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Vöhringen

12.07.2019

Ist das Parken im Vöhringer Stadtcenter ein Problem?

Wer von der Vöhleinstraße in das Vöhringer Stadtcenter fährt, darf dort höchstens zwei Stunden parken. Weiter hinten in der Parkstraße können Autofahrer dagegen uneingeschränkt stehen bleiben. Doch nicht jeder Besucher weiß das.
Bild: Felicitas Lachmayr

Im vorderen Bereich des Vöhringer Stadtcenters sind zwei Stunden erlaubt, weiter hinten in der Parkstraße dürfen Autofahrer unbegrenzt stehen. Das sorgt für Verwirrung und Ärger.

Als Irmgard Wagner aus dem Auto aussteigt, blickt sie sich etwas ratlos um: „Muss ich hier bezahlen oder eine Parkscheibe benutzen?“ Sie ist zum ersten Mal im Vöhringer Stadtcenter unterwegs. Erst ein Blick auf das Straßenschild verrät: mit Parkscheibe darf sie hier zwei Stunden kostenlos stehen.

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Doch diese Regelung gilt nicht überall im Stadtcenter. Während im vorderen Bereich zwei Stunden erlaubt sind, gilt auf den Stellplätzen vor der Volksbankfiliale eine Stunde Parkerlaubnis. Weiter hinten in der Parkstraße dürfen Autofahrer wiederum uneingeschränkt stehen.

Stadt führte zwei Parkzonen als Kompromisslösung ein

Auf diese Lösung hat sich die Stadt vor etwa fünf Jahren mit Wohnungseigentümern und Gewerbetreibenden geeinigt, erklärt Hauptamtsleiter Jürgen Herzog. Damit sollten die unterschiedlichen Interessen gewahrt werden. „Die einen wollen lange parken, die anderen bevorzugen Kurzparkplätze für die Kunden“, sagt Herzog. „Wir wollten beide Belange berücksichtigen.“ Der Hauptamtsleiter sieht derzeit keinen Handlungsbedarf. „Uns erreichen äußerst selten Beschwerden wegen der Parksituation.“

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Doch wirklich zufrieden scheinen Anwohner und Kunden nicht zu sein. Erika Mader fährt jeden Tag mit dem Auto ins Stadtcenter zur Arbeit. „Ich bekomme fast nie einen uneingeschränkten Parkplatz“, sagt Mader. Für sie bedeutet das: alle zwei Stunden zum Auto gehen und die Parkscheibe weiterdrehen. „Ich habe bestimmt schon 25 Mal einen Strafzettel bekommen, weil ich die Zeit überzogen hatte“, sagt Mader. Wäre der Weg zur Arbeit nicht so weit, würde sie mit dem Fahrrad fahren, betont sie – allein um das Parkplatzproblem zu umgehen.

Anwohner ärgern sich über die Parksituation

Gertrud Heiss aus Wangen bei Illerrieden bekam einen Strafzettel, weil sie für einen Besuch beim Augenarzt zu lange vor der Volksbankfiliale im Stadtcenter ihren Wagen abstellte. „Ich wusste nicht, dass man dort nur eine Stunde stehen darf und dass es unbegrenzte Parkplätze gibt“, sagt sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Früher seien überall im Stadtcenter zwei Stunden erlaubt gewesen. Heiss wollte das Bußgeld über 20 Euro nicht auf sich sitzen lassen und wandte sich an die Kommunale Verkehrsüberwachung. Doch auch eine Bescheinigung des Augenarztes über ihre vorübergehende Fahruntüchtigkeit half nichts – Heiss musste den Strafzettel bezahlen.

Mit der Parkplatzsituation unzufrieden ist auch Daniela Tavaslioglu. Sie wohnt direkt im Stadtcenter. „Ich muss oft mehrere Runden drehen und finde trotzdem keinen unbegrenzten Parkplatz.“ Kunden und Patienten würden alles zuparken. Abends ist der Gehweg manchmal so mit Autos zugestellt, dass man mit dem Kinderwagen auf die Straße ausweichen muss, so Tavaslioglu. Sie wünscht sich mehr Kontrollen.

In der Vöhringer Innenstadt werden täglich bis zu 15 Strafzettel verteilt

Zuständig dafür ist die Kommunale Verkehrsüberwachung mit Sitz in Illertissen. Leiterin Martina Matzner erklärt: „Es ist eine Ausnahme, dass es überhaupt noch uneingeschränkte Parkplätze in der Innenstadt gibt.“ Vöhringen sei eine Ausnahme. In anderen Kommunen sehe die Parksituation anders aus. In Senden suchen Autofahrer vergeblich nach uneingeschränkten Parkplätzen, weiß Matzner. Ihrer Ansicht nach stehen im Vöhringer Stadtcenter ausreichend Parkplätze zur Verfügung. Das Hauptproblem seien Dauerparker und weniger die Autofahrer, die ihre Parkscheibe vergessen oder die erlaubte Zeit überziehen.

„Wir verteilen im Stadtcenter nicht mehr Strafzettel als anderswo“, so die Leiterin der Kommunalen Verkehrsüberwachung. Im Vöhringer Innenstadtbereich werden nach Angaben von Matzner jeden Tag etwa 15 Knöllchen verteilt. Laut Gesetz stellen Verkehrsüberwacher einen Strafzettel aus, wenn Autofahrer vier Minuten länger als erlaubt parken. „Wir geben eine Kulanzzeit von zehn Minuten“, sagt Matzner. Kehrt ein betroffener Autofahrer gerade zurück, wenn er gerade aufgeschrieben wird, sei auch eine mündliche Verwarnungen möglich – vorausgesetzt der Falschparker zeigt sich einsichtig, sagt Matzner. Ist der Strafzettel einmal ausgestellt, werde er nicht mehr rückgängig gemacht.

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