapern Seiten der FWG mit Viren und Porno-Schund

07.12.2007

Internet-Piraten kapern Seiten der FWG mit Viren und Porno-Schund

Illertissen Es hätte eine Art elektronisches schwarzes Brett zum Austausch und zur Debatte von politischen Meinungen werden sollen. Nicht zuletzt erhofften sich die Freien Wähler (FWG) Illertissen durch ihr Bürgerforum im Internet Auftrieb im beginnenden Kommunalwahlkampf. "Darauf hätten die Illertisser Themen wie die mögliche Schließung des Schulbades oder die Marktplatzsanierung diskutieren werden können", sagt Dr. Joachim Schmid, FWG-Stadtrat, Internet-Rechtsanwalt und Unternehmer. Er hat den neuen Internet-Auftritt der FWG gestaltet. Doch zwischen die ernst gemeinten Beiträge interessierter Bürger haben sich in der vergangenen Woche kriminelle Betrüger mit eindeutigen Angeboten gemogelt, berichtet Schmid. In deren Einträgen wurde über sogenannte "Links" auf andere Seiten im Internet verwiesen. Und die hatten es in sich. Die Aufforderung zum Erwerb von Potenzpillen habe noch zu den harmloseren Geschichten gehört. "Da waren auch eindeutig pornografische Sachen dabei", klagt Schmid und fügt hinzu: "Das sind irgendwelche kriminelle Irren, die da unsere Seiten missbrauchen."

Das anrüchige Treiben ist in Stadtratskreisen nicht verborgen geblieben: "Als ich auf das Forum gegangen bin, um mir die Bürger-meinungen anzusehen, sind Seiten mit härtesten Pornos aufgegangen", sagt ein Mandatsträger: "Da waren schon massive Dinge weit unter der Gürtellinie dabei." Er wisse zwar, dass die FWG nichts für die pikanten Inhalte könne, wundere sich aber, warum eine Woche lang immer wieder derartige Inhalte aufgetaucht seien, obwohl das Problem bekannt gewesen sei.

Computer abgestürzt

Nach dem Besuch der Seite habe sein Computer massive technische Probleme bekommen, sei "abgestürzt" und seitdem nicht mehr zu gebrauchen. Ob das an den Schmuddel-Seiten liege, könne er natürlich nicht mit Sicherheit sagen.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Dr. Joachim Schmid will dies gar nicht ausschließen: "Es ist bekannt, dass Internet-Kriminelle auf diesem Weg auch bösartige Programme wie Viren oder Trojaner (siehe Info) verbreiten, die fremde Computer schädigen oder sogar ausspionieren können." Er habe das Problem keinesfalls auf die leichte Schulter genommen, sondern sofort Mitarbeiter abgestellt, die rund um die Uhr im Zweischichtbetrieb die kriminellen Inhalte entfernt hätten. Doch die Internet-Piraten seien gezielt und mit großer Energie vorgegangen. So sei der Kampf gegen die Porno-Einträge letztlich nicht zu gewinnen gewesen. "Wir wollten dieses tolle Angebot erhalten", sagt der Internet-Anwalt, "doch jetzt sind wir gezwungen, es komplett aus dem Netz zu nehmen." Er bedauere dies sehr, ist er doch nach eigenen Angaben seit den Anfangstagen des Internets von dessen Möglichkeiten begeistert. "Doch hier entwickelt sich das Internet in eine ganz falsche Richtung. Leider müssen wir uns von der Idee des Bürgerforums vorläufig verabschieden."

Fluch aus der Karibik?

Damit ist die Angelegenheit für Schmid längst nicht erledigt: "Wir werden Strafanzeige gegen die Urheber erstatten", sagt er. Doch zunächst gelte es, diese zu ermitteln. Schmid weiß, dass dies sehr schwierig wird. Er geht davon aus, dass die Piraten aus dem Datennetz nicht aus Deutschland kommen und wähnt die Karibik-Inselgruppe Bahamas als Ursprungsregion des Internet-Fluchs. "Wir werden alles versuchen, um diese Kriminellen zur Rechenschaft zu ziehen, sagt er.

Dass ein politischer Gegner hinter den Attacken stecken könnte, daran mag Joachim Schmid übrigens nicht glauben: "Solche Angriffe können jeden treffen. Das ist die Kehrseite des Internets."

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20abschied1.tif
Vöhringen

Vöhringer Handballer sind auf Kurs

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser Morgen-Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen