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Illertissen

28.01.2013

Jazzabend mit Sahnehäubchen

Genießer schließen dabei die Augen: Sängerin Fola Dada bot das gewisse Etwas beim Auftritt von Max Greger jun. (links) in der Illertisser Schranne.
Bild: Hinzpeter

 Max Greger Jun. und seine erstklassige Band in der ausverkauften Schranne

Vielleicht hätten die Musiker nach der ersten Zugabe nicht durch die komplette Schranne bis nach hinten laufen sollen, denn eigentlich wollten sie durchaus noch mal spielen. Doch während die Zuschauer im vorderen Drittel heftig weiterklatschten, standen die Leute hinten bereits auf und drängten zur Garderobe – und so war für die Musiker kein rechtes Durchkommen mehr. Drum ließen sie es bleiben – und die hartnäckigeren Jazz-Fans kamen nicht mehr in den Genuss eines weiteren Nachschlags. Der hätte sich sicherlich gelohnt, denn Max Greger junior und seine Begleiter boten rund zwei Stunden lang swingende Feinkost.

Dass hier nicht musikalische Hausmannskost auf den Tisch kam, dafür garantierte schon der Bandleader, dem der legendäre Vater das Swinggefühl einst mit dem Milchfläschchen verabreicht haben muss. Max Greger jun. spielt ein sanft dahinperlendes Piano. Wenn er soliert, haut er keine schrägen Töne rein, vermeidet Dissonanzen, wie sie moderne Jazzer mögen. Er ist wie der Vater von der alten Schule: Locker, flockig und gefällig muss es sein. Und so greift er hinein ins volle Klassiker-Repertoire, beschwört Gershwins herrlich trägen Hitze-Hit „Summertime“, das „Lullaby Of Birdland“, gibt „All Of Me“ und rollt ganz entspannt auf der Route „Route 66“ in Richtung Sonne.

Zur Seite steht ihm eine erstklassige Band. Bassist Andreas Kurz zupft kompetent die Saiten und steht beim Solieren seinem Arbeitgeber in nichts nach. Sanft, aber nachdrücklich spielt sich Drummer Bernd Reiter in die Herzen des Publikums. Er gibt Gas in den Breaks und biegt von seinen kurzen verschlungenen Solo-Ausflügen ohne effekthascherisches Gepolter wieder in die Gerade ein.

Doch der wahre Mittelpunkt an diesem Abend ist die dunkelhäutige Sängerin Fola Dada. Die hauptberufliche Dozentin für Jazz- und Popgesang interpretiert Stücke wie „What A Wonderful World“ oder „You Are The Sunshine Of My Life“ wunderbar leicht und schmalzfrei. Wenn sie mal etwas mehr Kraft in die Stimme legen muss, dann tut sie das ganz unangestrengt und mit schönem Vibrato. Sollen doch die anderen, die es nötig haben, röhren und pressen. Die Stuttgarterin Fola Dada ist mit ihrer Stimme das sprichwörtliche Sahnehäubchen auf diesem Abend. Von dem hätten etlichen noch mehr genießen wollen, aber da standen die Frühstarter leider im Weg.

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