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Altenstadt

02.01.2013

Jahrhundertealte Musik für noch älteres Gotteshaus

Die Spielmannsgruppe Bordunitas entführte in der Altenstadter Mariä-Geburt-Kirche in die Klangwelt des Mittelalters. Von links: Oliver Föhr, Dolores Fahr, Angela Föhr und Thomas Kränzle. Das Konzert war eine Benefizveranstaltung zugunsten der Renovierung der Kirche.
Bild: Zita Schmid

 „Bordunitas“ spielt in Mariä-Geburt-Kirche, die saniert werden muss. Dabei kommen besondere Instrumente zum Einsatz

Einen „weihnachtlichen Ohrenschmaus“ versprach Bordunitas zu Beginn der Andacht, die das Weihnachtsgeschehen von der Verkündigung an Maria bis zum Besuch der Heiligen Drei Könige beim neugeborenen Jesuskind als textlichen Inhalt hatte.

Bordunitas, das sind drei Gemeindereferenten und ein Diakon: Der Altenstadter Gemeindereferent Thomas Kränzle ist einer der Spielleute. Diakon Oliver Föhr sowie Spielmannsfrau und Gemeindereferentin Angela Föhr kommen aus Memmingen. Die vierte im mittelalterlichen Bunde ist Gemeindereferentin Dolores Fahr aus der Nähe von Füssen. Seit 17 Jahren machen sie als Bordunitas Musik. Auch in der Altenstadter Mariä-Geburt-Kirche schlüpften die vier Musiker wie bei all ihren Auftritten in mittelalterliche Gewänder. Als Sonora und Vitus von Hohenegg (Angela und Oliver Föhr), Dolores vom oberen Markt (Dolores Fahr) und Ambrosius di Trinitus (Thomas Kränzle) entführten sie die Zuhörer in einem voll besetzten Gotteshaus in die Klangwelt längst vergangener Tage.

Weiß man um den Umstand, dass die Mariä-Geburt-Kirche vermutlich auf eine weit über 1000-jährige Geschichte blicken kann, waren die Melodien und Lieder zwar noch relativ jung, aber immerhin schon viele Hundert Jahre alt: „Es kumpt ein schiff geladen“ entstand vermutliche zwischen 1300 und 1361. „Orientis partibus“ wurde um 1200 verfasst. Die wunderschöne mittelalterliche Komposition „Eno sagrado en vigo“ – bei Märchenliebhaber auch als Filmmelodie von „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ bekannt - geht zurück bis ins 13. Jahrhundert. Das zarte Wiegenlied „Joseph, lieber nefe mein“ wurde vor rund 700 Jahren geschrieben.

Ein besonderer Ohrenschmaus war das „Sys willekomen“. Es ist das älteste überlieferte, dreistimmige Weihnachtslied und stammt aus dem 14. Jahrhundert. Ihre Gesänge begleiteten die Spielleute meisterlich auf althergebrachten Instrumenten wie Drehleiher, Cister, Streichpsalter und Davul sowie Flöte, Harfe oder Laute. Die Cister etwa gilt als Vorgängerin der Zither. Die Davul ist eine seit Jahrhunderten im Orient verbreitete Trommel.

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