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Illertissen

21.06.2017

Jetzt hört er der Musik nur noch zu

Helmut Schupke hat seinen Geburtstag im Familienkreis groß gefeiert und freut sich über die Glückwünsche von Bürgermeister Jürgen Eisen. Mit auf dem Bild steht Schupkes jüngste Tochter Bettina.
Bild: Regina Langhans

Helmut Schupkes Leidenschaft sind schon immer die Klänge – auch mit 95 Jahren.

Im hohen Alter von 95 Jahren hört Helmut Schupke mit Vorliebe Operetten oder klassische Konzerte in Radio und Fernsehen – früher hat er sie selbst gespielt und war mittendrin im Geschehen. Vor wenigen Jahren erst ist der Senior von seinem Eigenheim in Tiefenbach ins Haus Sebastian in Illertissen umgezogen. Der ausgebildete Geiger und Trompeter kann rückblickend sagen: „Durch die Musik bin ich immer auf die Füße gefallen.“

Der Sohn eines Schmieds ist im schlesischen Breslau – heute Polen – aufgewachsen und hat mit elfeinhalb Jahren begonnen Geige zu spielen. Sein Vater hat das Talent erkannt und für seine Weiterbildung gesorgt. Mit 13 Jahren kam er nach Löwenberg in ein Internat, um die Stadtmusikschule zu besuchen, später wechselte er auf die Musikschule nach Breslau.

Auch das Klavierspiel war inzwischen dazugekommen. „Leider verlief meine Ausbildung zu kurz“, bedauert er. Sein Ziel, ins Orchester aufgenommen zu werden, ließ sich damit nicht verwirklichen.

Denn als 17-Jähriger musste er zum damaligen Reichsarbeitsdienst einrücken, wobei er sich aber gleich zum Musikzug meldete. Auch in der Wehrmacht gehörte der Trompeter und Geiger später dem Musikcorps an. Das wurde 1942 aufgelöst, denn von da an galt nur noch der Dienst an der Waffe.

Nach zwei Jahren Gefangenschaft in England, wo Schupke die Lagerkapelle leitete, spielte er in den großen deutschen Varietés in Hamburg, Bremen und Hannover, trat dann in Bremen in das Musikcorps der Bundeswehr ein, war dort drei Jahre lang Corpsführer und wechselte 1962 an das Musikcorps in Ulm. 1974 hatte der 52-Jährige die Altersgrenze beim Bund erreicht. Dafür dirigierte er die Musikkapellen in Vöhringen und Wain, unterrichtete Blockflöte in Wullenstetten und Musik-Theorie in den Kapellen. Als Geiger und Bratscher gehörte er jahrelang der Musikgesellschaft Senden-Ay-Oberkirchberg an.

Heute freut sich der Vater von drei Töchtern und einem Sohn über sieben Enkel und fünf Urenkel, die alle im Umkreis wohnen und ihn häufig besuchen. Wenn ihm dann noch Zeit bleibt, widmet er sich dem Lesen von Reiseberichten, Romanen und der Zeitungslektüre.

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