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Jedesheim

20.05.2015

Jahrzehnte in Bildern eingefangen

Reinhold Kornegger und seine Bilder
4 Bilder
Reinhold Kornegger und seine Bilder
Bild: Regina Langhans

Reinhold Kornegger blickt auf 50 Jahre Fotoarbeit zurück. Das hat ihn auch zum Chronisten gemacht, indem er etwa den Schaukasten des Heimatvereins Jedesheim bestückt

Seine Welt spiegelt sich in Bildern wieder und kann – in sogenannten Jahresordnern archiviert – jederzeit durchgeblättert und erlebt werden. Franz Kornegger, 72 Jahre und gebürtig aus „Igishoim“, wie er heimatbewusst Jedesheim nennt, kann auf 50 Jahre eigene Fotokunst zurückblicken. Für seine Aufnahmen und Digitalbearbeitungen, seltener auch Acrylmalerei, ist er übers Stadtgebiet Illertissen hinaus bekannt. Sei es, dass er regelmäßig den Schaukasten des Jedesheimer Heimatvereins am Dorfladen bestückt oder als Mitglied des Kunstzirkels in Erscheinung tritt. So etwa noch kommenden Freitag von 17 bis 19 Uhr in der Galerie „Schau mal rein“ an der Bräuhausstraße in Illertissen.

Seine erste eigene Kamera kaufte sich Kornegger vom ersten Gesellenlohn als Schreiner der Firma Ruku im Fotogeschäft Glünkin in Illertissen. Von zwei Arbeitskollegen hatte er sich die fotografischen Grundkenntnisse angeeignet und schnell gelernt, dass gute Objektive die Grundlage guter Bilder sind. „Dabei waren damals die Zoomobjektive noch nicht so gut wie heute“, erinnert sich der Hobbyfotograf. Von Schwarz-Weiß-Bildern wechselte er bald zu Farbaufnahmen, verwendete Diafilme und legte sich einen Projektor zu. Kornegger nahm an einem Wettbewerb des Illertisser Fotoklubs teil und wurde Dritter. Sofort wurde er aufgenommen und mit seiner Kunst ging es voran. Vom Vorsitzenden Mader lernte er Fototechnik, hörte von Linsenschärfe, Bildaufbau und Farbenlehre. Weiterbildung gab’s beim Bezirksvorsitzenden in Augsburg. Bald machte Kornegger bei Wettbewerben auf Bundesebene von sich reden. Zugleich wurde es für ihn eine Zeit der künstlerischen Befreiung. Nach rund 50 Urkunden, Pokalen und Auszeichnungen beteiligte er sich nicht mehr. Das war 1990. Er erinnert sich: „Bei den Wettbewerben wurden immer Motive vorgegeben, ich wollte ohne Zwang fotografieren.“

Dabei trieb den Autodidakten die eigene Neugier voran. Den Kauf einer Super-Acht-Filmkamera bezeichnet Kornegger selbst als „Einschnitt“. Als einige Jahre später die Zeit des Videofilms begann, legte er sich auch eine Videokamera zu. Doch die damalige Technik war dem selbstkritischen Künstler zu unscharf und zeitaufwendig, um gute Streifen mit Titel und Einblendungen zu machen. Kornegger kehrte zu Diafilm und Spiegelreflexkamera zurück, „wofür ich mir die dritte neue gekauft habe“. Dann lernte er Oscar Miller kennen und von ihm die Technik, Negative zu entwickeln, zu vergrößern. Kornegger richtete sein eigenes Labor ein. „Von da an kam ich aus der Dunkelkammer im Dachboden fast nicht mehr heraus“, sagt er rückblickend, um sogleich von der nächsten Etappe, seinem Einstieg in die Digitalfotografie, zu erzählen. Als er mit 61 Jahren in Rente ging, kaufte ihm ein Sohn eine Digitalkamera, der andere überließ ihm seinen ausgedienten Computer und ein Fachfotograf gab „Nachhilfe“ im Umgang mit Rechner und digitaler Bildbearbeitung.

Damit eröffneten sich Kornegger völlig neue Möglichkeiten, indem er am Bildschirm mit seinen Fotos zu arbeiten lernte, ganz nach Lust und Künstlerlaune. Ob das Illertisser Schloss expressionistisch unwirklich zum farbigen Hingucker wird oder Kornegger alte, teils beschädigte Bilder abfotografiert und minutiös digital nacharbeitet. Längst vertrauen ihm Leute ihre historischen Schätze zur Reproduktion an. Von seinem ehrenamtlichen Engagement profitiert auch der Heimatverein.

Als größtes Erlebnis nennt der Jedesheimer seine Fototournee durch Amerika und die Canyons mit Profifotograf Christian Heep. Nicht umsonst stapeln sich bei ihm zu Hause über 2600 teils laminierte Bilder und digital gespeichert sind es nochmals 30000. Kornegger ist die Entwicklung der Fotografie mitgegangen wie kaum ein anderer. Schon als er vor gut 50 Jahren damit anfing, hieß es: „Bua, du hasch a guats Aug.“

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