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Illertissen

23.03.2018

Jedesheims „neues Herz“ schlägt grün

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So könnte die neue Mitte Jedesheims nach den Umbaumaßnahmen aussehen: Der zweite Schritt der sogenannten Dorferneuerung soll demnächst beginnen. Einen Vorwentwurf haben die Stadträte nun abgesegnet.
Bild: Lothar Beck/Lars Consult

Die Dorferneuerung soll in die zweite Runde gehen. Dann wird der Marienplatz umgestaltet. Die Finanzierung ist noch nicht gesichert – Schuld ist die „Strabs“.

Es könnte so schön sein: Sitzbänke, viel Grün, ein neuer Dorfladen mit Café. Und über alledem ragt der Maibaum auf. Jedesheims neue Mitte soll einmal reichlich Aufenthaltsqualität bieten: Das wurde in einer Sitzung des Illertisser Stadtrats deutlich, in der Landschaftsarchitekt Lothar Beck seine Ideen für die Umgestaltung des Marienplatzes vor zahlreichen Zuhörern präsentierte. Sie gehört in die zweite Phase des Programms zur sogenannten Dorferneuerung, die nach dem Abschluss der Arbeiten an der Bayernstraße (Schritt eins) beginnen soll. Dabei entsteht aber nicht nur „das neue Herz Jedensheims“, wie Beck sagte.

Auch mehrere Straßenzüge um das Ortszentrum herum werden umgebaut: Dazu gehören ein Teil der Illertissener Straße, die Brunnenstraße, der Herrenstettener Weg, die Pfarrer-Steiner-Straße und der Ölmühlweg. Dorftypischer soll hinterher alles aussehen, und grüner, hieß es. Schmalere Straßen werden Autofahrer dazu bringen, langsamer zu fahren. Den Stadträten gefiel das Gesehene ausnahmslos gut. Sie stimmten Becks Vorentwurf zu. Der Architekt kann sich nun an die Entwurfsplanung machen. Das heißt allerdings nicht, dass die zweite Stufe der Dorfentwicklung so umgesetzt wird. Denn bei der Finanzierung gibt es noch Unwägbarkeiten.

Unsicher sei, wie es mit den Straßenausbaubeiträgen, den Strabs, weiter geht, sagte Bürgermeister Jürgen Eisen (CSU). Der Hintergrund: Die CSU hat angekündigt, die umstrittenen Gebühren in Bayern abzuschaffen. Die Freien Wähler wollen das durch ein Volksbegehren beschleunigen, für das sie zuletzt Unterschriften sammelten. Doch eine verbindliche entscheidung gibt es noch nicht. Bislang mussten Anwohner bei Ausbauten der Straßen einen Teil der Kosten übernehmen – auch in Jedesheim. Sollte das rechtlich nun nicht mehr haltbar sein, würde ein großer Anteil der Finanzierung wegfallen. Ein Problem, vor dem aktuell zahlreiche kommunale Bauherren stehen. Sie alle hoffen, dass der Staat für die gestrichenen Beiträge aufkommt. Illertissen rechnet momentan mit Strabs-Ausfällen von etwa 1,2 Millionen Euro pro Jahr. Inwiefern sich das konkret auf die zweite Stufe der Dorferneuerung auswirken könnte, ist noch offen. Wie bei anderen bereits anvisierten Ausbauvorhaben ist Abwarten angesagt. Bei der Sanierung der Bayernstraße (Stufe eins) sollten die Anlieger insgesamt 640000 Euro übernehmen. Es wurden Vorauszahlungen geleistet. Insgesamt sind 1,9 Millionen Euro veranschlagt, die Fördergelder belaufen sich auf 410000 Euro.

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Beck präsentierte in der Sitzung Details. Dabei war etwa zu erfahren, dass unter anderem die Pfarrer-Steiner-Straße eine schmalere Fahrbahn bekommen soll. Zudem einen „multifunktionalen Pflasterstreifen“, der zwar für Fußgänger gedacht ist, aber bei Bedarf von Autos „überfahren“ werden kann. Die gefährliche Einmündung in die Kirchentraße wird senkrecht angelegt: Das soll Autofahrer zwingen, deutlich stärker abzubremsen.

Ein neues Aussehen erhalten wird auch die Kreuzung von Marienplatz, Kirchenstraße, Herrenstettener Weg und Brunnenstraße: Eine „abknickende Vorfahrt“ ist vorgesehen, sagte Planer Beck. Bisher sei es dort für Verkehrsteilnehmer schwer, sich zu orientieren. Die Neuerung sei mit einem anliegenden Landwirt abgesprochen, der in jenem Bereich täglich mit schweren Fahrzeugen unterwegs ist.

Im Fokus der Umbauten steht der Marienplatz – und damit der Dorfladen. Da soll sich einiges tun. Nach dem Abriss der ehemaligen Bankenfiliale will die Dorfladengenossenschaft ein neues Gebäude errichten, hieß es. Das Geschäft werde in das Erdgeschoss ziehen, in einem eingeschossigen Anbau mit Flachdach sei ein Café vorgesehen. Der „alte“ Laden könnte zu einem Wohnhaus werden. Vorgesehen sind am Marienplatz zudem Sitzbänke und Grünflächen. Außerdem könnte der Maibaum künftig dort aufgestellt werden: „Der gehört einfach in die Ortsmitte“, sagte Beck.

Das alles sehe „toll“ aus, lobte Bürgermeister Eisen. Mehrere Stadträte schlossen sich an, so etwa Andreas Fleischer (SPD), der bemerkte, angesichts der Pläne könne man als Nicht-Jedesheimer neidisch werden. Die Bürger im Ort stünden hinter der Dorferneuerung, hieß es. Es gebe inzwischen einige private Sanierungsmaßnahmen.

Wann der zweite Teil der Dorferneuerung beginnen kann, ist unklar. Im Herbst dieses Jahres wird zunächst einmal die Sanierung der Bayernstraße (und damit Stufe eins) abgeschlossen. Bis Ende 2018 sollen ganeuere Pläne für den zweiten Schritt vorliegen. Diese müssten dann beim Amt für ländliche Entwicklung eingereicht werden, wo über die in Aussicht gestellten Fördergelder entschieden werde. Geht alles glatt, könnte wohl frühestens ab dem Jahr 2020 gebaut werden, schätzt Beck. dann soll es abschnittsweise voran gehen: Die Dorferneuerung ist auf mehrere Jahre angelegt.

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